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Interview

Rückblende mit Dominic Deville: «Ich liebe meine Eltern, aber das Sommerlager liebte ich noch mehr!»

Der Luzerner Komiker Dominic Deville hat in den Sommerlagern viele Rollen gespielt: Pirat, Sorgenkind, Draufgänger, Lagermami und Lagerpapi. «Ganz nach Bedarf», wie er sagt. Und wenn es irgendwo knallte, war er garantiert dabei.
Interview: Simon Mathis
Dominic Deville früher und heute. (Bilder: PD)

Dominic Deville früher und heute. (Bilder: PD)

Waren sie Pausenclowns, Unruhestifter oder fleissige Helferlein? Sehnten sie sich nach ihren Eltern – oder waren sie froh, diese für eine Weile los zu sein? Wir haben bekannte Zentralschweizer nach ihren Lagererlebnissen gefragt. Dabei kommt so manche Räubergeschichte zum Vorschein.

An welches Lager denken Sie am liebsten zurück?

Dominic Deville: Besonders gerne erinnere ich mich an ein Sommerlager in Wohlen 1992. Das Thema war Piraten. Wir bauten aus leeren Ölfässern und Planken richtige Flosse, um uns gegenseitig auf dem See zu verprügeln. Ein grosser Spass! Zwar trugen wir Schwimmwesten, aber es ging ganz schön wild zu und her. Gerade wenn ich bedenke, dass ich zu dieser Zeit Pfadileiter war und die ganze Verantwortung trug, schüttelt es mich im Nachhineien ab so viel Leichtsinnigkeit! Ich muss unbedingt herausfinden, was mein Sohn dieses Jahr im Lager für ein Thema hat. Hoffentlich nicht Piraten!

Welches Ereignis aus diesem Lager wird für Sie unvergesslich bleiben?

Neben den oben erwähnten Seeschlachten bekamen wir täglich viel Besuch. Viele Freunde reisten in diesen Sommerferien mit Interrail durch Europa. Fast alle kamen ein paar Tage zu uns ins Pfadilager zu Besuch. Es war ein grosses Kommen und Gehen. Einigen von ihnen gefiel es so gut, dass sie auf die grosse weite Welt verzichteten und am Wohlensee bei uns blieben. Vielleicht wurden sie auch von den Jungpfadern eingekerkert und dazu gezwungen. So genau weiss ich das nicht mehr.

Was würden Sie lieber vergessen?

Ich kann mich an ein paar Unfälle erinnern die zum Glück alle glimpflich ausgingen. Eine Kopfwunde, die genäht werden musste, eine Lebensmittelvergiftung oder ein einstürzender Hochbau samt Zelt. Einmal fiel ein Pfader von einem Baum und spürte anschliessend für ein paar Minuten seine Beine nicht mehr. Zum Glück nur aus Schock. Wir tauften den Jungen später auf den Namen «Ikarus».

Welche Rolle spielten Sie im Lager?

Ich glaube, ich durchlief diverse Stadien. Zuerst wohl Sorgenkind, da ich zum Beispiel meine Cornflakes mit Milch immer aus meinem Pfadihut ass. Ich glaube, der Gestank war entsetzlich. Später war ich dann Draufgänger und immer dabei, wenn es irgendwo knallte. Und schliesslich als Leiter dann «Lagerpapi» oder «Lagermami». Ganz nach Bedarf.

Haben Sie bei alledem Ihre Eltern vermisst?

Ich liebe meine Eltern. Aber das Sommerlager liebte ich noch mehr! Es gab nichts Tolleres für mich! Und schliesslich gab es ja den Elternbesuchstag und den Lagerdraht!

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