«Klub der jungen Dichter»: Der Verrat

Zaid Stauffer erzählt im «Klub der jungen Dichter», wie ein Plan, rasch reich zu werden, an der Liebe scheitert.

Zaid Stauffer, Emmenbrücke, 6. Primar
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Zaid Stauffer.

Zaid Stauffer.

Abdel putzte, putzte und putzte. Er war als eine Reinigungskraft angestellt und war 35 Jahre alt. «Seit drei Jahren bin ich als diese verdammte Reinigungskraft angestellt», murmelte Abdel vor sich hin. «Tja, da kannst du leider nichts machen, du hast dich für diesen Job entschieden», antwortete die Besitzerin eines Luxushauses in Dubai, die mitgehört hat. Abdel träumte davon, auch in einem Luxushaus zu leben. Die Realität sieht leider anders aus. Er lebt in einem kaputten Haus, umzingelt von reichen Leuten.

Es ist Feierabend, und Abdel beschliesst, ein bisschen in der Stadt herumzuschlendern. Jedes Mal kommt er an einem Juwelier vorbei, der exquisite Sachen verkauft. Abdel hatte Gier nach Schmuck, jedoch kein Geld. Mit traurigen Augen ging er weiter. Auf einmal sieht er von weitem den Burj-Khalifa. Seine Gier nach Schmuck spiegelte sich im Glas vom Burj-Khalifa. Er fühlte sich wie im siebten Himmel, als er an den riesigen Turm starrte.

In diesem Moment wurde ihm eines klar. Er hatte ein Konzept, das ihn über Nacht reich machen könnte. Sofort ging er nach Hause und schaute sich die Pläne des Turmes an.

Einen Tag später:

Sein Wecker klingelt, direkt steht er auf und machte sich an die Arbeit. Axt, Pistole, Pfefferspray, ein Sack und ein Brecheisen, alles hatte er bereit für den legendärsten Einbruch aller Zeiten. Abdel hastete die Strasse entlang und sah den Giganten vor sich. Als er näher lief, zog er sich eine Skimaske an, und ganz nervös ging er in den Eingang des Hotels. Sein Puls steigt. Aus seiner Tasche nimmt er eine Rauchbombe hervor und zündete sie an, «Booom» und alles voller Rauch! Jetzt ging alles sehr schnell. Alle Hotelgäste kamen schreiend aus dem Hotel gesprungen.

Abdel nützte den Moment aus und ging direkt in den Speisesaal. Dort räumte er das Silbergeschirr vom Tisch und warf es in den Sack. Als Nächstes hatte er die Hotelzimmer auf dem Plan. Abdel rannte den Flur entlang und nahm den Lift in den oberen Stock, wo die VIP-Zimmer waren. Die Axt half ihm dabei, das Schloss aufzubrechen. Er suchte das Portemonnaie und die Handys, die dort rumlagen. Auch die anderen Zimmer durchwühlte er wie am Fliessband. In der Ecke sieht er eine Kamera und deckte sie sofort zu. Er geht aus dem Zimmer, und plötzlich steht eine Frau vor ihm. Er schaut sie an, und auf einmal steht alles still. Ihre Schönheit hat ihn erfasst. Sie erwidert den Blick von Abdel und fragt: «Was machst du hier?» – «Ich hörte den Alarm und wollte wegrennen», sagte Abdel. – «Was ist in deinem Sack?», fragte die Frau. «Okay, ich gebe es zu, ich hatte vor, etwas zu stehlen.» Abdel erklärt seine Lebenssituation. Abdel tat der Frau leid, sie wusste jedoch, dass sie ihn nicht gehen lassen konnte. Abdel wusste, dass er die Frau überwältigen konnte, weil er grösser und stärker war, aber er konnte es nicht tun, weil er sich direkt in die Frau verliebte. Er konnte es einfach nicht tun. Abdel sagte der Frau, wie schön sie ist. Die Frau sagte: «Komm, gehen wir zusammen raus, und ich bring dich nach Hause.» Abdel vertraute ihr und folgte seinem Herzen. Gerade als sie aus der Tür kamen, sah er die Polizei und wurde festgenommen.

Die Frau hat ihn verraten. Er war durch die Liebe blind geworden.

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Nicht weniger als 4926 Geschichten sind für den «Klub der jungen Dichter» 2019 eingegangen. Zur Auswahl standen das Thema «Liebe macht blind» sowie ein Textanfang. Wir publizieren täglich zwei der besten 40 Geschichten. Sobald sie in der Printausgabe unserer Zeitung erschienen sind, finden Sie die Texte auch unter www.luzernerzeitung.ch/dichter. Sie, liebe Leserinnen und Leser, können mitvoten: Wir vergeben einen Publikumspreis für den Text, der auf unserer Homepage am meisten angeklickt worden ist. Hat Ihnen also ein Text gefallen, wählen Sie diesen online an. Sie können ihn auch etwa via Facebook weiterempfehlen und so die Klickzahlen noch erhöhen. Die Preisträgerinnen und Preisträger geben wir Mitte Dezember bekannt. Wir danken allen Autoren, ihren Angehörigen und Lehrpersonen.