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Die Pfadi hat weltweit über 40 Millionen Mitglieder

Der Luzerner Walter Hofstetter amtete im Vorstand des Pfadi-Weltkomitees. Er weiss: Dass Mädchen und Knaben zusammen in der Pfadi sind, ist keineswegs selbstverständlich.
Noemi Imholz*
Pfadi-Kinder im Kantonslager in Escholzmatt. (Bild: PD/Dimitri Gwinner v/o Sherpa)

Pfadi-Kinder im Kantonslager in Escholzmatt. (Bild: PD/Dimitri Gwinner v/o Sherpa)

Walter Hofstetter alias Hööggli ist nicht nur eine grosse Unterstützung im Ressort Food im Kantonslager, seine persönliche Pfadikarriere macht ihn zu einer Ansprechperson für internationale Pfadifragen. Unter anderem war er von 1991 bis 1997 Präsident der Pfadibewegung Schweiz (PBS) und von 1999 bis 2005 im Vorstand des Weltkomitees.

Die Pfadi zählt weltweit über 40 Millionen Mitglieder und ist in fast allen Ländern vertreten. Die grösste Jugendbewegung der Welt ist in zwei Verbänden organisiert: Die World Organization of the Scout Movement (WOSM) und die World Association of Girl Guides and Girl Scouts (WAGGGS). WOSM wurde 1920 gegründet, zählt über 30 Millionen Mitglieder und sieht sich als globale Erziehungsbewegung. WAGGGS wurde 1928 gegründet und hat etwa 10 Millionen Mitglieder. Die Organisation nimmt ausschliesslich Frauen auf, sieht sich als Emanzipationsbewegung und setzt sich für die Geschlechtergleichstellung ein.

Während WOSM früher nur männliche Pfadfinder aufnahm, hat sich die Organisation in den Neunzigern auch für Pfadfinderinnen geöffnet. Ein Schritt nach vorne, laut Hööggli, der sich während seiner Amtszeit im Weltkomitee für die Zusammenlegung der beiden Verbände eingesetzt hatte. Der Zusammenschluss ist allerdings bis heute nicht geglückt. Gründe dafür liegen hauptsächlich in den USA, so Hööggli: «WAGGGS besteht zum grössten Teil aus amerikanischen Mädchenpfadis, welche sich gegen die Fusion wehren. Zusätzlich bestehen die Männerpfadis in den USA zu rund 40 Prozent aus Mormonen, für welche ein Zusammenschluss der beiden Organisationen unvorstellbar ist.»

Die Geschlechterdurchmischung, wie sie in der PBS gepflegt wird, sei fortschrittlich und keineswegs weltweit verbreitet. Während Pfadis global Gemeinsamkeiten wie Pfadihemd und Pfadiwerte teilen, unterscheiden sie sich regional enorm. In Europa ist die Pfadi als Jugendverein und Freizeitorganisation mit erzieherischen Zielen bekannt. Anderswo nimmt die Pfadi eine weitaus ernstere Stellung ein: In Entwicklungsländern hilft sie etwa beim Bau von Wasserversorgungen, informiert über Hygiene oder Aids und baut Kindergärten auf. Hööggli ist merkbar stolz auf die Pfadi weltweit, lobt aber die Arbeit der Pfadibewegung Schweiz besonders: «Die PBS bereitet Pfadis auf einem enorm hohen Niveau auf ihr Leiterdasein vor.»

Vielleicht ist es diese Leiterausbildung, die bereits junge Personen zum Leiten befähigt. Denn laut Hööggli hebt sich die Schweiz mit einem sehr tiefen Durchschnittsalter der Leitenden von vielen anderen Ländern ab. Etwas, worauf die Pfadi stolz sein kann, meint Hööggli: «Hier organisieren junge Leute ein Kantonslager für fast 2500 Leute. In den meisten Ländern wäre dies eine Aufgabe für jemanden in meinem Alter.» Schmunzelnd ergänzt der 61-Jährige: «Die Vorstellung, in meinem Alter noch eine Aktivität im Wald zu leiten, ist für mich absurd, doch rund um den Globus absolut normal.»

*Hinweis: Während des Kantonslagers Luzern 2018 berichten die Organisatoren jeden Tag über ein selbst gewähltes Thema. Das Lager dauert noch bis zum 28. Juli.

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