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Vom Grill-Glück in der freien Natur

Wer hat da etwas von Überregulierung gesagt? In der Schweiz ist das Grillieren mit einigen Ausnahmen so gut wie überall erlaubt. Die Frage lautet also eher: Wo soll man hin?
Kaisa Ruoranen und Bruno Affentranger
An der Grillstelle im Wald schmeckts gleich besser. (Bild: Getty)

An der Grillstelle im Wald schmeckts gleich besser. (Bild: Getty)

Wenn die Sonne vom Himmel brennt und die Menschen nur noch Wörter wie «hochsommerliche Temperaturen» hervorstossen können, bevor sie ermattet an einem Waldrand zu Boden oder im Bus auf einen durchgeschwitzten Sitz sinken, in solchen Zeiten kann es vorkommen, dass das Grillieren oder besser Feuerent­fachen im Freien plötzlich nicht mehr erlaubt ist. Nur dann. Erhebliche Waldbrandgefahr, heisst es dann im Radio, und man fragt sich erschöpft, was denn bitte schön der Unterschied zwischen «erhebliche Waldbrandgefahr» und nur «Waldbrandgefahr» bedeutet, und der gedankliche, graduelle Zwischenraum will sich und dem eigenen, luftgetrockneten Hirn einfach nicht mehr erschliessen. Was auch nicht weiter wichtig ist.

Was zählt, ist einzig das Verbot. Da es in unseren Breitengraden kaum bis selten wüstenheiss wird, stellt sich glücklicherweise kaum bis selten das Problem, dass wir die Würste roh essen müssen. In Zeiten der erheblichen Überregulierung durch Gesetze aller Art erstaunt es doch einigermassen, dass ausgerechnet das wilde Grillieren davon bislang ausgenommen ist. Bundesbern schreibt in Sachen Feuermachen in der Natur nichts vor. Die Kantone regeln, und die meisten tun es mit dem einfachen Befund: «Überall erlaubt.» Die Informationsstelle des Bundesamts für Umwelt (Bafu) informiert auf ihrer Website regelmässig über Waldbrandgefahren und zeitweise Verbote.

Nur trockenes Holz verbrennen

Dennoch. Wer nun meint, er könne die Küchenabfälle bequem an einem x-beliebigen Waldrand in der Zentralschweiz verbrennen, der irrt sich und läuft Gefahr, Busse bezahlen zu müssen. Es gilt die Regel: Verbrannt wird nur trockenes Holz. Gartenabfälle und auch nasses Holz zum Beispiel sind ausgenommen, sie darf man nicht verbrennen. Im Sommerhalbjahr dürfen natürliche Abfälle aus Wald, Landwirtschaft oder Garten nur dann ohne Bewilligung eingeäschert werden, wenn sie zuvor trocken gewesen sind und beim Verbrennen nicht zu «übermässigem Rauch» führen. Übrigens auch das ist schon wieder eine dieser kniffligen Denksportaufgaben: Die Differenz zwischen «mässig» und «übermässig» ist schwer zu definieren. Wir versuchen es schon gar nicht. Sie bleibt Ermessenssache der Polizei. Man liest sie spätestens vom Bussenzettel ab, übersetzt in Zahlen. Weil es keine Verbote gibt, darf die Schweiz getrost als Grillland bezeichnet werden. Nur eines ist zu beachten: Beim Grillieren zum Beispiel in Parkanlagen muss man den Grill auf einem hitzeverträglichen Untergrund wie Stein oder Kies stehen haben. Wer dennoch Schaden anrichtet, ist haftbar. So viel zum Juristischen. Weil das nun geklärt ist, nebenstehend noch ein paar Geheimtipps zu wirklich erheblich netten Grillstellen in der Zentralschweiz.

Grill-Tipp 1:
Horwer Halbinsel

Oben auf dem Hügel ob Horw/Kastanienbaum am Waldrand gelegen wechselt man mit dem Bräteln besser ab – so schön ist die Aussicht über das Grüne zu den Alpen und Voralpen. Der lichte Wald lockt zum Entdecken, die Wiese ist gross genug zum Drachenfliegenlassen und bei Windstille auch für Robin Hoods. Tische und Bänke sind vorhanden. Mit dem Bus fährt man bis Kastanienbaum Dorni und läuft kurz hoch. Der schöne Spaziergang auf Naturwegen vom Parkplatz Längacher ist auch mit Kinderwagen zu überstehen.

Grill-Tipp 2:
Biel-Kinzig (UR)

Wenn es sehr heiss ist, bietet dieser Tipp vor allem Abkühlung. Direkt am Gangbach, rund einen Kilometer nordöstlich der Bergstation der Seilbahn Biel-Kinzig, auf Bürgler Gemeindegebiet gelegen. Hier findet man einen Holzvorrat, einen gedeckten Unterstand und einen grossen Picknicktisch. Schon fast zu komfortabel für einen Grillplatz in der Wildnis.

Grill-Tipp 3:
EWL im Eigenthal (LU)

Man nehme den Bus oder das Auto, fahre von Luzern über Kriens Richtung Eigenthal. Dort immer weiter, an der Unterlauelen vorbei. Und siehe da. Ein schönes Plätzchen wartet. Das Besondere: Wenn es zu gewittern beginnen sollte (was es am Fuss des Pilatus manchmal tut), dann bietet ein schönes, halboffenes Holzgebäude mit ausladendem Dach Unterschlupf.

Grill-Tipp 4:
Muotathal Sali (SZ)

Diese Feuerstelle ist ganz am Ende des Bisistals zu finden, auf einem Hügel in der Nähe der Luftseilbahn-Talstation Glattalp und ihrem Restaurant. Direkt an einem Waldrand. Wer wandern will, schlägt den Weg auf die Ruosalp ein und passiert automatisch das lauschige Plätzchen. Zugänglich mit Velo oder Auto.

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