1:2 gegen Wil: Der SC Kriens verschenkt die Punkte leichtfertig

Kriens verliert daheim gegen Wil 1:2 (0:0) und fällt in der Tabelle der Fussball-Challenge-League auf den achten Rang zurück.

Turi Bucher
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Kriens-Verteidiger Elia Alessandrini wird vom Wiler Stürmer und Siegtorschützen Silvio gestoppt.

Kriens-Verteidiger Elia Alessandrini wird vom Wiler Stürmer und Siegtorschützen Silvio gestoppt.

Bild: Dominik Wunderli (Kriens, 29. Januar 2021)

Das ist nicht nur enttäuschend, sondern schlicht ungenügend: Der SC Kriens gibt in diesem Abstiegskampf gegen den FC Wil extrem wichtige Punkte leichtfertig preis. Mit dieser völlig unnötigen Niederlage, die sich Kriens in der letzten Viertelstunde wieder einmal mit flatternden Nerven einhandelte, fällt der SCK vor dem schwierigen Auswärtsspiel in Thun (Dienstag, 19 Uhr) auf Rang 8 zurück.

Dass die Partie an diesem Freitagabend überhaupt stattfinden konnte, war auch dem Krienser Landwirt Josef Baumgartner, dem Bruder des SCK-Präsidenten, zu verdanken. Am Donnerstag war er mit seinen Maschinen auf dem Kleinfeld vorgefahren und hatte den Kunstrasen vom Schnee befreit. Hätte er es doch besser nicht getan, möchte man nach dieser schmerzhaften, ja dummen Niederlage der Krienser fast sagen.

Vom Anpfiff der Schiedsrichterin Esther Staubli weg fegte ein intensiver Sturm in Form von fast orkanartigem Wind und dichtem, bissigen Regen übers Spielfeld. Ja, dieser Sturm war um einiges wirbliger und beeindruckender als die Sturmreihe des SC Kriens. Fazit nach der ersten Halbzeit: Das Heimteam hatte das Spiel zwar wie vor einer Woche beim 1:0-Sieg in Neuenburg unter Kontrolle, vermochte aber keine einzige Torchance zu verbuchen. Nichts war mit einem Sturmlauf in den Wil-Strafraum.

Kriens gibt nach dem 1:0 das Spiel aus der Hand

Zu kraftlos, ohne Punch präsentiert sich der SCK-Angriff im Moment. Sportchef Bruno Galliker ist jetzt wirklich gefordert und aufgefordert, zügig einen Torschützen, einen, der den Gegner in Verlegenheit und Gefahr bringen kann, nach Kriens zu lotsen.

Aber auch Kriens-Torhüter Pascal Brügger hatte in der ersten Halbzeit nicht viel zu tun. Einmal musste er ein vom Wind aufs Spielfeld gefegtes Werbeplakat abtransportieren, in der 27. Minute faustete er einen Cornerball von Maren Haile-Selassie von der Torlinie weg. Auch diesen Ball hatte der Wind gefährlich gemacht.

Nach der Pause war Kriens lange Zeit das bessere Team auf dem Feld. Der Wind pfiff nun in Richtung Wil-Tor, und davon profitierte die Heimmannschaft von Trainer Bruno Berner. Mittelfeldmotor Bahadir «Enes» Yesilçayir gelang in der 64. Minute mit seinem Cornerbogenball nämlich ein kleines Kunststück, der Ball flog mit der Unterstützung des Windes direkt zum 1:0 ins Wiler Netz.

«Wir hätten weiter Druck machen sollen»

«Unverständlich, dass wir nach dieser 1:0-Führung einen Gang zurückgeschaltet haben», sagte Yesilçayir nach Spielschluss.

«Statt wie beim Stand von 0:0 weiter Druck zu machen, haben wir Druck weggenommen.»

Und die Wiler Gäste aus der Ostschweiz nahmen diese Offerte dankend an. Wils gefährlichster Mann, Ex-FC-Zürich-Spieler Maren Haile-Selassie, skorte in der 78. Minute mit einem satten Schuss zum 1:1.Nun begann, irgendwie nicht überraschend, wieder das Krienser Nervenflattern. Der 35-jährige Wil-Stürmer Silvio bestrafte die zaudernden Krienser in der 85. Minute mit dem 1:2. Die Handsreklamationen verhallten im Wind, waren viel zu wenig ein konkretes Argument. Kriens hatte sich in diesem sogenannten «Sechspunkte-Spiel» praktisch selber geschlagen, mit einer schwachen, desolaten Leistung in der letzten Viertelstunde.

Es wird ein ungemütlicher, harter Abstiegskampf

Wer nach dem Krienser Sieg vor einer Woche bei Xamax dachte, der SCK sei nun wieder auf der Überholspur, der liegt definitiv falsch. Es kommen sportlich ganz harte Wochen auf den SC Kriens zu. Es ist so etwas wie «zehn vor Zwölf», es wird ein sehr, sehr ungemütlicher Abstiegskampf.

Kriens – Wil 1:2 (0:0)
Kleinfeld. – SR Staubli.
Tore: 64. Yesilçayir 1:0. 78. Haile-Selassie 1:1. 85. Silvio 1:2.
Kriens: Brügger; Urtic (89. Busset); Alessandrini, Berisha, Costa; Yesilçayir, Kukeli, Bürgisser (67. Selasi), Mistrafovic (46. Ulrich); Maloku (46. Aliu), Mulaj (76. Tadic).
Wil: Köhn; Izmirlioglu, Muntwiler, Sauter (76. Ndau); Dickenmann, Kamber (46. Fazliu), Krasniqi, Kronig; Tushi, Haile-Selassie (90. Koide); Silvio.
Bemerkungen: Kriens ohne Follonier (verletzt). Wil ohne Ismaili, Zumberi (beide verletzt), De Oliveira und Jones (beide krank). Verwarnungen: 7. Kamber, 17. Mistrafovic, 79. Aliu, 83. Ulrich (alle Fouls), 85. Alessandrini, 86. Ndau (beide Reklamieren).