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50 Kilometer Velo gefahren – um Gold zu suchen

Der Lagerbesuch bei der Pfadi Winkelried Stans-Ennetmoos in Merlischachen zeigt wilde Cowboys auf Goldsuche. Um in den «Wilden Westen» zu gelangen, mussten die Kinder auf «Pferden» strampeln.
Chiara Stäheli
Die Kinder der Pfadi Winkelried Stans-Ennetmoos bei einem Lagerspiel. (Bild: Jakob Ineichen, Merlischachen 10. Juli 2018).

Die Kinder der Pfadi Winkelried Stans-Ennetmoos bei einem Lagerspiel. (Bild: Jakob Ineichen, Merlischachen 10. Juli 2018).

Kariertes Hemd, Lederstiefel, grosser Hut und Pistole: Die Kleiderordnung der Pfadi Winkelried Stans-Ennetmoos lässt unmittelbar auf das diesjährige Lagerthema schliessen. Unter dem Motto «Lucky Wild Wild West» gehen die Cowboys und -girls in ihrem zweiwöchigen Lager in Merlischachen auf Goldjagd.

Angereist sind sie auf ihren Pferden – in der zivilisierten Schweiz sind das die Velos. Knapp 50 Kilometer haben die 44 Mädchen und Knaben am vergangenen Sonntag zurückgelegt. Entsprechend müde waren einige nach der Ankunft: «Nach der fünfstündigen Velotour mussten wir auch noch alle Zelte aufbauen, damit wir überhaupt einen Platz zum Schlafen hatten. Das war dann schon sehr anstrengend», sagt etwa Mia Wyder aus Stans, die zum ersten Mal im Lager dabei ist. Dennoch schätze sie «den coolen Lagerplatz und die super Leiter».

Als Cowboy ist man schnell verkleidet

Seit der Ankunft haben die Teilnehmer laut Lagerleiter Cyrill Amrein bereits einiges erlebt: «In den ersten Tagen haben wir viel Zeit in den Aufbau unseres Lagerdorfs ‹Winkeltown› investiert. Auf der Goldsuche haben wir auch schon unser erstes Gold gefunden.» Damit es nicht beim aktuellen Goldbestand bleibt, absolvieren die acht Gruppen am Dienstagmorgen während unseres Besuchs einen Postenlauf. Dieser schult die Pfadikinder in sämtlichen Fähigkeiten, die ein guter Goldgräber braucht. So gilt es etwa, den Boden mit einem Holzpfahl gezielt aufzulockern. «So kommt man besser ans Gold», sind sich die Knaben der Gruppe Wisel sicher.

Dass sich die Stanser und Ennetmooser Pfadi für den Wilden Westen entschieden hat, kommt laut Lagerleiter Amrein nicht von ungefähr: «Es ist ein Thema, das wir den Kindern auf einfache Art und Weise nahebringen können. Das Leben als Cowboy ist fassbar – und man ist schnell verkleidet.» Den grossen Aufwand, den die Lagerleitung auf sich genommen hat, erkennt man in «Winkel­town» sofort: Die Zelte – sogenannte ­Sarasani – entsprechen cowboygetreuen Betrieben. Nebst Post und Bank finden sich dort auch ein Saloon, ein Casino sowie eine Kavallerie. Jede Gruppe hat ein eigenes Zelt. Im aktuellen Lager sind sechs Knaben- und zwei Mädchen­gruppen mit dabei, wobei alle altersdurchmischt sind.

25 Bilder

Bilder aus dem Lager der Pfadi Winkelried Stans in Merlischachen

Täglich muss jede Gruppe ihr zugeteiltes Ämtli ausführen. Eines davon ist die Nachtwache. «Dabei sind wir während der ganzen Nacht auf und schauen zum Lagerplatz. Dann können wir halt nicht so viel schlafen», erklärt Kira Kaiser aus Ennetmoos. Die Zeit gehe aber dennoch schnell vorbei, denn es gebe ein Nachtwachebuch, in das Geschichten geschrieben und Bilder gezeichnet werden können.

Wer nicht gerade die Aufgabe der Nachtwache zugeteilt bekommt, hilft beim Abwaschen, WC-Putzen, Zeltaufräumen oder beim Abfalleinsammeln.

Kein fliessendes Wasser auf dem Lagerplatz

Damit sich die Goldgräber jeden Tag frisch gestärkt auf die Suche nach Gold machen können, kocht ein fünfköpfiges Küchenteam täglich feine Gerichte. Am Dienstagmittag steht Kartoffelgulasch auf dem Menüplan. Zum Dessert geniessen die Leiter und Kinder die Nussschnecken der Confiserie Bachmann und die Ramseier-Apfelschorle, die unsere Zeitung zum Lagerbesuch mitgebracht hat.

Einer Herausforderung müssen sich die Lagerköche immer wieder aufs Neue stellen: Es gibt kein fliessendes Wasser auf dem Lagerplatz oberhalb von Merlischachen. «Bis jetzt klappt es aber ziemlich gut. Wir haben einen grossen Wassertank, den wir immer wieder mit ­Wasser vom Bauern nebenan auffüllen können», sagt Cyrill Amrein.

Am Nachmittag geht’s für die Pfadi in die Badi. Der nahe gelegene See macht es möglich, den Weg mit den «Pferden» zu meistern. Diese stehen während der zwei Wochen im Dauereinsatz. Denn schon bald machen sich die Gruppen auf ihre zweitägige Velotour. Und auch der Rückweg nach Stans erfolgt mit den Velos – zumindest diejenigen Abschnitte, die nicht mit der Fähre absolviert werden können.

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