0:3-Niederlage – der FCL tut sich auch gegen Vaduz schwer

Der FC Luzern bleibt im dritten Testspiel vor dem Re-Start der Meisterschaft erfolglos. Im Fürstentum Liechtenstein setzt es gegen den Challenge-League-Zweiten FC Vaduz eine klare 0:3-Niederlage ab.

Daniel Wyrsch, Vaduz
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Überragend: Vaduz-Mittelfeldmann Tunahan Cicek (links) gegen den Luzerner Mittelfeldspieler Marvin Schulz.

Überragend: Vaduz-Mittelfeldmann Tunahan Cicek (links) gegen den Luzerner Mittelfeldspieler Marvin Schulz.

Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Vaduz, 13. Juni 2020)

Wo ist das Selbstverständnis und das Selbstvertrauen des FC Luzern geblieben? Im Frühjahr vor der Corona-Pause hatten die Blauweissen unter dem neuen Trainer Fabio Celestini aus fünf Super-League-Partien 13 Punkte geholt. Der dreimonatige Unterbruch hat den Innerschweizern offensichtlich nicht gut getan. In den Testspielen gegen die Challenge-League-Teams FC Schaffhausen (9./2:2) und FC Lausanne-Sport (1./0:5) gab es Ergebnisse und Leistungen, die nicht zufrieden gestellt haben.

Am Samstagnachmittag ist gegen den Tabellenzweiten der Challenge League eine 0:3-Niederlage dazugekommen. Der FC Vaduz hat im heimischen Rheinpark auf einen Spielmacher Tunahan Cicek zählen können, der sich eine Woche vor dem Re-Start der Meisterschaft in blendender Form präsentiert. Bei allen drei Toren hatte der frühere Schaffhausen-Topskorer seine Füsse im Spiel.

Vaduzer Cicek mit einem Tor und zwei Assists

Zum 1:0 direkt vor der Pause leistete Cicek die Vorarbeit mit einem Freistoss, diesen schoss am zweiten Pfosten der Ex-Luzerner Yannick Schmid aus Obernau mit dem Fuss ein. In der 70. Minute lupfte Cicek die Kugel gefühlvoll zum 2:0 über den herauseilenden Marius Müller. Der FCL-Keeper war notabene der beste Akteur seines Teams. Sieben Minuten vor Schluss servierte Cicek noch einmal einen Freistoss, den der eingewechselte Boris Prokopic zum 3:0-Endstand einköpfelte. Die Abwehr des Super-Ligisten aus der Zentralschweiz hinterliess dabei erneut keinen guten Eindruck.

Nur eine Torchance für Luzern nach der Pause

In den zweiten 45 Minuten hatte der FCL nur eine echte Torchance. Ryder Matos blieb an Vaduz-Goalie Benjamin Büchel hängen. Die mit einer Fünferabwehr kompakt verteidigenden Liechtensteiner dagegen kamen zu guten Kontermöglichkeiten.

Während der ersten Halbzeit hatten die Gäste aus der Innerschweiz fünf Abschlüsse. Ryder Matos schoss zweimal neben das Tor, Pascal Schürpf traf genau in die Arme von Benjamin Büchel und Francesco Margiotta gelang immerhin ein harter Abschluss, welcher Büchel nach vorne abprallen liess. Im Nachschuss scheiterte dann auch Matos am wachen Liechtensteiner Keeper.

Ein Sinnbild: Ryder Matos (Luzern) kann gegen Mohamed Coulibaly (Vaduz) wenig ausrichten.

Ein Sinnbild: Ryder Matos (Luzern) kann gegen Mohamed Coulibaly (Vaduz) wenig ausrichten.

Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Vaduz, 13. Juni 2020)

Fabio Celestini übt kaum Kritik an seinem Team

FCL-Trainer Fabio Celestini zeigte sich nach Spielschluss überraschenderweise nicht unzufrieden: «Schade, haben wir kein Tor erzielt. Uns hat ein Erfolgserlebnis gefehlt. Wir hätten gegen Vaduz auch 3:3-Unentschieden spielen können.» Im Vergleich zur 0:5-Heimniederlage am vergangenen Mittwoch gegen den wahrscheinlichen Super-League-Aufsteiger Lausanne-Sport hat Celestini Fortschritte gesehen: «Wir haben ein anderes Gesicht gezeigt als gegen Lausanne, die Kommunikation und Bereitschaft waren heute besser.»

Für den Re-Start der Liga am Sonntag nächster Woche zu Hause gegen Basel (3.) sieht der Coach des Tabellensechsten nicht schwarz: «Ich mache mir keine Sorgen. Der Re-Start der Meisterschaft wird anders, wir müssen unsere Frische im Kopf und im Spiel wieder finden.» Ein gutes Gefühl geben Celestini seine Spieler. «Im Training arbeiten sie fantastisch. Ich bin sehr zufrieden mit ihrer Einstellung.»

Vaduz – Luzern 3:0 (1:0)

Rheinpark. – 70 Zuschauer (Offizielle, Journalisten und Angehörige der Vaduz-Spieler). – SR Tschudi.

Tore:  45. (+1) Schmid (Freistoss Cicek) 1:0. 70. Cicek (Prokopic) 2:0. 83. Prokopic (Freistoss Cicek) 3:0.

Vaduz: Büchel; Gasser (76. Rahimi), Schmid (67. Sülüngöz), Simani (76. Göppel); Dorn, Cicek, Lüchinger (63. Wieser), Antoniazzi (63. Schwizer); Frick (57. Prokopic); Coulibaly (76. Djokic), Sutter (76. Milinceanu).

Luzern: Müller; Sidler, Knezevic (83. Burch), Bürki, Grether (57. Mistrafovic); Males (81. Tia Chef), Voca, Schulz, Schürpf (57. Ndiaye); Margiotta (74. Demhasaj), Matos (83. Binous).

Bemerkungen: Vaduz ohne Gajic (verletzt), Luzern ohne Schwegler, Ndenge, Lucas, Eleke, Kakabadse, Emini und Balaruban (alle verletzt). Verwarnung: 37. Matos (Foul).