Klub der jungen Dichter

Wie ein Kuss mir das Leben rettete

Mia Maron, Luzern, erzählt im «Klub der jungen Dichter» wie ein Mädchen und ein Junge aus einem Waisenheim fliehen und wie Tiere sich liebevoll um die beiden Ausreisser kümmern.

Mia Maron, Luzern, 6. Primar
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Mia Maron, Luzern, 6. Primar

Mia Maron, Luzern, 6. Primar

Die Nacht war kalt und stürmisch, als das Abenteuer begann. Malin spähte unter der Decke hervor, alle anderen Mädchen im Schlafsaal schienen zu schlafen. Malin hasste ihr Leben in diesem Waisenheim. Ständig wurden sie gezwungen, schreckliche Dinge zu tun. Erst letzten Donnerstag musste ein Kind in ein Museum einbrechen und dabei jemanden schwer verletzten. Alle Kinder in diesem Heim waren besonders, sie besassen verschiedene magische Fähigkeiten, nur deshalb wurden sie eingesperrt und gequält. Malin hatte beschlossen abzuhauen.

Als sie in den Gang schlich, war alles unheimlich und dunkel. Plötzlich ging eine Tür auf. In der Tür stand eine Silhouette. «Ist da jemand?», fragte eine Jungenstimme. Es war Noah. «Was machst du hier?», fragte Malin leise. Noah erwiderte: «Ja, abhauen natürlich!» Und so schlichen sie gemeinsam Richtung Ausgang. An der Tür standen zwei grosse Wachen, die aufpassten, dass niemand rein oder raus kam. Noah nahm ihre Hand und sie flogen los, denn das war seine magische Fähigkeit. Hinter ihnen hörte Malin die Wächter rufen: «Die hauen ab!» Malin zitterte vor Angst, was würde mit ihnen passieren, wenn sie gefangen würden?! Die Wächter verfolgten sie mit einem Auto. «Wir müssen über den Berg, das verschafft uns Zeit.» Über dem Berg war es enorm windig. Sie würden nicht viel vor den Verfolgern am Hang sein. Und genauso war es. Als das Auto am anderen Hang war, flogen sie genau über ihnen! Da schoss plötzlich jemand mit der Pistole auf sie! Noah versuchte auszuweichen, aber die Kugel streifte Malin am Hals. Noah schrie. «Nein! Du darfst nicht sterben! «Malin zwang heraus: «Du musst Hilfe finden!» Schon kamen die nächsten Schüsse, und Noah flog, so schnell er konnte, davon. Nach ungefähr einer Stunde traute Noah sich zu landen. Er ging zu einem Bach und säuberte Malins Wunden. Er machte einen Verband aus Kleidungsfetzen. Plötzlich entdeckte er ein Mäuschen, das mit den Pfötchen wedelte und nach Westen zeigte. Nach Westen hiess, auch weg von den Verfolgern.» Geh mit ihr.», sagte Malin und Noah folgte ihr.

Die Maus stoppte auf einer Lichtung. Auf der Wiese wimmelte es nur so von Tieren! Noah legte Malin ins Gras und schaute sich um. Die Tiere sind um sie versammelt und kümmern sich liebevoll um sie. Es ging ihr sofort viel besser. Sie unterhielt sich mit einem Kaninchen, einem Hirsch und einer Ameise. «Ich habe ihnen erzählt, was passiert ist, sie wollen uns helfen!», sagte Malin. «Sie spinnen ein Netz, schau es ist schon fast fertig», Malin zog ihn zu einem gigantischen Netz aus Blättern, Gräsern und noch vieles mehr. Über ihnen kreiste ein Spatz.» Er sagt alarmiert: «Sie sind gleich da!» Noah drehte sich zu Malin und flüsterte ihr ins Ohr: «Pass auf dich auf!» Und plötzlich küssten sie sich. Da schrie Malin auf: «Achtung eine Kugel!» Eine Kugel war haarscharf an Noah vorbeigeschwirrt. Wenn er Malin nicht geküsst hätte, wäre er jetzt wahrscheinlich tot. Doch Gottseidank waren die Verfolger schon im Netz. Der restliche Tag verging wie ein Traum. Da war wohl doch mehr als nur Freundschaft zwischen ihr und Noah. Das merkte man schon daran, dass sie die ganze Zeit Händchen hielten. Sie legten auf das Bündel mit den Verbrechern einen Zettel, auf dem stand: SCHAUT BEI DER ADRESSE: MÜHLENSTRASSE 33 VORBEI! Dort war das angebliche «Kinderheim». Jetzt würde alles gut werden. Malin und Noah schlenderten in Richtung der Lichtung. Sie wurden begleitet von allen möglichen Tieren. Noah und Malin sahen einander in die Augen und lächelten.