Klub der jungen Dichter
Magische Missgeschicke

Yael Schum aus Sursee schreibt im Klub der jungen Dichter über einen Besuch von Schülern im Museum für Fabelwesen. Dort passieren allerlei skurrile Dinge.

Yael Schum, Sursee, 6. Primar
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Yael Schum, Sursee.

Yael Schum, Sursee.

Es war schon mutig, ausgerechnet mit unserer Klasse die Museumsführung zu buchen. Aber was dann geschah, hätte wohl niemand erwartet …

Schon vor dem Museum der Fabelwesen passierte etwas Merkwürdiges. Es begann plötzlich ohne eine Wolke an zu regnen. Warnend schaute unsere Lehrerin, Frau Hase, den rothaarigen Andrin an. Er schaute schuldbewusst zu Boden. Innerhalb von Sekunden waren wir alle vollkommen durchnässt, alle ausser Milli. Auch sie erntete von Frau Hase einen wütenden Blick. So hasteten wir alle so schnell es ging hinein. Dann meldete Frau Hase uns bei der netten Frau an der Kasse an und die führte uns in den ersten Stock, in dem es mit Märchen beginnt. Doch plötzlich fing die Decke an zu tropfen. Frau Hase atmete zuerst tief durch, dann machte sie ein paar unauffällige Handbewegungen, hörte dann wieder aufmerksam zu. Die Decke tropfte nicht mehr.

Nachdem uns die Frau fertig erzählt hat, meinte sie, wir treffen uns in einer halben Stunde im zweiten Stock, und bis dann dürfen wir uns ein wenig umsehen. Frau Hase behielt uns dabei immer im Auge. Plötzlich klingelte aber ihr Handy. Sie verschwand irgendwo weiter hinten, und wir konnten endlich machen, was wir wollten.

Es gab viele verschiedene Fabelwachsfiguren, und daneben die Geschichte dazu. Ich fand, es sah alles ganz spannend aus, wenn da nicht etwas anderes unsere Aufmerksamkeit erregte. Ich hörte ein lautes Lachen, und sah, wie ein Steinzwerg kurz unter der Decke schwebte. «Nein, macht das nicht», schrie ich. Doch im selben Moment fing der Zwerg Flammen und fiel zu Boden. Lena unterdrückte einen Schrei. Doch Tabea sagte mit ruhiger Stimme: «Andrin!» Er schloss die Augen und konzentrierte sich. Dann begann es fest zu regnen. Tatsächlich wurde das Feuer gelöscht, aber dafür füllte sich der Raum mit Wasser. Lena stöhnte auf. «Milli du bist dran.» Innerhalb von Sekunden wurde es in dem Raum stickig heiss. Irgendwie hatten wir unsere magischen Fähigkeiten noch nicht ganz im Griff. Frau Hase wird nicht begeistert sein.

Illustration:
Tiemo Wydler

«Ich habe eine Idee!», rief Tabea da. Sie zog etwas unter ihrem Mantel hervor. Es war ein Buch. «Du hast es mitgenommen?», fragte Andrin erschrocken, «aber das dürfen wir nicht!» Lena verdrehte die Augen. «Na und?», fragte sie. «In meinem Buch ist ziemlich viel drin, dass ihr nicht habt, da ich eine mächtigere Magie habe als ihr.» (Tabea war nicht besonders bescheiden.) «Da steht ausserdem, wie man magische Missgeschicke wiedergutmachen kann. Wir brauchen Marie», sie zeigte auf mich, «Max und alle die die eine Fähigkeit mit Wasser oder Feuer haben.» Die Gemeinten traten hervor. «Ihr müsst jetzt eure Fähigkeiten gegeneinander einsetzten. Das kann ziemlich gefährlich werden. Aber dann sollte alles andere, dass ihr angerichtet habt, wieder normal werden, da ihr fest auf etwas konzentriert seid. Ich könnte mir vorstellen, dass jemand vorbeikommt, dann muss Marie ihre Kraft nutzen, und Max muss ihr sagen was die Leute denken.» Und dann ging es los. Es blitzte und loderte und krachte, zwischen den Wasser- und Feuerkräften. Da hörte ich Schritte. Schnell machte ich mich bereit, meine Kräfte einzusetzen.

In diesem Moment gab es einen lauten Knall. Der Mann blieb stehen, und lief dann wieder zurück. Ich habe ihn mit Gedankenkraft dazu gebracht. Die, die gegeneinander gekämpft haben, stiessen auseinander und fielen um. Der Raum wurde wieder kühler und alle anderen beugten sich über die Bewusstlosen. Luisa konnte ihnen neue Kraft geben, um aufzustehen. Gerade als alle standen, kam Frau Hase und rief: «Ihr habt die Prüfungen der magischen Zusammenarbeit bestanden!» «Das war nur eine Prüfung?», rief ich. «Ja, und nämlich eine sehr Schwierige, die ihr gut gemeistert habt», antwortete Frau Hase lächelnd.