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René Leupi über das 24-Stunden-Rennen in Schötz: «Der Anlass müsste einen nächsten Schritt machen»

Über 20 Jahre ist René Leupi Speaker der «24 Stunden» von Schötz und macht sich Gedanken zu deren Zukunft.
Interview: Ernesto Piazza
Velofahren in der Dämmerung: Ein malerischer Moment beim 24-Stunden-Rennen in Schötz.Bild: Boris Bürgisser (Schötz, 8. August 2015)

Velofahren in der Dämmerung: Ein malerischer Moment beim 24-Stunden-Rennen in Schötz.Bild: Boris Bürgisser (Schötz, 8. August 2015)

Am Wochenende erlebt Schötz die 26. Austragung des 24-Stunden-Rennens. René Leupi (65) ist ein Mann der ersten Stunde. Der Leiter Regionalsport unserer Zeitung war als Speaker bei über 20 Austragungen dabei und spricht über die Entwicklung des Anlasses und gibt einige Anekdoten preis.

René Leupi, Speaker 24-Stunden-Rennen

René Leupi, Speaker 24-Stunden-Rennen

Wie sind Sie überhaupt zum Speaker gekommen?

René Leupi: Der Veloclub Schötz suchte Ende der 70er-Jahre für das Innerschweizer Mannschaftsfahren einen Speaker. Und da ich dem Verein angehörte, sprang ich ein. So auch, als 1993 das 24-Stunden-Rennen ins Leben gerufen wurde. Aus einem Jahr sind mittlerweile mehr als 20 geworden.

Haben Sie eine Ausbildung gemacht oder kann man Sie als Naturtalent bezeichnen?

Eine gewisse Affinität für den Sport ist sicherlich von Vorteil. Zudem habe ich bei Karl Erb einen Speaker-Kurs absolviert. Er ist auf diesem Gebiet eine Legende und beeindruckte mich tief. Erb konnte beispielsweise gleichzeitig links und rechts schreiben und dazu noch die Fernsehzuschauer unterhalten.

Wie hat sich das Speakern gegenüber früher verändert?

Früher standen nur wenige Hilfsmittel zur Verfügung. Anfangs führten die Fahrer ein Säckli mit Legosteinen mit sich. Bei jeder Zieldurchfahrt mussten sie einen der Steine in ein Bassin werfen. Dieser wurde dann registriert und ergab die Rundenzeit. Zwischenstände standen so nur zu jeder vollen Stunde zur Verfügung. Heute sind die Fahrer mit einem Chip versehen und die Rundenzeiten und Platzierungen sind mit jeder Zieldurchfahrt ersichtlich.

Gibt es Ereignisse, die Ihnen speziell in Erinnerung geblieben sind?

Der Weltrekord von Marcel Renggli. Er fuhr 2010 – damals noch auf der Strasse – ohne je vom Rad zu steigen in 24 Stunden sagenhafte 995 Kilometer. Oder ein gewisser Toni Rominger bestritt in Schötz im Mannschaftsfahren eines seiner ersten Radrennen. Drei, vier Jahre später gehörte er zur Weltelite.

Sie reden vom Strassenrennen. Heute ist der Anlass ein Mountain-Bike-Event.

Genau, ab 2009 wurde das Bikerennen parallel zum Strassenevent eingeführt. Ich bin wohl nicht der einzige, der das Strassenrennen, das 2011 letztmals ausgetragen wurde, vermisst. Dies nicht zuletzt wegen der Stimmung entlang der Strecke. Ich begreife aber die Organisatoren, dass sie die Verantwortung nicht mehr übernehmen wollten. Wenn ich bedenke, dass es Unverbesserliche gab, die nachts auf einem Abschnitt Schachtdeckel abhoben. Oder ein Lastwagenfahrer ignorierte in Alberswil einen Streckenposten, weil er auf einem Hof wie jeden Sonntag die Milch abholen wollte – zum Glück alles ohne Folgen.

Diese Gefahren sind gebannt.

Richtig – und trotz der Änderung bin ich vom Anlass nach wie vor fasziniert. Speziell ist dabei der Samstagabend. Die Fahrer drehen ihre Runden und daneben steigt ein riesiges Fest. Das ist für mich eine einmalige Symbiose.

Was kriegen Sie vom Fest mit?

Einiges. Bis um 23 Uhr wird gespeakert. Und es kam schon vor, dass ich am Sonntagmorgen heiser war – aber nicht vom Reden am Mikrofon ...

Wie sehen Sie die Zukunft des Schötzer Rennens?

Ich glaube, der Anlass müsste einen nächsten Schritt machen. Ansonsten befürchte ich, dass er stagniert oder dass es ihn in einigen Jahren nicht mehr gibt.

Das heisst?

Es sollte wohl wieder eine zweite Disziplin dazukommen. Beim jetzigen Laufboom stellte ich mir beispielsweise Rad und Laufen als Kombination vor. Das würde dem Event neues Blut verleihen.

Hinweis: Weitere Infos zum Anlass gibt es unter: www.24stundenrennen.ch.

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