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Im Kopf von ... Roman Käslin (39)

Die Liebe zum Wald und zum Holz wurde beim Forstwart in der Kindheit geweckt. Seit seiner Lehre vor 24 Jahren ist der Nidwaldner seinem Beruf treu geblieben. Der Herbst ist für ihn die anstrengendste Zeit.
Yvonne Imbach
Roman Käslin (39). (Bild: Philipp Schmidli, Illustration: Oreste Vinciguerra)

Roman Käslin (39). (Bild: Philipp Schmidli, Illustration: Oreste Vinciguerra)

Als Kind ging ich oft mit meinem Onkel holzen. Bäume und Holz faszinieren mich. Ob ich im Wald nur Kaffee trinken und den Rehen nachschauen würde, fragen mich ab und zu Menschen, die keine Ahnung haben, welche Aufgaben ein Forstwart hat. Bäume zu fällen, ist nur eine davon. Genauso pflanze ich Jungbäume und sorge dafür, dass sie gesund wachsen können. Schäden, die durch Pflanzen, Tiere, Pilze und Menschen verursacht werden, muss ich beheben und neuen Schäden, wenn möglich, vorbeugen. Ein Dauerthema ist der Borkenkäfer: Er liebt trockene und warme Sommer. Von ihm befallene Bäume müssen gefällt werden, da ihre Holzqualität vermindert ist. Wenn ich mitten im Wald Sperrgut finde, ärgert mich das. Was überlegen sich diese Leute?

Wir von der Kooperation Ennetmoos sind zu dritt unterwegs und betreuen den Wald auf unserer ­Seite des Stanserhorns sowie Teile des Kernwaldes und vom Blattiberg. Auf das Team musst du dich verlassen können. Unser Beruf birgt viele Risiken. Robust, trittfest und schwindelfrei muss man schon sein. Beim Baumfällen gibt es klare Sicherheitsvorkehrungen, so halte ich immer nach einem Fluchtweg Ausschau, denn jeder Baum fällt anders zu Boden. Eine Esche etwa spaltet sich beim Fällen gerne auf. Auch ein Steinschlag im steilen Gelände oder ein Gewitter kann gefährlich werden. Wir hantieren mit Stahlseilen im Wald, für Blitze also ein ideales Ziel. Wenn Wanderer unsere Absperrungen missachten, ist das gefährlich und zudem ärgerlich: Stösst ihnen etwas zu, werden wir zur Verantwortung gezogen.

Ein gewisses technisches Verständnis kommt mir als Forstwart zugute. Ich arbeite mit Motorsäge, Seilwinde, Forstschlepper und Seilkran. Wenn mal etwas nicht funktioniert, kommt ja kein Mechaniker in den Wald, da musst du dir schon selbst zu helfen wissen. Früher gefiel es mir, wenn es bei der Arbeit so richtig krachte. Mit der Zeit merkte ich aber, dass Lärm den Körper stresst. Heute greife ich den Ohren zuliebe auch mal zur Sichel statt zum Freischneider.

Der Herbst ist meine anstrengendste Zeit, da schlagen wir am meisten Holz und bereiten dieses für den Verkauf auf. Die Mittagspause verbringe ich im Wald, mit Essen aus dem Rucksack. Kälte ist mir lieber als Hitze oder Regen. Bei der Arbeit sehe ich viele Waldtiere, ein Wolf oder Bär war noch nie dabei. Oft kommen Hirsche gleich nach dem Holzschlag an den Platz. Die zarten Knospen am gefällten Baum sind Leckerbissen für sie. Doch sobald die Jagdsaison beginnt, wagen sich die Tiere nicht mehr in die Nähe, irgendwie spüren die das.

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