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Der Aufräumer

Der selbstständige Zimmermann und Holzbautechniker ist im aargauischen Zofingen aufgewachsen. Seit 16 Jahren hilft er dort bei der Abfallbeseitigung am Heitere Open Air mit. Der Güsel hat es ihm einfach angetan.
Aufgezeichnet von Andrea Hofstetter
Er räumt am Heitere in Zofingen auf: Beni Gut. (Illustration: Oreste Vinciguerra, Bild: Beat Brechbühl)

Er räumt am Heitere in Zofingen auf: Beni Gut. (Illustration: Oreste Vinciguerra, Bild: Beat Brechbühl)

«Warum haben so viele Leute den Drang, sich ständig neue Sachen zu kaufen? Ich staune am Heitere jedes Jahr über den enormen Materialverbrauch einiger Besucher. Manchmal finde ich billige Einwegzelte, die achtlos liegen gelassen werden. Diese Entwicklung spiegelt unsere Konsumgesellschaft wider und stimmt mich nachdenklich.

Seit ich 13 Jahre alt bin, ist das Heitere Open Air ein fixer Bestandteil in meinem Leben. Über die Pfadi bin ich zur Abfallentsorgung gekommen. Schon als Jugendlicher habe ich gern mitangepackt, erstens konnte ich mein Sackgeld etwas aufbessern, und zweitens war ich im Festival-Getümmel mittendrin. Jetzt macht es mir am meisten Freude, Teil der Organisation zu sein und den Besuchern eine gute Infrastruktur und ein sauberes Konzert- und Zeltplatzgelände zu bieten.

Dafür stehe ich während der Konzerttage gegen halb vier Uhr morgens auf. Das macht mir nichts aus, dafür gefällt mir der Job einfach zu gut. Um fünf Uhr beginne ich mit zwanzig anderen Helfern den Platz zu säubern. Dann gibt jeder Vollgas, denn bis 10 Uhr muss alles tipptopp sauber sein. Auf dem gesamten Heitere-Gelände sind Fässer und Recyclingstationen verteilt: für PET-Flaschen, Papier, Aluminium, Alteisen, Restmüll, Holz und Glas. Gemeinsam mit meinem Team haben wir uns ein System überlegt, das den Bedürfnissen der Besucher entspricht und unsere Arbeit erleichtert.

In den vergangenen Jahren ist das Bewusstsein der Menschen für Umwelt und Recycling gewachsen. Der Grossteil der Besucher trennt seinen Güsel und räumt den Zeltplatz pflichtbewusst auf. Seit ich die Leitung übernommen habe, überlege ich während meiner Arbeit ständig, wie wir die Organisation verbessern können. Am meisten nervt mich, wenn uns die Leute an der Arbeit behindern. Da ist oft auch Alkohol im Spiel. Aber das kommt zum Glück selten vor.
Von den Konzerten bekomme ich nicht viel mit. Das ist mir nicht wichtig. Aber wenn die Toten Hosen kommen würden, würde ich mir schon eine Stunde freinehmen, um sie zu sehen. Sie spielen Ende August in Luzern auf der Allmend. Vielleicht schaue ich sie mir dort an – falls ich Tickets bekomme.»

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