1:5-Niederlage gegen Servette: Zug missglückt Heimauftakt ins neue Jahr

Erstmals seit zwölf Runden geht der EV Zug leer aus und verliert mit 1:5 Toren gegen Genf-Servette.

Daniel Gerber
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Zugs Torhüter Leonardo Genoni.

Zugs Torhüter Leonardo Genoni.

Alexandra Wey, Keystone

Jetzt schaut Genf-Servette dem EV Zug über die Schulter auf den ersten Tabellenrang. Durch den Triumph der Westschweizer sind diese nun punktegleich mit der Mannschaft von Trainer Dan Tangnes, haben jedoch zwei Matches mehr ausgetragen, deshalb hat Zug die Nase weiterhin vorne. Nach fünf Siegen in Serie, respektive sieben Triumphen in den letzten acht Duellen, muss sich Zug wieder einmal geschlagen geben – zudem geht eine noch längere Serie zu Ende: Aus den letzten zwölf Spielen holte Zug immer mindestens einen Punkt.

Der Untergang begann mit einer Zwei-plus-Zwei-Minuten-Strafe gegen Johann Morant. Der Mann mit den zweitmeisten Strafminuten in den Reihen des EVZ brachte das Unglück über sein Team; besonders die zweite der beiden Strafen wegen unsportlichen Verhaltens wird wohl auch gegen Ende Januar noch die unnötigste Zuger Strafe des soeben angelaufenen Jahres bleiben. Die Romands nutzten gleich beide dieser Überzahlsituationen und enteilten von einer 2:1-Führung zu einer 4:1-Hypothek für die Zuger. Diese konnten sich im restlichen Verlauf des Kräftemessens (rund 25 Minuten) nicht mehr zurückkaufen. Vor dem gegnerischen Tor fehlten die entscheidenden Impulse und Ideen sowie die Durchschlagskraft. Gleichzeitig zeigte sich das Team aus der Romandie in einer starken Form, das nicht in Versuchung geriet, nach dem deutlichen Vorsprung die taktischen Gepflogenheiten fallen- zulassen.

Ausgleich währte nicht lange

Fast das ganze Spiel über mussten die Zentralschweizer einem Rückstand hinterherrennen. Als Henrik Tömmernes aus der Distanz zur 2:1-Führung für das Team vom Lac Leman präzise ins hohe Eck traf, lagen die Gäste damit ­bereits zum zweiten Mal in Front. Für EVZ-Keeper Leonardo Genoni war die Flugbahn der herannahenden Scheibe schlichtweg unergründlich, da ein ei­gener wie ein gegnerischer Athlet die Sicht zum Zeitpunkt der Schussabgabe entscheidend verdeckten. Im Grunde war das 2:1 für Genève das Gegenteil des frühen 1:0 in der dritten Minute. Tömmernes hatte bei diesem Treffer Daniel Winnik an der offensiven, blauen Linie angespielt. Dieser enteilte der EVZ-Abwehr, zog die Scheibe an Genoni vorbei und hob sie über dessen Schoner ins Netz. Dazwischen hatte Captain Raphael Diaz mit dem 1:1-Ausgleich ermutigt. Sein Distanzgeschoss wenige Sekunden nach einem abgelaufenen Powerplay streifte noch leicht einen Gegenspieler, so dass der ansonsten ­tadellose Gäste-Keeper Robert Mayer chancenlos blieb. «Sie spielten heute viel schneller als wir», bilanzierte Zug-Coach Dan Tangnes. «Wir holten erstmals nach zwölf Spielen keinen Punkt. In einer Saison gibt es Hochs und Tiefs.» In letzter Zeit sei vieles gut gelaufen. Aus der Niederlage «müssen wir nun unsere Lehren ziehen».

Seit langem über drei Gegentore

Erstmals seit langem kassierte die ­defensiv normalerweise sattelfeste Equipe wieder einmal mehr als drei Gegentreffer in der Meisterschaft; das letzte Mal datiert auf den 28. November bei einer 3:4-Pleite nach Verlängerung gegen Biel, dem Zug nun bald zweimal begegnen wird. In den acht Matches dazwischen mussten die Abwehrreihen nur gerade 13 Gegentreffer einstecken, was einem Schnitt von 1,62 erhaltenen Toren entspricht. Also sogar etwas mehr als ein Tor weniger als unter dem Gesamtschnitt von rund 2,64 Gegentreffern. Unter anderem wurden in dieser Phase Lausanne und Bern «zu null» besiegt. Gestern nun kassierte das Heimteam das ein und andere unglückliche Tor: Beim 1:4 konnte beispielsweise Tommy Wingles nicht aus dem Slot weggearbeitet werden. Auf der anderen Seite zog gleichzeitig Robert Mayer einen vorzüglichen Abend ein. Nach dem würdigerweise ausverkauften Spitzenkampf vor 7200 Besuchern erwarten den EVZ nun zwei Auswärtsspiele. Zunächst erfolgt am Sonntag die Reise zu den ZSC Lions sowie am Freitag darauf zum EHC Biel, ehe dann die Seeländer am Tag danach am Zugersee gastieren.