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NATUR: Wildruhezonen in Engelberg

In Engelberg werden immer mehr Tiere in den Wildruhezonen aufgeschreckt. Die Tiere müssen fliehen und sterben dadurch oft, weil sie dabei ihre Energiereserven aufbrauchen. Der Wildhüter erwischt pro Jahr bis zu fünfzehn Leute in den Wildruhezonen.
Wildhüter Klaus Hurschler (Bild: Stefanie Hurschler)

Wildhüter Klaus Hurschler (Bild: Stefanie Hurschler)

Da es viele Wildtiere und viele Wintersportler gibt, hat man Wildruhezonen in den Wintersportgebieten geschaffen. In Engelberg gibt es seit etwa 1975 Wildruhezonen. Engelberg war in der Schweiz die erste Destination mit Wildruhezonen. Sie sind dafür da, den Wildtieren einen Ort der Ruhe zu geben. Aber es gibt immer mehr Leute, die im Frühling mit Bikes oder im Winter mit Skis oder anderen Schneesportgeräten in diese Zonen vordringen. Dadurch werden die Tiere aufgeschreckt. Da sie im Winter ihre Körperfunktionen und den Herzschlag auf ein Minimum reduzieren, müssen sie bei einer Flucht ihre Energiereserven aufbrauchen und sterben dadurch oft.

Früher war fast jeder Wald ein Wildruhegebiet. Jetzt sind nur noch dort Wildruhezonen, wo sie auch Sinn machen. Wildhüter Klaus Hurschler (52), der seit 2011 in diesem Beruf tätig ist und vorher Zimmermann war, gab uns Auskunft:

Herr Hurschler, wie gut werden die Wildruhezonen-Regeln in Engelberg eingehalten?

Die Regeln für Wildruhezonen werden grundsätzlich sehr gut eingehalten. Trotzdem erwischen Wildhüter und die Polizei pro Jahr zehn bis fünfzehn Leute. Wenn eine solche Person sofort zahlt, kostet es 200 Franken. Wenn aber derjenige nicht zahlt, geht der Wildhüter mit der Person zur Polizei und macht eine Anzeige. So kommt es meistens zu einem Gerichtsverfahren und das kostet dann zwischen 400 und 500 Franken.

Was beschäftigt Sie in Ihrem Beruf sonst noch?

Ein grosses Thema sind die Wildtierfütterungen. Diese macht man in Engelberg nicht mehr. Biologen sagen, dass wenn man Wildtierfütterungen macht, viele Tiere sich bei den Futterstellen einfinden. Dann kann zum Beispiel ein Luchs die Tiere ganz einfach an einer Wildtierfütterung überfallen und fressen, ohne viel zu machen. Schwache Wildtiere werden so durchgefüttert und überleben. Sie pflanzen sich im nächsten Jahr fort und deren Jungtiere sind dann auch eher schwache Tiere.

Warum ist Rücksicht nicht nur gegenüber geschützten und bedrohten Arten, sondern auch gegenüber häufigen Arten wichtig?

Von der winterlichen Störung sind Tierarten betroffen, die überhaupt mit den harschen Winterbedingungen im Gebirge zurechtkommen müssen. Das sind aufgrund ihrer Anpassung vor allem die wiederkäuenden Huftiere wie Gämse, Reh, Rothirsch und der Steinbock sowie die Raufusshühner (Birkhuhn und Schneehuhn). Dank angepasster Verdauung gelingt es den beiden Gruppen, im Winter aus der nährstoffarmen und faserreichen Nahrung genügend Energie zu gewinnen.

Stefanie Hurschler und Laura Ming

Klasse 1.IOS aus Engelberg

Lehrerinnen Sybille Hänggi und Christina Zebisch

Wildhüter Klaus Hurschler aus Engelberg (Bild: Marlene Arnold)

Wildhüter Klaus Hurschler aus Engelberg (Bild: Marlene Arnold)

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