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Leserreise auf den Spuren von Odysseus

Gut gelaunt posierte die LZ-Lesergruppe auf ihrem Ausflug zum Vesuv, bevor sie eine Tour durch Neapel und seine vielen Gassen unternahm.bilder bettina schibli

Gut gelaunt posierte die LZ-Lesergruppe auf ihrem Ausflug zum Vesuv, bevor sie eine Tour durch Neapel und seine vielen Gassen unternahm.bilder bettina schibli

Mitte April führte die Leserreise der «Neuen Luzerner Zeitung» und ihrer Regionalausgaben nach Süditalien auf die sorrentinische Halbinsel. Auf der von Mondial Tours durchgeführten Reise entdeckten die 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Region Kampanien rund um den Golf von Neapel, die durch reizende Städte, wunderschöne Inseln und historische Stätten bezaubert.

Odysseus und die Sirenen

Über schwarzen Steilklippen aus vulkanischem Gestein liegt auf einer Tuffsteinterrasse gebettet Sorrent. In diesem malerischen Städtchen verbrachte der berühmte Tenor Enrico Caruso seinen Lebensabend. Und hier lag auch der Startpunkt für die erlebnisreichen Ausflüge auf der achttägigen LZ-Leserreise.

Die Halbinsel Sorrent zieht wegen ihrer traumhaften Sonnenuntergänge und der Orangen- und Zitronengärten Besucher aus aller Welt an.

Der Name geht auf den Mythos der Sirenen zurück, die durch ihren Gesang die Seefahrer verwirrten – dem Gesang konnten sich nur Odysseus und seine Begleiter entziehen. Daraufhin hätten sich die Sirenen in den Felsen mit dem Namen Li Galli auf der Südseite der ­Halbinsel verwandelt, so die Legende.

Mit Gesang verzauberte uns auch der Reiseleiter Francesco, der uns das berühmte Lied ­«Torna a Surriento» beibrachte und von der «schönsten Küste der Welt» schwärmte: der Amalfiküste.

Dahin fährt man am besten im Frühling oder Herbst, wenn die Temperaturen noch angenehm und die Städtchen und Strassen nicht so überfüllt sind. Dann ist ein Ausflug auf der berühmten Amalfitana, der schmalen, kurvigen ­Küstenstrasse, ein atemberaubendes Erlebnis.

Farbenfrohes Positano

Als eine der Perlen der Amalfi­küste, die zum Unesco-Welt­kulturerbe zählt, gilt das ehemalige Fischerstädtchen Positano. Farbenfrohe Häuser in Pastelltönen ziehen sich fast senkrecht die steilen Berghänge hinauf. Viele prominente Besucher machten Positano weltberühmt: Picasso, Elizabeth Taylor oder der Tänzer Rudolf Nurejew, der seinen Lebensabend auf Li Galli verbrachte.

Ein Bootsausflug entlang der Küste gibt einen anderen Blick auf die spektakulär gelegenen Städtchen frei. Etwa auf Amalfi, Hauptort des Küstenstreifens, einst Drehscheibe im Handel zwischen Orient und Okzident.

Das Wahrzeichen der Stadt ist der Dom aus dem 10. Jahrhundert, der arabisch-normannische Einflüsse aufweist und mit einer farbigen Mosaikfassade begeistert. Weiter ging es nach ­Ravello. Der heutige Luftkurort liegt hoch über dem Meer, eingebettet in eine harmonische Landschaft. Von der Villa Rufolo aus geniesst man einen fantastischen Ausblick.

Auf einer halbstündigen Schifffahrt steuerten wir auf einen weiteren Höhepunkt unserer Reise zu: Capri. Die Insel gilt als Inbegriff für Romantik – und das stimmt, wenn man sie frühmorgens oder abends besucht und sie nicht mit den Touristenströmen teilen muss. Mondän ist der Hauptort Capri mit seinen teuren Hotels und edlen Boutiquen. Wunderschön sind die Augustus-gärten mit ihren unzähligen Blumensorten und einem Ausblick auf die berühmten drei Faraglioni-Felsen, die rund 90 Meter in die Höhe ragen. Aber auch das etwas stillere Anacapri lohnte den Besuch. Den Bootsausflug zu den berühmten Grotten liessen sich die meisten Mitreisenden nicht entgehen.

Vesuv und Pompeji

Nach Capri und vor dem Besuch der Nachbarinsel Ischia mit ihrer üppigen Vegetation und den berühmten Thermalquellen ging es auf den «Hausberg» Neapels, den Vesuv. Bei einer Wanderung auf den noch immer aktiven Vulkan geniesst man ­einen spektakulären Blick auf den Golf von Neapel. Der Berg ist heute 1281 Meter hoch, die letzten 300 Höhenmeter müssen die Besucher zu Fuss erklimmen.

Wie gefährlich der Vesuv sein kann, davon zeugt Pompeji. Dessen Wohnhäuser, Tavernen, 267 Handwerksbetriebe und Villen mit wertvollen Mosaiken und Statuen wurden 79 n. Chr. innerhalb von nur drei Stunden unter einer vier Meter dicken Schicht aus Asche, Lava und Schlamm begraben. Heute können die Besucher etwa zwei Drittel der Ruinenstätte besichtigen, wobei die Ausgrabungsarbeiten noch andauern. Wertvolle Originalfunde sind im Archäologischen Museum in Neapel zu besichtigen.

Neapel und seine Wunder

Mit knapp einer Million Einwohner ist Neapel die ­drittgrösste Stadt Italiens. Sie zählt rund vierhundert Kirchen – und fast so viele Wunder. Das für die Neapolitaner wichtigste Wunder liegt im Duomo San Gennaro aus dem 13. Jahrhundert.

Hier werden die Reliquien des einstigen Bischofs von Neapel aufbewahrt, der um 305 einen Märtyrertod starb und bis heute wegen des sogenannten Blutwunders verehrt wird. Ein Spaziergang durch die pulsierende Altstadt mit ihren schmalen Gassen und kleinen Läden ist genauso ein Muss wie der Genuss einer Pizza Napoletana. Ob das herrlich mundende Fladenbrot vor einigen Jahrhunderten in Napoli erfunden wurde oder nicht, war unserer Gruppe ganz egal. Denn wie sagt der Italiener: «Se non è vero, è ben trovato.» Wenn es nicht wahr ist, so ist es doch gut erfunden.BETTINA SCHIBLI

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