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Der Winter-Mann: Markus Trutmann, Iffeler

Aus der Winterausgabe unseres Magazins «Saison»: Wenn 5. Dezember abends in Küssnacht am Rigi die Lichter gelöscht werden, kommt für Iffeler Markus Trutmann der grosse Moment: Tänzelnd und drehend zieht er mit seiner Kopf­laterne durchs Dorf.
Monika Burri
Der Küssnachter Markus Trutmann hat über 1000 Stunden an seiner Iffelen gearbeitet. (Bild: Philipp Schmidli)

Der Küssnachter Markus Trutmann hat über 1000 Stunden an seiner Iffelen gearbeitet. (Bild: Philipp Schmidli)

Was bringt Ihre Augen so richtig zum Leuchten?

Kurz vor dem Startschuss zum Klausjagen bin ich natürlich sehr aufgeregt. Aber auch der Aufenthalt in der Natur ist für mich etwas sehr Schönes. Mit dem Bike auf einen Gipfel fahren und dann ins Tal schauen: Es gibt nichts Besseres.

Wird eigentlich der Samichlaus beim Klausjagen gejagt?

Nein, eigentlich läuft er in unserer Mitte durchs Dorf und geniesst das Bad in der Menge. Früher wurde jeweils in den Nächten der Wintersonnenwende mit Lärminstrumenten ein Riesenkrach veranstaltet. Die Leute wollten damit die bösen Geister und Dämonen verjagen. Das Wort «Jagen» hat sich deshalb bis heute gehalten.

Der Veranstalter des Klausjagens, die St. Nikolausgesellschaft, zählt über 1900 Mitglieder. Wie wird man aufgenommen?

Das ist ganz einfach: Man sollte einen Bezug zu Küssnacht am Rigi haben, ein Mann sein, an der Generalversammlung erscheinen und den Mitgliederbeitrag von 20 Franken bezahlen. Frauen sind nicht zugelassen, so will es die Tradition.

Sind Sie durch und durch ein Traditionalist?

Ich mag Traditionen, sonst würde ich nicht als Iffeler laufen und schon gar nicht über 1000 Arbeitsstunden in den Bau einer Laterne investieren. Tradition hat bei mir auch die jährliche Teilnahme am Engadin Skimarathon.

Wie viele Männer sind am Umzug unterwegs?

Bei trockener Witterung laufen etwa 1000 Männer auf der Route. Zuerst die Geisslechlöpfer, dann etwa 250 Iffeler, gefolgt vom Samichlaus, hinter dem die Dorfmusik aufspielt. Am Schluss kommen die Trychler und die Hörner.

Welche Erleuchtung prägte Ihr Leben?

Eine grosse Erleuchtung hatte ich noch nicht. Aber meine Ferien in Amerika haben mir stark vor Augen geführt, wie dort alles übertrieben wird. Die Weihnachtsbeleuchtung war einfach der helle Wahnsinn, zu viel des Guten. Da schätze ich doch das warme Licht unserer Laternen.

Würden Sie sich als Künstler bezeichnen?

Ein wenig künstlerisch begabt muss man schon sein, um eine Iffele zu bauen. Es braucht Fingerfertigkeit und handwerkliches Geschick. Auch kreativ muss man sein, denn die Muster gestaltet jeder nach seinem Geschmack.

Welche Erinnerungen haben Sie an den Nikolaus?

Vor allem lustige. Einmal kamen zwei Kläuse gleichzeitig zu uns nach Hause, weil sie sich nicht abgesprochen hatten. Das fand ich als Bub natürlich sehr amüsant.

«Saison» erscheint als Beilage in der «Luzerner Zeitung»

In der Winterausgabe des Magazins «Saison» erhalten Sie Inspirationen rund um die Festtage sowie überraschende Einblicke in die Farbe Weiss. Lassen Sie sich zudem zum Wellness-Aufenthalt verführen – einen gibt es beim Wettbewerb zu gewinnen!

Die Frühlingsausgabe von «Saison» erscheint am Samstag, 9. März 2019.

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