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SBB-REISEMAGAZIN SEPTEMBER 2016: Freiburg - eine Zähringer Perle

Freiburg im Breisgau wurde von den Herzögen von Zähringen im 11. Jahrhundert gegründet. Die südlichste Grossstadt Deutschlands ist also verwandt mit Bern, Murten und Freiburg – wirkt aber lockerer als diese.
Freiburgs Altstadt ist voller malerischer Winkel. Vom Schwabentor aus führt ein Fussweg zum nahe gelegenen Schlossberg hinauf, von wo aus man einen herrlichen Blick auf die Stadt geniesst.

Freiburgs Altstadt ist voller malerischer Winkel. Vom Schwabentor aus führt ein Fussweg zum nahe gelegenen Schlossberg hinauf, von wo aus man einen herrlichen Blick auf die Stadt geniesst.

Wir waren kürzlich wieder mal in Freiburg im Breisgau und erfreuten uns bei Spätburgunder vom Kaiserstuhl am Ragout vom Maibock mit Pfifferlingen – die Spätzle liessen wir der Linie zuliebe weg, was die freundliche Bedienung fast aus der Fassung brachte. Die Küche Baden-Württembergs ist nicht nur deftig, sondern auch überaus vielseitig. Ein Tipp dazu: Nicht zu viel aufs Mal bestellen, denn die deutschen Portionen sind grosszügig gross. Und beim Wein geben sich die Freiburger nicht mit Dezilitern ab: Achtel und Viertel dürfen es schon sein.

«Keine Frage – Freiburg ist eine der schönsten Städte Deutschlands», ist im Baedeker zu lesen. Wir sind damit einverstanden und zitieren daher den Reiseführer gleich nochmals: «Zum allgemeinen Ruhm der südlichsten Grossstadt Deutschlands trägt sicherlich bei, dass sie in einem klimatisch ausserordentlich begünstigten Gebiet liegt.» Und weiter (und auch richtig): «Die Freiburger scheinen einen speziellen Lebensstil zwischen Beschaulichkeit und Genuss entwickelt zu haben.»

Wechselvolle Geschichte

Aus der wechselvollen Geschichte Freiburgs seien hier nur zwei Details mit Bezügen zur Schweiz genannt. Zum einen: Freiburg ist eine Gründung der Zähringer wie in der Schweiz Bern, Murten, («unser») Freiburg, Rheinfelden, Thun und Burgdorf. 1368 kauften sich die Freiburger Bürger von ihren damaligen Herren los und unterstellen sich freiwillig dem Hause Habsburg. Und zweitens: Als während des Zweiten Weltkriegs die britische Royal Air Force die Stadt am Abend des 17. November 1944 bombardierte, kamen 2800 Bewohner ums Leben. Von den Gebäuden der Altstadt blieb fast nur das Münster stehen. Doch starke Detonationswellen hatten das Kirchenschiff abgedeckt. Basel spendete neue Ziegel, mit denen das Münster bis im Januar 1946 wieder fast vollständig gedeckt werden konnte. Die zerstörte Altstadt bauten die Freiburger übrigens in ihrer ursprünglichen Form wieder auf.

Heute wirkt Freiburg, gelegen zwischen Schwarzwald und Kaiserstuhl (der «grossartigen Weinhügellandschaft»), irgendwie fröhlicher und lockerer als der Nachlass der bereits 1218 ausgestorbenen Zähringer in der Schweiz. Vielleicht liegt dies daran, dass die Stadt in ihren Gemarkungen über mehr Rebfläche verfügt als irgendeine Schweizer Stadt und überdies mitten in einer der grössten deutschen Weinbauregionen liegt. Zum Freiburger Flair tragen sicher auch die vielen Studenten der 1457 gegründeten Universität bei.

Uns gefällt jeweils besonders das Verweilen in der weitgehend autofreien Altstadt, wo die Bächle seit dem Mittelalter durch Strässchen und Gassen fliessen, an heissen Tagen angenehm kühlend. Die Bächle sind ein altes Brauch- und Löschwassersystem von rund sieben Kilometern Länge, gespeist mit Wasser von Freiburgs Hauptfluss namens Dreisam. Ein Sprichwort besagt, dass, wer unbedacht in ein Bächle tritt, nie mehr von Freiburg loskommt. Ob das stimmt, wissen wir nicht. Sicher aber ist: Die Bächle begeistern Kinder jeden Alters.

Vom Münsterplatz bis hinauf zum Schlossberg

Wer sich unter den zahlreichen Sehenswürdigkeiten auch zur Besichtigung des Münsters mit seinem 116 Meter hohen Turm entschliesst, sollte genügend Zeit einplanen. Zu den weiteren Höhepunkten gehört für uns unbedingt auch der Besuch des Freiburger Marktes, der von Montag bis Samstag jeweils vormittags auf dem Münsterplatz stattfindet, und an dessen Rändern Strassencafés zur Einkehr und zum Zuschauen anregen.

Unbedingt sehenswert sind auch das rot leuchtende historische Kaufhaus mit seinem Laubengang, das zwischen 1522 und 1532 erbaut worden ist, sowie das Wentzingerhaus «Zum Schönen Eck». Dieses wurde als Atelier- und Wohnhaus vom Architekten, Maler und Bildhauer Johann Christian Wentzinger 1761 erbaut und ist eines der wenigen Künstlerhäuser des Spätbarock, die noch erhalten sind. Heute beherbergt es das Museum für Stadtgeschichte.

Einen Besuch wert ist auch das Augustinermuseum Freiburg. Der Klosterkomplex entstand ab 1278 und hat eine bewegte Geschichte hinter sich, die man bei einem Besuch näher kennenlernt. Einen Abstecher verdienen auch der Rathausplatz mit dem Alten und dem Neuen Rathaus. Und natürlich nicht zu übersehen sind das Schwabentor und das 63 Meter hohe Martinstor, das ebenso aus der Zähringerzeit stammt.

Als letzter Abstecher sei hier der Schlossberg erwähnt, den man zu Fuss am einfachsten von besagtem Schwabentor aus erreicht. Auf den Gipfel des Schlossbergs, der auf 452 Metern ü. M. liegt, kommt man alternativ auch mit der Schlossbergbahn hinauf. In nur 3 Minuten ist man von der Talstation im Stadtgarten auf dem Bergsporn, von wo aus man eine grossartige Rundsicht auf die gesamte Stadt und das Rheintal geniessen kann. Bei schönem Wetter blickt man vom Schwarzwald bis in die Vogesen.

Ob für Kulturinteressierte oder Genussorientierte, ob oben auf dem Schlossberg oder unten im historischen Zentrum: Freiburg im Breisgau ist in jedem Fall immer eine Reise wert!
Walter Schnieper

INFOS

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luzernerzeitung.ch/freiburg

Freiburg - eine Zähringer Perle

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