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Interview

Rückblende mit Sergio Sardella: «Ich gehörte nie zum Typ Mädchenschwarm»

Der Komiker Sergio Sardella erinnert sich an seine «illegale» Grenzüberschreitung nach Frankreich. Prompt wurden Sardella und Kumpanen von einem Gendarmen erwischt. Zum Glück ging die Geschichte gut aus.
Interview: Simon Mathis
Sergio Sardella früher und heute. (Bilder: PD)

Sergio Sardella früher und heute. (Bilder: PD)

An welches Lager erinnern Sie sich besonders gerne zurück?

Als Secondo ist das Lagerleben im Sommer an mir vorbeigerauscht. Wir sind mit der Familie immer nach Italien gefahren und ich konnte als Kind der 70er Jahre vorerst keine Lagererfahrungen sammeln. Mein erstes Schullager war dann effektiv im Teenager-Alter, als wir eine Woche in St.-Gingolph am Genfersee verbrachten und in einer Projektwoche das Leben im Dorf auf der Grenze, wo die Staatsgrenze zwischen Frankreich und der Schweiz mitten durchs Dorf verlief in einer Projektwoche erörterten. In Gruppenarbeiten machten wir vor Ort Interviews zu Themen wie Schule, Alltag, Arbeit, Politik, Kultur und Sport in einem Dorf, das in zwei Ländern stand. Unsere Arbeiten und Erfahrungen mit St.-Gingolph wurden sogar mit einer Doppelseite als Bericht in der damaligen LNN publiziert.

Welches Ereignis aus diesem Lager wird für Sie unvergesslich bleiben?

St.-Gingolph liegt auf der Grenze und hat einen offiziellen Grenzübergang mit damals noch Zoll- und Passkontrolle. Trotzdem gab es im Dorf einige unbewachte, grüne Grenzübergänge. Wie wir halt waren, nutzten wir als Schüler lieber diesen als den offiziellen Weg an der Staatsmacht vorbei. Revoluzzer unter dem Motto «No Risk – No Fun» ... Wie es auch nicht anders sein konnte, wurden wir dann nach dem x-ten «illegalen» überschreiten der Staatsgrenze plötzlich von einem französischen Gendarmen erwischt. Mein spanischer Schulkamerad konnte sich zudem nicht ausweisen, weil er die ID im der Baracke liegen gelassen hatte. Ein Brimborium inklusive Überprüfung und Taschenkontrolle in der Gendarmerie ging los. Ich hatte damals echt schiss, dass wir mit rechtlichen Konsequenzen und vielleicht sogar Arrest rechnen mussten. Wer hätte das unseren Lehrpersonen – geschweige denn unseren Eltern – plausibel erklären können?!

Was würden Sie lieber vergessen?

Nun ja, die hygienischen Verhältnisse bei Toilettengang und Dusche bleiben uns wohl allen in Erinnerung. Da waren wir nicht weit entfernt von den gefürchteten, italienischen Stehtoiletten ...

Welche Rolle spielten Sie während des Lagers?

Ich spielte in der Schulzeit bereits die Rolle des Klassenclowns und Unterhalter: Lehrerparodien und Witzeerzählen waren meine Stärken. Ich gehörte nie zum Typ Mädchenschwarm und war eher der, den man mit den Worten «wir können ja Freunde sein» abspies ... Wobei humorvolle Männer bei den meisten Frauen sehr gut ankommen.

Haben Sie Ihre Eltern vermisst?

Eigentlich hat ich kein Heimweh und ich genoss die Zeit mit meinen Schulfreunden in vollen Zügen. Damals hatten wir weder Handy noch WhatsApp, zudem waren Münztelefone «teuer». Eine Postkarte aus St.-Gingolph musste ausreichen!

Alle «Rückblende»-Interviews auf einen Blick:

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