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Leuchttürme im Wald

Eben noch war er grün. Jetzt leuchtet der Wald knallgelb, feuerrot, orange, ocker. Die Sicht ist klarer denn je, und unter den Füssen raschelt und knistert es geheimnisvoll. Im Herbst lohnen sich Waldwanderungen so richtig.
Susanne Perren
Bild: Getty

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Herbstwald, wir kommen! Die satten Farben, der duftende Boden und das Rascheln der Blätter nähren unsere Sinne. Dabei müssen es nicht partout Engadiner oder Walliser Lärchen sein, die Herbstwaldglück bescheren. Die Laubwälder und die hiesigen Mischwälder verströmen ihren eigenen Reiz. Fichte, Fichte, Buche, Esche und Bergahorn: Auf fünf Bäume kommen in der Zentralschweiz zwei Fichten. Im Vergleich dazu machen sich die wilden Kirschbäume, Eiben und Linden geradezu selten. Eine besondere Stellung nimmt die Edelkastanie ein:
Die Zentralschweizer Bestände gehören mit jenen im Sarganserland zu den einzigen auf der Alpennordseite. 98 Prozent der Schweizer Kastanien wachsen im Tessin.

Leuchten, bis sie fallen

Leuchtend rot setzt sich die Waldkirsche von ihren gelb gefärbten Nachbarn im Herbst ab. Warum lässt sie, wie alle anderen Laubbäume, anschliessend ihre Blätter fallen? Sie bereitet sich auf den Winter vor. Da das Wasser im Winter gefroren ist, steht die Stoffproduktion in den Blättern still. Dem beugen Bäume vor, indem sie die Mineralstoffe aus den Blättern zurück in die Rinde und die Wurzeln des Baumes schaffen, wo sie bis im Frühjahr gespeichert werden. Kurz: Der Baum stellt seine Fotosynthese ein. Der grüne Farbstoff verschwindet, die gelben und roten Pigmente kommen zum Vorschein. Dieses Phänomen tritt in der Regel etwa ab Mitte Oktober ein, sobald die Temperatur mehrere Nächte unter null Grad sinkt.

Auf in den Langetalwald

Der Langetalwald bei Gelfingen, Teil der Parklandschaft von nationaler Bedeutung, ist der «Wald unserer Herbstträume». Beim Weingut unterhalb des Schlosses führt ein Weg Richtung Rosegarte. Erst flankiert ein schöner Jungwald mit Eichen, Kirschbäumen, Nussbäumen und Ahorn die tüchtigen Schritte. Etwas weiter passiert man 15 alte, dicke Buchen. Die geschützten Bäume bleiben – trotz beachtlichem Durchmesser von einem Meter – noch 25 Jahre stehen. Eindrücklich auch jene, die am Boden liegen: Was für eine Kraft so ein Baum in sich trägt! Via Langetal geht es hoch zum Schloss Heidegg, wo der lauschige Spazierweg durch das Sieben-Brüggli-Tal (ab Parkplatz Schloss Heid­egg) ein Muss ist. Mal ist es ruhig, dann wiederum gluckst ein Bächlein. Wald ist nicht gleich Wald, stellt man später auf der Tour mit Ziel Beinwil fest. Glamourös schimmern die Ahorne zwischen den Buchen im Beinwilerwald am Hallwilersee. Auf dem Uferweg geht’s an Schwarzerlen, Weiden und, etwas hangaufwärts, an prächtigen Obstbäumen vorbei.

Picknick-Tipp

Bodenlose Quiche mit Kürbis und ­Tomaten: Eine Quiche schmeckt immer lecker, speziell mit Sommertomaten und Herbstkürbis. Bodenlos ist sie saftig und macht als leichter Fit-Kick satt.

So einfach geht’s: 6 Eier, 200 Gramm Frischkäse, Salz, Pfeffer und etwas Chilipulver zusammen verquirlen. Tomaten, Kürbiswürfel, Zwiebeln und etwas Thymian in eine gefettete Quicheform geben. Ei-Frischkäse-Mischung darübergiessen. Bei 180 Grad 35 Minuten backen.

Kürbis-Sticks als Fingerfood: Kürbisschnitze mit Öl beträufeln. Salzen, leicht pfeffern. 25–35 Minuten bei 180 Grad im Ofen backen.

Vier baumstarke Touren

Familientauglich. Auf dem Brünigsaumweg von Lungern über die Hagsflue, weiter nach Oberhus und durch den Cholhüttliwald auf die Passhöhe wandert die Geschichte mit. Stumme Zeugen davon sind die zehn in den Fels geschlagenen Treppenstufen zur Überwindung der Hagsflue. In Lungern sind noch letzte Birken auszumachen, während später im Cholhüttliwald Rottannen (Fichten), Bergahorn, Eschen und auffallend viele Vogelbeerbäume Spalier stehen. Besonders schön: die Mooslandschaften in den geschlossen wachsenden Fichtenpassagen. Länge: 4,5 km, Aufstieg: 300 m, Gehzeit: 1 h

Baum für Baum spannend. Wenn Baum, dann so: Beim Gerzensee, der nur von Grundwasser gespiesen wird, hängt eine alte Eiche ins Wasser. Überhaupt birgt der Familien-Erlebnisparcours im Kernwald bei Kerns (Haltestelle Kernwald mit Bus ab Stans) Naturschätze. Auf grossen Felsbrocken, die von einem prähistorischen Stanserhorn-Bergsturz stammen, ragen Rot- und Weisstannen empor. Für junge Waldstreicher: Der Chärnwaldräuberweg lüftet an verschiedenen Posten viele Geheimnisse. Die Feuerstelle Zubersrüti ist bestens eingerichtet fürs Cervelat-Bräteln. Länge: 2,42 km, Auf- und Abstieg: 30 m,
Schatzsuche: 3 h

Für Edelbaumfans. Die mächtigen Kastanienbäume auf der Rigi sind eine Rarität diesseits des Gotthards. Der Rigi-Chestene-Weg erläutert deren Sonderstellung. Er verläuft auf bestehenden Wanderwegen (Rigi-Lehnweg, Waldstätterweg) von Immensee nach Küssnacht und führt entlang des Rigi-Süd­hanges über Greppen, Weggis, Vitznau und Gersau und weiter bis nach Brunnen/Ingenbohl (zusätzliche 2 h 15). Immensee–Gersau. 17,5 km, Höhendifferenz 340 m, Gehzeit: 5–6 h

Herbstlich hoch. Bei Urigen im Schächental stehen drei freistehende Bergahorne. Ihre zerfurchten Baumkronen lassen die Kraft der Urner Winde erahnen. Via Getschwiliger Kapelle geht’s zum Weiler Kipfen, weiter via Fuhr aufs Ratzi. Mit der Seilbahn zurück nach Spiringen. Variante: Aufstieg von Urigen in den Schächentaler Höhenweg Richtung Klausenpass oder Richtung Eggbergen. Urigen–Ratzi. Aufstieg 357 m, Abstieg: 118 m, Gehzeit: 1 h 50

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