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30000 Spielerinnen in der Schweiz sind das Ziel

Martina Odermatt

Förderung In Europa hatte der Frauenfussball lange einen schweren Stand. Auch in der Schweiz dauerte es lange, bis der Frauenfussball offiziell akzeptiert wurde. In den 20er-Jahren gab es in Genf erste Zusammenschlüsse von fussballbegeisterten Frauen. Danach wurde es ruhig. Bis in den 60er-Jahren Frauen in der Schweiz erste Mannschaften gegründet haben. Als diese den Schweizerischen Fussballverband (SFV) wiederholt baten, bei offiziellen Spielen mitkicken zu dürfen, gab dieser den Frauen einen Korb. Die einzige Möglichkeit für weibliche Fussballerinnen, an offiziellen Spielen mitzuwirken, war in der Rolle als Schiedsrichterin. Es dauerte bis 1993, bis der Frauenfussball in den SFV integriert wurde – notabene gut 20 Jahre nachdem das Frauenstimmrecht eingeführt wurde.

Marco von Ah, Sprecher des SFV, erklärt sich die späte Integration des Frauenfussballs folgendermassen: «Man wollte den Frauenfussball wohl nicht schon von Beginn weg in eine Struktur zwängen.» Seit der Integration bemüht sich der SFV, den Frauenfussball zu fördern. Dies sei aber in der Schweiz kein einfaches Unterfangen. Denn nicht einmal Frauen würden die weiblichen Kicker unterstützen. «Wenn man an Frauenfussballspiele geht, sind dort oft nur sehr wenige weibliche Fans anzutreffen», sagt von Ah.

Und trotzdem: Die Zahlen der lizenzierten Spielerinnen zeigen nur in eine Richtung, nach oben. 2003 sprang die Zahl sprunghaft von rund 9700 auf über 13 000 an. Von Ah geht davon aus, dass der Anstieg mit ersten Übertragungen von Frauenspielen im deutschen Fernsehen zusammenhängt, was den Sport wohl auch hierzulande für Frauen etwas bekannter gemacht hat. Auch wurde unter dem damaligen SFV-Präsidenten Ralph Zloczower die Infrastruktur bei den Klubs aufgebaut, das Frauenausbildungszentrum in Huttwil wurde gegründet. «Man hat gesehen, da wächst etwas.»

Aktuell sind 23 734 Spielerinnen lizenziert (siehe Grafik). Laut von Ah liegt das Fernziel des Verbands bei 30000 Spielerinnen. «Das ist wohl das Maximum, was wir in der Schweiz erreichen können. Wir glauben aber, dass dieses Ziel realistisch ist.»

Erfolg ist der Schlüssel zu mehr Spielerinnen

Pro Jahr werden über 2 Millionen Franken in die Förderung des Frauenfussballs investiert – finanziert wird das von den männlichen Kollegen. Wichtig für von Ah ist beispielsweise das Ausbildungszentrum, das sich mittlerweile in Biel befindet. Man müsse junge Talente entdecken und fördern können. «Das funktioniert bereits recht gut.» Seit drei Jahren werden ausserdem alle Heimspiele der Nationalmannschaft und der U-Teams auf der Website des Verbands live übertragen – jedoch ohne Kommentar. Mit den Einschaltquoten ist Marco von Ah zufrieden: «Sie befinden sich im guten fünfstelligen Bereich.»

Auch mit anderen Massnahmen will man die weiblichen Kicker mobilisieren. Extra für die Europameisterschaften wurde ein Song aufgenommen, und auch in den sozialen Medien werden Interessierte umworben. Besonders erfolgreiche Fussballerinnen fungieren als Botschafterinnen, treten etwa in Talkshows auf. Das wichtigste Instrument, um Mädchen und Frauen für den Fussball zu begeistern, ist laut von Ah jedoch der Erfolg der Nationalmannschaft und der Teams der obersten Schweizer Liga. Und auf diesen hoffen die Kickerinnen sowie der Verband auch in den Niederlanden.

Martina Odermatt

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