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KRAFTWERK: Ein Erdbeben macht keine Angst!

In der Zentrale erklärt ein Experte den Schülern, wie das Kraftwerk Göschenen funktioniert.

In der Zentrale erklärt ein Experte den Schülern, wie das Kraftwerk Göschenen funktioniert.

Der Schweizerische Erdbebendienst registrierte am 6. März 2017 um 21.12 Uhr sechs Kilometer nordöstlich vom Klausenpass ein Erdbeben der Stärke 4,4. Kleinere Schäden sind bei einem Erdbeben dieser Stärke in der Nähe des Epizentrums möglich. Kann ein Staudamm auch Schäden davontragen? Die Fünftklässler aus Silenen wollten es genauer wissen. Sie besuchten das Kraftwerk Göschenen und interviewten den Experten Thomas Furger (45).

Herr Furger, hat Sie das damalige Erdbeben beunruhigt?

Keineswegs! Unsere Staumauer hält Erdstössen von dieser Grösse ohne weiteres stand.

Wie sicher ist das Kraftwerk?

Es ist sehr sicher! Personensicherheit und Betriebssicherheit gehen immer voraus. Sämtliche Maschinen und Wasserfassungen sind mit Sensoren überwacht. Es wird nicht auf Teufel komm raus Strom mit den Turbinen produziert.

Was passiert, wenn ein Notfall passiert?

Es wird das Pikett aufgeboten. Diese Person hat immer einen Pager und kann 24 Stunden anrücken. Dann wird der Schaden repariert, oder die Anlage wird in einen betriebssicheren Zustand geführt.

Was war Ihr schlimmster Notfall?

Das Schlimmste, das wir einmal hatten, war, dass ein Winkelstück, das vom Druckstollen in den Druckschacht übergeht, nicht dicht war. Das Druckrohr musste entleert werden, die Anlage stand still.

Warum wurde das Kraftwerk in den Berg gebaut?

Das Kraftwerk wurde in den Berg gebaut, weil es eine grosse Halle ist und es nicht überall in Göschenen Platz hatte, um eine solche zu stellen. Der zweite Grund ist: Die Druckleitung selbst ist schon im Berg. So hätte man diese wieder aus dem Berg herausführen und die Zentrale aussen bauen müssen. Der dritte Grund: die Lärmemissionen. Draussen hört man keine Geräusche von den Turbinen und Generatoren.

Weshalb wurde das Kraftwerk gerade in Göschenen gebaut?

Das war gerade der ideale Ort. Und weil das Projekt Urseren nicht zu Stande kam, hat man den Damm in der Göscheneralp gebaut. In Göschenen war es am effizientesten.

Wie viel Energie wird in Göschenen produziert?

Es werden zirka 430 Millionen Kilowattstunden pro Jahr produziert.

Gibt es Überlegungen, noch mehr Strom zu produzieren?

Ja, es gab Überlegungen, dass man den Damm um 11 Meter erhöhen würde. Dann wäre man von 75 Millionen auf 86,6 Millionen Kubikmeter Nutzwasser gekommen. Dies hätte durch den leicht erhöhten Seespiegel ein bisschen mehr Gefälle gegeben und somit auch minim mehr Energie. Das Potenzial ist ansonsten aber ausgeschöpft.

Ist es ein normales Kraftwerk oder eines mit Pumpspeicher?

Es ist ein normales. Pumpen können wir nicht. Das hat natürlich auch seinen Grund. Wir haben zweieinhalb Mal mehr Wasser pro Jahr, das zufliesst, als wir im See Platz haben. Da würde es gar nichts bringen, wenn wir eine teure Pumpanlage hätten.

Was machen Sie, wenn der See zugefroren ist?

Das ist kein Problem, das passiert jedes Jahr. Zum Teil gibt es eine 30 bis 40 Zentimeter dicke Eisschicht. Der See wird deswegen trotzdem abgelassen. Auf der Seite knackt das Eis dann wie Knäckebrot.

Wir danken Ihnen vielmals für das spannende Interview, Herr Furger.

Anja Brücker

5. Klasse aus Silenen

Lehrer Andreas Walker

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