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Blühendes auf unseren Alpenwiesen

Wiesen und Alpengärten prägen das Bild der Schweiz. Einfach mal hinsetzen, riechen, hinhören, staunen: Die bunte Flower Power macht uns glücklicher. Saison hat spezielle Plätze ausfindig gemacht und sagt, was uns da blüht.
Susanne Perren

Alpenveilchen:
Vom Seelisberg aufs Rütli

Kleine Kunstwerke: die Alpenveilchen. (Bild: Getty)

Kleine Kunstwerke: die Alpenveilchen. (Bild: Getty)

Alpenveilchen (Cyclamen europaeum) galten lange als altbacken, die niedrige Campingversion einer Alpenrose. Dabei sind die kalkliebenden krautigen Pflanzen mit den langen Blüten und dem behaarten Stiel kleine Kunstwerke. Wie die Blütenblätter spiralig eingerollt sind – die Urner nennen es Hasenöhrli – und der Blütenkopf zugleich nickt, ist eine Grossaufnahme wert. Einzig für die ätherischen Öle braucht es keine Nahbetrachtung: Wer etwa von Seelisberg den Waldweg aufs Rütli wählt, wähnt sich in einem Parfumladen.

Blütezeit : Juni bis September.

Arnika:
Vom Oberalppass zur Maigelshütte

Kann bei Verletzungen helfen: die Arnica. (Bild: Getty)

Kann bei Verletzungen helfen: die Arnica. (Bild: Getty)

Die echte Arnika (Arnica montana) wächst im Gebirge und hilft – äusserlich aufgetragen – bei Prellungen und Verstauchungen. Beim Hüttenaufstieg vom Oberalp (2044 m) zur Maigelshütte (2310 m) sticht ihr aromatischer Duft besonders entgegen. Überhaupt ist die leichte Tour ein Spaziergang durch eine Naturapotheke und für Familien mit kleinen Kindern geeignet (4,9 Kilometer, Gehzeit 2 Stunden). Arnika sind geschützt und haben es in sich: In Tinkturen und Salben ist das eigentlich giftige Blümchen unerlässlich.

Blütezeit: ab Juli

Frauenmantel:
Musenalp/Maria Rickenbach

Nützt bei Durchfall: der Frauenmantel. (Bild: Getty).

Nützt bei Durchfall: der Frauenmantel. (Bild: Getty).

Frauenmantel (Alchemilla xanthochlora) darf man pflücken. Für Schwester Franziska vom Kloster Maria-Rickenbach gehören die getrockneten Frauenmänteli, die je nach Stand der Vegetation zwischen Mitte und Ende Juni blühen, in jeden Kräutertee der Klosterkräuterei. Sie helfen bei Frauenleiden und nützen bei Durchfall und Migräne. Auf der Musenalp wächst auch Arnika (Arnica montana L.). Der gelbe Korbblütler ist geschützt, weshalb die Schwestern ihre göttlichen Bezugsquellen zur Herstellung der abschwellenden Arnikasalbe tunlichst geheim halten.

Blütezeit: Mitte bis Ende Juni

Frauenschuh:
Rossberg, Goldau

Im Bergsturzgebiet daheim: der Frauenschuh. (Bild: Getty)

Im Bergsturzgebiet daheim: der Frauenschuh. (Bild: Getty)

Bis zu 60 Zentimeter hoch wächst der gelbe Frauenschuh (Cypripedium calceolus). Die geschützte Orchidee leuchtet zwischen den Felsen der «Bergsturzspur» zum Rossberg hervor, wo es ihr besonders gut gefällt – der Rossberg weist die grösste Frauenschuhdichte der Schweiz auf. Einige Exemplare wachsen direkt am Weg. Wer die Pflanzen in Blüte erleben will, sollte zwischen Anfang Mai und Ende Juni unterwegs sein. Die Tour von Goldau via Bergsturz zum Wildspitz über die Langmatt nach Sattel–Ägeri ist anspruchsvoll: 1250 Meter Aufstieg, 988 Meter Abstieg.

Blütezeit: Mai bis Ende Juni

Wiesenknöterich:
Magerwiesen Golfplatz Küssnacht

Bringt Farbe in unsere Wiesen: der Wiesenknöterich.(Bild: Getty)

Bringt Farbe in unsere Wiesen: der Wiesenknöterich.
(Bild: Getty)

Es gibt ihn noch, den rosa blühenden Wiesenknöterich (Polygonum bistorta), der aussieht wie eine Designpaarung von Pfeifenputzer und Klobürste. Wir haben damals im Blauringlager sämtliche Vorräte an rosa Toilettenpapier aufgebraucht und Fränzi, sie war eine gute Performerin, damit eingewickelt, um im Ratespiel den Wiesenknöterich zu verkörpern. Niemand erkannte das dargestellte Wesen, das unserer Gruppe zugeteilt worden war. Vergissmeinnicht! Margerite! Glockenblumen! Das hätte uns gefallen. Inzwischen ist der Ruf des Knöterichs rehabilitiert. Wie keine andere Blume putzt er einen Wiesenblumenstrauss heraus, setzt Akzente – fern von Klo oder Pfeife –, und ohnehin ist Rosa auf Wiesen rar geworden. Nicht so in Küssnacht, wo rund um den Golfplatz prächtige Magerwiesen gepflegt werden. Direkt hinter dem Restaurant beginnt der öffentliche Weg durch die artenreichen, schönen Wiesen, in welchen Pflücken mit Mass erlaubt ist. Gemäht wird dort erst nach Mitte Juni, wenn Gras und Blumen schön reif und bis zu einem Meter hochgewachsen sind. Die Blumen können ausreichend versamen, weil die Wiese frühestens nach acht und nicht, wie üblich, schon nach sechs Wochen gemäht wird. Die Spaziergänge auf dem sonnigen Hochplateau dauern je nach Verweilen rund eine Stunde.

Blütezeit: Ab Juni

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