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VERGLEICH: Jung und Alt vor rund 40 Jahren

Schülerin Livia mit ihrem Vater Urs Portmann

Schülerin Livia mit ihrem Vater Urs Portmann

Es hat sich viel verändert in unserer Jugend. Einige Kinder von heute sind verwöhnt. Sie bekommen alles von zu Hause, müssen nichts bezahlen, oder wenn sie weniger als einen halben Kilometer von der Schule entfernt wohnen, werden sie trotz des kurzen Weges jeden Tag mit dem Auto in die Schule geführt. Auch mit dem Geld ist es nicht besser. Die Eltern bezahlen ihnen alles, und sie haben die neusten Spielsachen. Im Haushalt müssen sie nichts helfen, nicht den Tisch abräumen, nicht die Wäsche aufhängen. Diese Sachen erledigt die Mutter.

Dieses Thema interessiert mich sehr, weil wir in der Familie immer wieder dar­über sprechen. Deshalb habe ich mit meinem Vater Urs Portmann ein Interview gemacht über die Jugend vor rund 40 Jahren. Er sagt: «Wir hatten es nicht so einfach in unserer Jugend. Wir mussten viel helfen, wenn wir nicht in der Schule waren. Für meinen Schulweg brauchte ich jeden Tag eineinhalb Stunden Fussmarsch. Egal, ob es gestürmt oder geschneit hat, jeden Tag mussten ich und meine Geschwister laufen.»

Auch mit gebrochenem Bein ging man zur Schule

Heute ist das anders. Es gibt öffentliche Fahrzeuge wie das Postauto oder wie gesagt die Eltern. Heutzutage kann man einen Joker-Tag nehmen, wenn man mit der Familie etwas Wichtiges unternimmt. «Ich habe neun Jahre lang nie eine Schulabsenz gehabt und dafür ein Diplom bekommen. Egal, ob man früher den Arm oder das Bein gebrochen hatte, man ging in die Schule, es gab keine Ausreden», erzählt Urs Portmann. Heute kann man, wenn man starke Kopfschmerzen hat, schon nach Hause gehen. Auch in der Kommunikation hat sich viel verändert. Wenn man mit dem Nachbarskind spielen will, macht man das am PC mit Games, oder man schreibt sich eine Nachricht per Whatsapp. «Wenn ich mich mit meinem Nachbarn treffen wollte, haben wir in der Schule darüber geredet, eine Zeit abgemacht und gingen zu mir nach Hause.» Aber man hat sich nicht jeden Tag getroffen, nur zwei- bis dreimal im Monat.

Auch die Wortwahl hat sich stark verändert: «Wenn wir nicht anständig geredet haben, hat uns der Lehrer in der Schule mit einem Ast von einem Baum auf die Finger geschlagen.» Heute gibt es so viele Schimpfwörter, und schon die Kinder in der Primarschule nehmen Schimpfwörter in den Mund. Viele Kinder hängen nur noch an der Technik und an den elektronischen Sachen wie zum Beispiel Handy, Playstation, Wii, Laptop und noch an vielem mehr. Nicht nur die Schule hat sich verändert, sondern auch die Technik und die Landwirtschaft. Heute lebt man von der Technik, nur noch wenige Menschen leben von der Natur.

Regeln gehören zum Alltag

Ich erlebe meine Jugend etwas anders. Ich helfe zu Hause im Stall, im Garten, im Haushalt und noch bei vielem mehr. Regeln und Anforderungen von meiner Familie sind für mich gewöhnlich und verständlich. Man ist ehrlich und anständig, und es ist selbstverständlich, dass man im Alltag hilft. Ich bin froh, dass ich solche Regeln und Anforderungen habe. Ausserdem bin ich froh, dass in meiner Schule die Schülerinnen und Schüler nicht mehr geschlagen werden.

Nicht nur bei uns zu Hause helfe ich viel, sondern auch auf unserer Alp. Als ich noch kleiner war, haben ich und meine Geschwister dort mit einem Kassettenrekorder Musik gehört und mit Holzkühen gespielt. Ich hatte eine schöne Kindheit. Egal, ob ein Teil der heutigen Jugend verwöhnt wird oder es viel einfacher hat als ich – ich geniesse mein Leben in vollen Zügen.

Livia Portmann

Klasse 2C aus Escholzmatt

Lehrerin Marie-Christine Züger

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