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Altdorfer Mädchen rüsten sich für den Kampf

Im Lager des Blauring Altdorf herrschen die Gegensätze: Während der Lagerplatz nicht ruhiger gelegen sein könnte, schenken sich die 47 Mädchen nichts beim «Fighter-Game».
Niels Jost
Mädchen des Blauring Altdorf bereiten sich mit der Kriegsbemalung auf das «Fighter-Game» vor. (Bild: Corinne Glanzmann, Buttisholz 16. Juli 2018)

Mädchen des Blauring Altdorf bereiten sich mit der Kriegsbemalung auf das «Fighter-Game» vor. (Bild: Corinne Glanzmann, Buttisholz 16. Juli 2018)

Idyllischer könnte er kaum gelegen sein, der Lagerplatz des Blauring Altdorf. Auf einer Waldlichtung zwischen Buttisholz und Oberkirch, mit einem Ausblick auf das weit entfernte, hügelige Napfgebiet, reiht sich Zelt an Zelt. Im kühlen Schatten der haushohen Tannen knüpft eine Gruppe Mädchen farbige Bänder, andere summen ein Lied vor sich hin. Viel mehr als dieses entspannende Lagerleben ist bei der brennenden Mittagssonne auch kaum zumutbar – könnte man meinen.

Denn ehe man sich’s versieht, kommt der Rest der 47 Mädchen aus allen Ecken des Waldes hergerannt, versammelt sich für das anstehende «Fighter-Game». Wildes Kreischen und Umherrennen lösen die idyllische Ruhe ab. Ja, auch Blauring-Mädchen mögen Action!

Selber einen Schlafplatz suchen

Doch der Reihe nach. Zwei Wochen lang ist der Blauring Altdorf im Lager. «Die Kinder lernen hier, gleichzeitig selbstständig zu sein und in der Gruppe zu funktionieren», sagt Scharleiterin Eliane Furger (20). So müssen die Mädchen beispielsweise auf einer zweitägigen Wanderung in Gruppen eigenhändig eine Übernachtungsmöglichkeit finden. «Viele versuchen bei einem Hotel ihr Glück. Doch die Zusage erhalten sie dann meistens bei einem Bauern im Stall oder bei einer Schule in der Turnhalle.»

«Geniesse es, in der Natur zu sein»

Das Programm scheint anzukommen. «Ich geniesse es, in der Natur zu sein und mal auf jeglichen Luxus zu verzichten», sagt Annalena Truttmann. Die 15-Jährige ist seit der zweiten Klasse im Blauring. Das Sommerlager sei jeweils der Höhepunkt, findet sie. Kollegin Eva Planzer pflichtet ihr bei: «Hier trifft man Gspändli, die man sonst nicht mehr so oft sieht», sagt die 16-jährige Gymnasiastin, während sie mit einer Gruppe Mädchen eine Burg errichtet. Militärblachen zusammenknüpfen, Schnüre spannen, Heringe einschlagen. Die Handgriffe sitzen. Man merkt schnell: Die Altdorfer Mädchen wissen, was sie tun.

(Bild: Corinne Glanzmann (Buttisholz, 16. Juli 2018))
(Bild: Corinne Glanzmann (Buttisholz, 16. Juli 2018))
(Bild: Corinne Glanzmann (Buttisholz, 16. Juli 2018))
(Bild: Corinne Glanzmann (Buttisholz, 16. Juli 2018))
(Bild: Corinne Glanzmann (Buttisholz, 16. Juli 2018))
(Bild: Corinne Glanzmann (Buttisholz, 16. Juli 2018))
(Bild: Corinne Glanzmann (Buttisholz, 16. Juli 2018))
7 Bilder

Blauring Altdorf schlägt seine Zelte im Buttisholzer Wald auf

Mit der Burg wappnet sich die Gruppe gegen feindliche Eindringlinge. Das Spiel ist schnell erklärt: Gesammelt werden farbige Korkzapfen, welche irgendwo auf dem idyllischen Lagerplatz versteckt sind und die in der Burg zwischengelagert werden können. Je mehr man sammelt, desto mehr «Geld» erhält man von der Bank. Auf dem Weg dorthin kann man jedoch überfallen werden. Das geht alles andere als zimperlich vonstatten: Zu dritt stürzen sich Mädchen auf ein anderes, welches die Zapfen in Sicherheit bringen möchte. Es wird gerungen, gezerrt, gekreischt – und viel gelacht. Trotz des «Fights» wird Fairness hochgehalten. «Ich mag solche Wettkampf-Spiele, da man gemeinsam in einem Team agiert», sagt die zehnjährige Joana Herger. «Wir geben alles!», ruft Annalena dazwischen.

Während die Spuren des «Fights» nach dem Spiel noch beseitigt werden müssen – die Kriegsbemalung und die eingefangenen Zecken –, erholt sich die Schar beim Dessert, welches unsere Zeitung beim Besuch mitgebracht hat: Nussschnecken von der Confiserie Bachmann und Apfelschorle von Ramseier. Mit gestilltem Hunger und Durst kehrt auch wieder die Ruhe auf der Waldlichtung ein. Gestärkt kann die Schar auch die letzten Lagertage angehen – und dann warten, bis der nächstjährige Höhepunkt wieder ansteht.

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