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Interview

Rückblende mit Vera Kaa: «Mich hat grausames Heimweh geplagt»

Die Luzerner Sängerin Vera Kaa (59) hat ihren Sommer lieber auf dem Bauernhof verbracht als im Lager. Sie sei «überhaupt kein Lagermensch», sagt sie. Denn sie hatte Mühe, sich den strengen Regeln anzupassen.
Interview: Simon Mathis
Vera Kaa. (Bild: PD)

Vera Kaa. (Bild: PD)

Vera Kaa, wie blicken Sie auf Ihr Lagerleben zurück?

Vera Kaa: Ehrlich gesagt war und bin ich überhaupt kein Lagermensch.

Weshalb nicht?

Ich bin zwar eine kommunikative Person und gerne unter Leuten, aber im Lager waren es mir dann doch zu viele Leute. Als Familienmensch hat mich als Kind immer grausames Heimweh geplagt.

Wie äusserte sich dieses Heimweh?

Mit ungefähr sieben ging ich in ein Skilager. Für mich war das eine grenzwertige Erfahrung. Ich fühlte den Druck, mich den Regeln anpassen zu müssen. Für eine Individualistin wie mich ist das schwierig. Ausserdem gab es am Morgen immer verwässerten Kakao. (Lacht.) Dann kam noch ein Missgeschick dazu: Ich trat auf eine Glasscherbe. Nach drei Tagen schickten mich die Leiter nach Hause. Da spürte ich zum ersten Mal überhaupt die «Längi Zit», von der mein neues Programm handelt.

Wie war das Wiedersehen mit Ihren Eltern?

Meine Eltern haben im erstem Moment mit mir geschimpft, weil ich es nicht «geschafft» habe. Aber ich für meinen Teil war einfach froh, wieder unter vertrauten Gesichtern zu sein.

Was haben Sie im Sommer unternommen, als andere im Lager waren?

Ich habe oft und gerne den Bauernhof meiner Tante Emma in Kastanienbaum besucht. Für mich als Stadtkind bedeutete der Bauernhof Freiheit. Ich konnte auf einen Baum klettern, dort stundenlang verweilen und die Umgebung betrachten, es war wunderbar. Bei den Verwandten war ich viel glücklicher als im Schullager.

Was war das Schönste auf dem Bauernhof?

Der Kontakt zu den Tieren. Ich werde nie vergessen, wie ich Reiten gelernt habe. Man hat mich damals einfach auf ein Ross ohne Sattel gesetzt. Ich musste mich dann an der Mähne festhalten, um nicht herunter zu fallen. Das finde ich schön: Das Vertrauen daran, dass es irgendwie schon klappt.

Was haben Sie nicht so gerne gemacht?

Äpfel und Birnen vom Boden auflesen fand ich nicht so toll. Aber beim Grasmähen habe ich immer gerne geholfen! Ich schätzte das einfache Leben, bei dem man aufeinander angewiesen ist. Dieses Gemeinschaftsgefühl ist meine schönste Erinnerung.

Wie erlebten Sie das Lager später als Mutter?

Bis heute scheinen mir viele Lagerregeln rigoros und einengend zu sein. Trotzdem: Im Gegensatz zu mir freuten sich meine Kinder immer aufs Lager.

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