Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Interview

Rückblende mit Thomas Bucheli: «Ich hatte nie Heimweh – warum auch?»

Der SRF-Meteorologe Thomas Bucheli blickt zurück auf seine Lagerzeit. In Erinnerung bleibt ihm vor allem eine mysteriöse «Schmuggel-Nacht» in Graubünden.
Interview: Simon Mathis
Thomas Bucheli. (Bild: PD)

Thomas Bucheli. (Bild: PD)

An welches Lager erinnern Sie sich besonders gerne zurück?

Ein Entscheid über das «liebste» Lager ist schwierig: Jedes Lager war für mich speziell und bot eigene tolle Erlebnisse und Geschichten. An das Lager in Turtmann/VS mag ich mich noch etwas speziell erinnern, da dies mein erstes Lager war. Hier konnte ich grad noch das Ende der Barackenlager-Ära der Jungwacht Hitzkirch miterleben. Danach gab es nur noch Zeltlager – was mir deutlich besser gefallen hat.

Welches Lager-Ereignis wird für Sie unvergesslich bleiben?

Die «Schmuggel-Nacht» – ich glaub, das war in Rossa/GR – war sicher einer der Höhepunkte: Zunächst wurde das Essen immer karger. Dann erklärten uns die Leiter, dass wir wegen eines «Streiks der Zöllner» kein Essen mehr geliefert bekommen. Deshalb mussten wir die Nahrung über die italienische Grenze ins Lager schmuggeln. Mitten in der Nacht schlichen wir gruppenweise durch den Wald – wenn auch weit weg von der Grenze, aber das war uns nicht bewusst. Wir mussten umherstreifenden «Polizisten» und «Profi-Schmugglern» ausweichen und darauf achten, dass wir nicht erwischt werden. Irgendwo in einer einsamen Waldhütte wurden unsere Rucksäcke von zwei bärtigen Gestalten in langen Mänteln mit Reis, Brot und mehr gefüllt. Dann ging es durch den dunklen Wald zurück. Am nächsten Tag gab es endlich wieder reichhaltiges Essen – und wir waren unglaublich stolz auf uns und über unsere Kühnheit …

Und was würden Sie lieber vergessen?

Keine Ahnung. Vielleicht habe ich das bereits vergessen.

Welche Rolle spielten Sie während des Lagers?

Es gab sicher noch grössere Draufgänger, aber ich habe das Lagerleben immer sehr genossen. Ich hatte nie Heimweh – warum auch? Alle meine besten Freunde und Kollegen waren ja mit dabei, und so war täglich für Spannung, Abenteuer und Action gesorgt.

Haben Sie Ihre Eltern vermisst?

Am Sonntag zwischen den beiden Lagerwochen gab es jeweils den Besuchstag. Ansonsten kam sicher mal ein Fresspäckli von zuhause, aber sonst liessen uns die Eltern – zum Glück – in Ruhe. Und Handys gab es damals ja noch nicht.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.