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Her mit dem Herbst!

Über einen abwesenden Sommer kann sich dieses Jahr keiner beklagen. Nach so viel Sonne macht auch die herbstliche Melancholie wieder Freude. Artikel und Umfrage sind ein kleiner Vorgeschmack auf die Herbst-Ausgabe von «Saison», die am Samstag, 15. September, als Beilage in der «Luzerner Zeitung» erscheint.
Antonio Russo
(Bild: Edward Carlile Portraits, Getty)

(Bild: Edward Carlile Portraits, Getty)

Trauben, Kastanien, Nüsse, Pilze und Wildgerichte gehören genauso zum Herbst wie kürzere und dunklere Tage, Nebel, Regen und der Rückzug in die eigenen vier Wände. Es ist dies die Zeit, die für lukullischen Genuss sorgt und – je nach persönlicher Neigung – auch mehr oder weniger melancholisch stimmt. Die Natur bäumt sich ein letztes Mal auf, bringt die leuchtendsten Farben hervor und beschenkt uns mit reifen Früchten, saftigem Gemüse und jungem Wein. Gleichzeitig führt uns der Herbst vor Augen, dass alles Leben vergänglich ist. Die fallenden Blätter – ein jährlich wiederkehrendes Memento mori. So beginnen wir im Herbst schon Bilanz zu ziehen über das Jahr, das zu Ende geht. Wir fassen Entschlüsse, schmieden Pläne und hegen Hoffnungen für das kommende Jahr, von dem wir noch nichts ahnen.

Wohl auch deshalb hat keine andere Jahreszeit Dichter, Maler und Musiker mehr inspiriert als der Herbst. Galt Melancholie im Mittelalter noch als Todsünde, entdeckte die Romantik das bittersüsse Wissen um die eigene Sterblichkeit als Ansporn zu schöpferischen Taten. Doch auch davor, im 16./17. Jahrhundert, haben Maler wie Caravaggio oder van Eyck herbstliche Motive auf die Leinwand gebracht. Später taten es auch van Gogh und Monet. Eines der schönsten Beispiele aus der Lyrik hat uns Rainer Maria Rilke hinterlassen. Die Melancholie in seinem 1902 veröffentlichten «Herbsttag» steigert sich mit jedem Vers. Rilke, ewig Suchender und Fragender, beginnt sein Gedicht mit Worten der Dankbarkeit: «Herr: Es ist Zeit. Der Sommer war sehr gross. Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, und auf den Fluren lass die Winde los.» Werden die Schatten ab September länger und wirbeln die Winde das bunte Laub durch die Alleen, ist der Griff nach einem Gedichtband nicht die schlechteste Idee.

Worauf freuen Sie sich im Herbst am meisten?

Kevin Kuhn, Luzern: In meiner Freizeit koche ich sehr gerne, daher freue ich mich auf das frisch geerntete Gemüse. Randen finde ich besonders fein. Im Ofen lässt sich jedes Gemüse schnell und einfach zubereiten. Wenn die Tage wieder länger und kälter werden, arbeite ich abends meist länger. Doch das macht mir nichts aus. (Bild: Antonio Russo)
Julia Jann, Muotathal: Meine Eltern haben einen Landgasthof im Muotathal, und ich liebe nichts mehr, als im Herbst heimische Wildspezialitäten zu geniessen. Am besten schmecken mir Spätzli dazu. Wenn es kälter wird, bin ich meistens schneller müde. Daher schlafe ich im Herbst oft auch viel mehr als im Sommer. (Bild: Antonio Russo)
Konrad Fäh, Luzern: Nach diesem aussergewöhnlich heissen Sommer freue ich mich vor allem auf die Abkühlung. In den vergangenen Monaten bin ich fast ständig draussen gewesen, jetzt habe ich wieder Zeit, ein gutes Buch zu lesen. Und kulinarisch gesehen kann ich es kaum erwarten, wieder Pilze zu essen. (Bild: Antonio Russo)
Marco Grau, Schachen: Ich liebe es, die Natur und die Wälder im Herbst zu beobachten: die Vielfalt der Farben und das warme, goldene Licht, das sich zwischen den Bäumen spiegelt. Meistens ist es ja tagsüber noch mild, dafür wird es nachts schon etwas kühler, und dann schlafe ich auch gleich besser. (Bild: Antonio Russo)
Rahel Kunz, Schachen: Für aktive Unternehmungen ist der Herbst für mich die ideale Jahreszeit. Ich gehe gerne wandern und bin seit neuestem auch auf dem E-Bike unterwegs. Im Herbst mache ich am liebsten spontane Touren oder Wanderungen bei uns in der Region, beispielsweise in der Biosphäre Entlebuch. (Bild: Antonio Russo)
Franziska Schönborn, Luzern: Ich freue mich darauf, am Luzerner Wochenmarkt frisches Marronibrot zu kaufen. Zu Hause bereite ich Marroni gerne auf dem Grill zu. Im Herbst bin ich auch oft sportlich unterwegs. Ich rudere regelmässig und habe im Oktober und November sogar zwei Langstreckenwettkämpfe vor mir. (Bild: Antonio Russo)
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Umfrage: Worauf freuen Sie sich im Herbst am meisten?

Überhaupt bringt der Herbst mehr Musse zum Lesen, auch der Romane, die sich auf dem Nachttisch türmen. Steht uns gar ein goldener Herbst mit mildem Licht und ebensolchen Temperaturen bevor, wandern wir nochmals in die Berge, ehe der erste Schnee fällt. Selbst wenn die Nebeldecke auf den Schädel drückt, braucht man im Herbst nicht zu verzweifeln. Läuft da nicht gerade eine sehenswerte Ausstellung, ein lohnender Film oder ein Konzert? Auch wer zu Hause bleibt, kann die sommerliche Wärme kompensieren. Musik, selbst melancholische, ist ein natürlicher Stimmungsaufheller. Und wer das Leuchten der Sommertage trotzdem noch vermisst, der lade Freunde zu sich ein. Zu Tisch, bei Kerzenschein, flackert in deren Augen das Sommerlicht bei jedem Lidschlag wieder auf.

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