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3. LIGA: Das Erfolgsgeheimnis des FC Sins

Der Zuger Nachbar steigt als Meister in die 2. Liga regional auf. Für den Spielertrainer Miga Dedic ist es die Krönung seiner Arbeit. Diese war auf diesem Niveau ausserordentlich akribisch.
Der Vorwärtsdrang von Michael Hohl (Mitte) und den Sinsern wurde belohnt. (Bild: Philipp Schmidli (17. Juni 2017))

Der Vorwärtsdrang von Michael Hohl (Mitte) und den Sinsern wurde belohnt. (Bild: Philipp Schmidli (17. Juni 2017))

Ende April haben der FC Sins und sein 35-jähriger Spielertrainer Miga Dedic bekannt gegeben, dass sie nach dem Abschluss der Saison 2016/17 die seit vier Jahren dauernde Zusammenarbeit beenden werden. Dass die Bekanntgabe der Trennung zu einem Zeitpunkt erfolgte, als der FC Sins die Tabelle der 3.-Liga Gruppe 1 anführte, mag der Konkurrenz die Hoffnung verliehen haben, die Freiämter würden über kurz oder lang einbrechen und die Aufstiegsrunde verpassen.

Das Gegenteil war der Fall. Der FC Sins vermochte sich gar noch zu steigern und sicherte sich als unangefochtener Leader den Gruppensieg und in den Aufstiegsspielen den 3.-Liga-Meistertitel. Und dies, obschon sich der als torgefährlicher Spielertrainer bekannte Dedic mitten in der Rückrunde einen doppelten Schien- und Wadenbeinbruch zuzog. In Erinnerung daran erzählt Dedic: «Im Heimspiel gegen den SC Menzingen stiess ich am Boden in einem Zweikampf mit einem Gegenspieler zusammen und blieb verletzt liegen. Ich wusste sofort, dass die Saison für mich als Spieler gelaufen sein würde.»

Tolle Aktion der Menzinger

Nach einer 20-minütigen Erstbehandlung auf dem Platz wurde Miga Dedic in die Hirslandenklinik nach Cham gefahren und sofort operiert. Das Spiel wurde abgebrochen und auf einen späteren Zeitpunkt angesetzt. Kurz nach dem Aufwachen aus der Narkose nahm Dedic Kontakt auf mit seinen Spielern und seinem Assistenten Sanel Haliloviv, den er mit wertvollen Tipps für die Trainingsgestaltung versah. Das von Sins gewonnene Nachtragsspiel gegen Menzingen verfolgte der an Krücken gehende Dedic vom Spielfeldrand aus. Er erzählt: «Der Sieg meines Teams freute mich. Aber ebenso viel Freude bereitete mir ein von den Menzingern mitgebrachtes Transparent mit dem Schriftzug «Gute Besserung, Miga». Dass der Trainingsbetrieb nahtlos weiterlief und die Erfolgsstory unvermindert anhielt, überrascht den am heutigen Dienstag seinen 41. Geburtstag feiernden Sinser Sportchef Thomas Stocker nicht. Er erklärt: «Miga Dedic hat unsere erste Mannschaft mit dem ganzen Verein zu einer verschwo­renen Einheit zusammengeschweisst. Er war schon 30 Minuten vor jedem Training auf dem Platz, akribisch vorbereitet. Das Team spürte, dass der Spielertrainer alles tat für den Erfolg.»

Stocker, der früher über zehn Jahre lang dem Vorstand des FC Sins angehörte und nach einer Unterbrechung mit dem Amtsantritt von Dedic als Sportchef zurückkehrte, gesteht: «Unsere Zusammenarbeit funktionierte stets sehr gut. Kleinere Differenzen zwischen uns gab es nur, wenn ich die Zügel etwas schleifen liess.»

Dedic liess sich nicht von seinem harten, aber fairen Weg abbringen. Er erklärt: «Als ich mein Spielertraineramt beim FC Sins antrat, erhielt ich vom Verein den Auftrag, junge eigene Nachwuchskräfte ins Fanionteam einzubauen und mit ihnen – wenn möglich – nach drei Jahren Aufstiegsspiele bestreiten zu können.» Es gelang. Dedic formte eine aus bis zu acht eigenen Junioren bestehende Mannschaft, die genau nach drei Jahren an der Aufstiegsrunde zur 2. Liga regional teilnahm. «Meine noch etwas unerfahrene Truppe bezahlte Lehrgeld, sie verpasste den Aufstieg.» Dass die praktisch unveränderte Mannschaft diesmal den Aufstieg souverän schaffte, begründet Dedic mit den Worten: «Mein jederzeit hart an sich arbeitendes Team ist innerhalb eines Jahres reifer, ruhiger und zielstrebiger geworden. Dies war der Schlüssel zum Erfolg.»

Die Frage, ob es auch einen Zuger Bezug zum Aufstieg gibt, entlockt Dedic ein dezidiertes Lächeln. Nach kurzem Überlegen sagt er: «Die Zuger Teams in unserer 3.-Liga-Gruppe haben uns in jedem Spiel alles abverlangt. Das ist uns in der Aufstiegsrunde zugutegekommen. Zudem wohne ich in Hünenberg, und die meisten Spieler der ersten Mannschaft arbeiten im Kanton Zug und verbringen ihre Freizeit im Sommer mit Vorliebe in der Hünenberger Badi.»

Der neue Trainer heisst Edi von Moos

Miga Dedic, der nach der Trennung vom FC Sins eigentlich eine Pause einlegen wollte, wird die bevorstehende Saison 2017/18 als Trainer des in die 2. Liga abgestiegenen FC Muri in Angriff nehmen. Der FC Sins wird von seinem ehemaligen Spieler Edi von Moos trainiert werden, der bis anhin das B-Junioren-Team FC Seetal unter seinen Fittichen hatte. Der Sportchef Thomas Stocker ist überzeugt, dass von Moos ebenso gute Arbeit leisten wird wie sein Vorgänger.

Grund zum Feiern gab und gibt es für den Verein reichlich: Die zweite und dritte Mannschaft stiegen ebenfalls auf, von der 5. in die 4. Liga. Darüber hinaus feiert der FC Sins 2018 sein 50-jähriges Bestehen.

Martin Mühlebach

sport@zugerzeitung.ch

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