25:22-Sieg für den HCK gegen Pfadi

Eine starke Teamleistung und ein starker Marius Aleksejev nach der Pause ermöglichen dem HC Kriens-Luzern die ersten beiden Big Points in der Finalrunde. Mit dem 25:22-Heimsieg dokumentieren die Zentralschweizer ihre Ambitionen, in der laufenden Finalrunde ein ersthaftes Wort mitreden zu wollen.

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Tobias Baumgartner beim Angriff auf das Tor von Pfadi Winterthur. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Tobias Baumgartner beim Angriff auf das Tor von Pfadi Winterthur. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Und es war die richtige Antwort (oder logische Fortsetzung?) auf das Cup-Out vom Mittwoch. Fazit: So macht diese Mannschaft den Fans Spass. Und diese werden dereinst auch wieder zahlreicher in der Halle aufmarschieren.

Krienser «mit Hand und Fuss»

Einfache Spiele gewinnt man mit mehr Toren als der Gegner - die wichtigen mit Herz und Leidenschaft. Wenn es denn noch einen Beweis für diese Binsenwahrheit brauchte - der HC Kriens-Luzern hat ihn angetreten im ersten Finalrundenspiel gegen Pfadi Winterthur. Die Zentralschweizer NLA-Handballer zeigten dabei, was am Mittwoch im Cup noch gefehlt hatte zum grossen Coup gegen Kadetten. Diesmal gastierte Pfadi Winterthur in der Krauerhalle - und verliess den Ort des Geschehens als Ort des Schreckens. Denn mit einer Niederlage hätten die Winterthurer nun definitiv nicht gerechnet.

Doch was Kriens an diesem Abend auspackte, das hatte Hand und Fuss. Und vor allem: Es war Leidenschaft im Spiel, als sich die Chance bot, den wankenden Favoriten von seinem Sockel zu stürzen.

Trainer Winther findet die richtigen Worten

Angedeutet hatte sich das in den ersten 30 Minuten bereits. Doch da war Pfaid Winterthur dank Routine und Klasse noch Herr der Lage und schien einem ungefährdeten Sieg entgegenzueilen. Zwar dominierten die Deckungen ein an sich torarmes Spiel, doch Pfadi Winterthur hatte stets die Nase vorn, weil die Bank breiter besetzt war. Dann aber kam die Pause. Und HCK-Coach Torben Winther schien die richtigen Worte gefunden zu haben.

Denn nach dem Seitenwechsel begann sich der Umschwung Stück für Stück abzuzeichnen. Eigentliche Knackpunkte im Spiel gab es allerdings nicht - vielmehr war es die Art und Weise, wie der HCK plötzlich die Chance witterte und dann gross, ganz gross aufspielte.

Torhüter Marius Aleksejev wuchs bei seinem ersten längeren Einsatz seit einiger Zeit plötzlich über sich hinaus und erreichte in dieser Phase eine Traumquote. Er harmonierte sehr gut mit der Deckung und liess in Halbzeit zwei gerade mal noch 9 Tore zu. Mehr braucht man nicht zu sagen - denn das ist gegen einen Gegner vom Formate Pfadis mehr als nur gut.

Offensiv zehrte der HCK vom getankten Selbstvertrauen aus der Deckung und stärkte seine Bilanz mit blitzsauberen Toren. Aus dem Rückraum war es das Duo Steiger und Stankovic, das unter der Regie eines erneut sehr starken und enorm dynamischen Tobi Baumgartner für die Musik im Spiel sorgte. Erfreulicherweise waren diesmal aber auch die Flügelpositionen im Spiel.

Gute Einzelleistungen im nervenstarken Team

Nachwuchs-Linkshänder Yves Mühlebach glänzte mit einem starken Auftritt (4 Versuche, 4 Tore = 100% Quote) und leistete zusammen mit der Rechtshänder-Fraktion Willisch und Petrig (zusammen auch 4 Tore) einen wichtigen Beitrag zum Gesamterfolg. Und am Kreis waren Baviera (und phasenweise als zweiter Kreisläufer auch Fellmann) in der Pfadi-Deckung zwar gut aufgehoben, sie rissen aber dennoch die wichtigen Löcher in die Pfadi-Abwehr.

Für den HCK war der Erfolg gegen Pfadi Winterthur zweifellos ein Erfolg des gesamten Teams. Geschickt agierend, vor allem aber mit Herz und Leidenschaft blieb der HCK diesmal dran, als der favorisierte Gast wankte. Und er behielt auch in der Schlussphase die Nerven, liess sich den Erfolg nicht mehr nehmen und freute sich am Schluss zu recht über einen wahren Husarenstreich. Das mag auch der Grund dafür gewesen sein, dass mancher Zuschauer den Best Player Award an diesem Abend dem gesamten Team überreichen wollte ...

Na also, geht doch auch in Kriens, gegen einen Grossen der Liga mal beide Punkte zu holen!

HC Kriens-Luzern - Pfadi Winterthur 25:22 (11:13)

Krauerhalle Kriens, 500 Zuschauer. SR Brunner/Salah

Spielverlauf: 0:2, 1:3, 2:4 3:5, 5:5, 6:6, 6:8,7:9, 9:9 11:11, 11:13; 11:14, 16:14, 16:16, 17:16, 20:18, 21:18, 22:21, 24:21, 25:21, 25:22.

Strafen: Kriens 3, Pfadi 4 x 2 Minuten.

HC Kriens-Luzern: Aleksejev/Schelbert (n.e.); Fellmann, Mühlebach (4), Willisch (3), Petrig (1), Steiger (5), Jeremias, Baviera (2), Hes (1), Stankovic (5/2), Baumgartner (4).

Pfadi Winterthur: Pramuk/Kindle (31.-40.); Kasapidis (1), Hess (7), Krieg (3), Kurth (2), Grimm (3), Lier, Steiner, Scheuner, Svajlen (2), Krauthoff (2), Reuter (2).

Bemerkungen: Kriens ohne Båverud und Raemy. Penalties: 16. Steiger verschiesst Penalty (6:8, Pramuk wehrt ab), 36. Stankovic verschiesst Penalty (15:14, Pramuk wehrt ab), 33. Aleksejev wehrt Penalty von Kurth ab (13:14). J.P. Chenet Best Player award: Boris Stankovic und Marcel Hess.

Benedikt Anderes / HC Kriens-Luzern