Klub der jungen Dichter
Ein schleimiges Monster

Josline Christen aus Steinhuserberg schreibt im «Klub der jungen Dichter» über einen unheimlichen Museumsbesuch. Wer ist das kleine glibberige Ding, das zwei Mädchen in Angst versetzt?

Josline Christen, Steinhuserberg, 6. Primar
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Josline Christen, Steinhuserberg.

Josline Christen, Steinhuserberg.

Es war schon mutig, ausgerechnet mit unserer Klasse die Museumsführung zu buchen. Aber was dann geschah, hätte wohl niemand gedacht. Eine Museumsaufsicht kam schnaufend zu uns und erzählte uns geschockt: „Bild fliegt!" Unsere Museumsführerin lachte nur und ging weiter. Plötzlich kam ein schwebendes Bild entgegen und verwüstete alles. Unsere Lehrerin rief mich Lina und den Rest der Klasse zusammen und sagte uns mit beruhigender Stimme, wir sollen sofort raus, was wir auch taten. Meine beste Freundin Michelle und ich schauten uns mit einem breiten Grinsen an. Wir wussten, was heute Nacht geschieht.

Michelle und ich sind wie Superhelden, aber niemand weiss das. Wenn uns etwas Komisches passiert, gehen wir in der Nacht dort hin und untersuchen das, und heute war es endlich, wieder so weit. Am Abend ging es los, als alle schliefen. Ich schlich mich raus und holte Michelle ab. Wie gingen mit dem Fahrrad. Wir kamen kurze Zeit später verschwitzt an. Als wir dort waren, sagte Michelle zu mir: „Wir müssen vom Dach hinein, siehst du die Überwachungskamera?“ Also gingen wir auf Zehenspitzen hinter das Museum. Wir befestigten alles und kletterten hoch. Als wir oben waren, seilten wir uns ab und streuten Mehl über den Raum, so konnten wir schauen, ob Laser am Boden waren. Gott sei Dank waren keine Laserstrahlen am Boden und wir seilten uns komplett ab.

Wir schauten uns nervenkitzelnd um und liefen herum. Als wir plötzlich Schritte hörten, verstecken wir uns mit schnellem Atem hinter einer Statue. Ein leises dumpfes Pfeifen kam immer näher, aber plötzlich wurde aus diesem Pfeifen ein Schreien. Wir dachten, die Person sah uns, denn wir sahen schon sehr verschlafen aus, aber plötzlich hörten wir ein kleines Mampfen. Wir schauten aus unserem Versteck und waren geschockt. Ein kleines, glibberiges Ding frass gerade den Hausmeister. Michelle und ich umarmten uns ganz fest und waren so leise, wie wir konnten.

Als wir hörten, dass das grüne Ding durch die Wand flutschte, atmeten wir erleichtert durch. „Was oder wer war das?“, fragte Michelle mit besorgter Stimme. Als wir uns beruhigten, liefen wir vorsichtig weiter und kamen bei den Toiletten an. Wir gingen rein und tranken einen Schluck, denn es war im Museum sehr heiss. Michelle musste noch auf die Toilette. Ich wartete. Plötzlich hörte ich einen hohen Schrei. Ich wusste genau, wer das war. Ich rannte so schnell ich konnte zu Michelles Kabine, aber sie war nicht da. Nur noch ein Brief, in dem stand: "Wenn du deine Freundin wieder haben möchtest, musst du dich beeilen. Um 0:30 Uhr bei den Dinosauriern."

Illustration: Tiemo Wydler

Illustration: Tiemo Wydler

Ich erstarrte und schaute auf meine Armbanduhr. Oh Gott, das war schon in zwei Minuten. Ich rannte so schnell ich konnte und kam keuchend an. Ich sah meine Freundin und sprang zu ihr. Sie war in einem Gehege eingesperrt. Plötzlich sprach jemand hinter mir: „Hallo Lina!“ Ich drehte mich langsam. Da war es, ein kleines glibberiges Ding. Ich sprang drauf und versuchte es in Stücke zu reissen. Aber er war stärker. Er drückte mich auf den Boden. Als ich ihn von Nahem sah, erkannte ich ihn. Mein alter Teddybär Tadels. Ich umarmte ihn. Als ich ihn frage, wo er sich rumgetrieben hatte, erklärte er mir alles. Ich habe ihn mal im Museum vergessen und er dachte, ich hätte ihn nicht mehr gewollt. Er war so traurig und füllte sich mit Tränen und Wut und wollte alles zerstören. Sein grüner Schleim bekam er, weil ein Kind grünen Slushy über ihn leerte. Michelle und ich nahmen ihm mit nach Hause und schliefen sofort ein.

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