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5. LIGA: Eklat im Amateurfussball: Schiedsrichter schlägt zurück

Gewalt auf dem Fussballplatz gibts leider ab und zu. In Luzern kams erneut zu einem Vorfall – im Fokus stand der Spielleiter.
Bei diesem Vorfall hatte sich der Spielleiter auch nicht im Griff. (Symbolbild Neue LZ)

Bei diesem Vorfall hatte sich der Spielleiter auch nicht im Griff. (Symbolbild Neue LZ)

Prügelnde Eltern bei Juniorenspielen, verbale Drohungen gegen Schiedsrichter: Bei Fussballspielen in unteren Ligen, auch im Nachwuchs, kam es in letzter Zeit wiederholt zu Problemen (wir berichteten). Nun kam es bei einem Spiel der untersten Amateur-Liga erneut zu einem Handgemenge. Bei diesem teilte offenbar auch der Spielleiter tüchtig aus.

Es geschah am Sonntag auf der Luzerner Allmend beim Meisterschaftsspiel zwischen den 5.-Liga-Mannschaften des Luzerner Sportclubs (LSC) und des FC Luzern a (Breitensport). Das Spiel wurde in der 10. Minute beim Stand von 0:0 abgebrochen – nach einer gelben und einer gelb-roten Karte (Platzverweis) gegen zwei FCL-Spieler.

Schiedsrichter rastete aus

Was daraufhin passierte, ist nicht restlos geklärt. Offenbar versetzte der Rot-Sünder dem Schiedsrichter einen Tritt ans Schienbein und beleidigte ihn verbal. Laut Aussagen von Beteiligten rastete der Spielleiter danach völlig aus. Gemäss einem unserer Zeitung vorliegenden Bericht der FCL-Mannschaft packte er den Spieler am Hals und versuchte, ihn ins Gesicht zu schlagen.

Der Spieler sei weggerannt; der Schiedsrichter habe ihn jedoch «gejagt» und weiterhin «zu schlagen versucht». Der Schiedsrichter habe nur mit Hilfe von rund zehn Spielern und Funktionären beider Teams beruhigt werden können. Dass der Spielleiter den FCL-Spieler «am Hals packte», bestätigt auch Bernadette Spörri, Präsidentin der Spiko (Spielkommission) des LSC. Sie war nicht Augenzeugin des Vorfalls, war aber während des Matches auf der Allmend und sprach mit Direktbeteiligten.

«Es ist schlimm, was passiert ist», betont Luca Mainolfi, Trainer des FC Luzern a 5. Liga. «Wir sind Amateurfussballer und wollen nur Spass haben, und dann geschieht so etwas.» Gemäss den FCL-Spielern trägt die Hauptschuld der Schiedsrichter: «Er kam zu spät zum Spiel, trat arrogant auf und war mit dem Spiel von Anfang an überfordert.»

Offenbar wollte der Schiedsrichter die Partie nach dem Eklat zu Ende spielen lassen. Beide Mannschaften weigerten sich aber. Die FCL-Mannschaft legte noch auf dem Platz einen Protest ein. FCL-Trainer Mainolfi hofft, dass das Spiel wiederholt wird. Ob das möglich sein wird, ist noch offen. Laut Mainolfi hat der Schiedsrichter den Protest nämlich nicht offiziell entgegengenommen.

Einvernahme am 11. November

Urs Dickerhof, Präsident des Innerschweizerischen Fussballverbandes (IFV), hatte gestern noch keine detaillierte Kenntnis vom Vorfall. Die Captains der beiden Mannschaften sowie der Schiedsrichter seien zu einer Einvernahme am 11. November aufgeboten worden: «Wir werden den Bericht unseres Inspizienten anschauen, der das Spiel vor Ort verfolgte, die Sicht aller Beteiligten anhören und dann entscheiden.» Muss auch der Schiedsrichter mit einer Sanktion rechnen? «Je nach Situation ist dies möglich; das kann eine Sperre für mehrere Spiele oder eine Rückstufung sein», sagt Dickerhof.

Falls es zutreffe, dass der Schiedsrichter tätlich gegen einen Spieler wurde, sei dies tatsächlich «noch nie da gewesen», sagt Dickerhof – «jedenfalls nicht in meiner sechsjährigen Amtszeit als IFV-Präsident». Man dürfe den Vorfall aber auch nicht überbewerten, betont Dickerhof. Zu Spielabbrüchen komme es sehr selten- «in der laufenden Saison waren es nur zwei, und das bei Tausenden von Spielen».

Schiedsrichter rechtfertigt sich

Der Schiedsrichter selber äusserte sich gestern auf Anfrage unserer Zeitung auch zum Vorfall. Er sei «beleidigt und tätlich angegangen worden» und habe «in Selbstverteidigung gehandelt», betont er. Laut eigenen Angaben ist er in der Schweiz seit fünf Jahren als Fussballschiedsrichter tätig.

Auf eine «gerechte Beurteilung» des Vorfalls hofft Hans Meyer, Vizepräsident der FCL-Breitensport-Sektion Fussball. Die betreffende 5.-Liga-Mannschaft sei in dieser Saison bisher nicht negativ aufgefallen. «In der 4./5. Liga, spielen viele Spieler mit Migrationshintergrund», sagt Meyer. Dass die Emotionen da oft hochgingen, sei klar. Der letzte gravierende Vorfall liege aber fünf Jahre zurück. Damals sei ein F-Spieler wegen eines Ausrasters für 24 Monate gesperrt und mit 1200 Franken gebüsst worden. «Der Spieler wurde damals auf Wunsch der Mannschaft nicht aus dem Verein ausgeschlossen», so Meyer. «Er wurde aber in die FCL-Vereinsarbeit eingebunden und musste die Busse selber zahlen.»

Hugo Bischof

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