6. Sieg im 6. Spiel? Die U21-Nati will in der Slowakei den nächsten Streich

Fünf Spiele, fünf Siege: Die Schweizer U21-Nationalmannschaft präsentiert sich in der EM-Qualifikation bisher von ihrer besten Seite. Die erste Endrunde seit 2011 winkt. Heute geht es gegen die Slowakei.

Raphael Gutzwiller
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Mauro Lustrinelli (links) hält Captain Kevin Rüegg und Jasper Van Der Werff (rechts) die Faust hin.

Mauro Lustrinelli (links) hält Captain Kevin Rüegg und Jasper Van Der Werff (rechts) die Faust hin.

Ennio Leanza / KEYSTONE

Es ist nicht lange her, da steckte das U21-Nationalteam in einem «Loch», wie es Mauro Lustrinelli heute beschreibt. Im Frühjahr 2019, während sich die Topnationen auf die EM-Endrunde in Italien vorbereiteten, hatte der U21-Nationaltrainer Zeit, den Blick nach vorne zu richten. Wie immer seit 2011 hatte man die Qualifikation verpasst. Diesmal in einer Deutlichkeit, die Fragen aufwarf. Hinter Rumänien, Portugal, Bosnien-Herzegowina und Wales belegte man lediglich den fünften Rang. Die einstige Vorzeigenation in Sachen Nachwuchs war am Boden.

Für Lustrinelli war klar, dass es Veränderungen braucht. «Wir wollten mit dem neuen Jahrgang einen gelungenen Neustart», sagt er. Im November 2018 und im März 2019 bot Lustrinelli die frische Generation erstmals auf, im Hinblick auf die EM 2021. Unter dem Schlagwort «Mission 21» ging es in einem ersten Schritt darum, das Team zusammenzuschweissen. Neben Testspielen kam es auch zu einem Überraschungsevent mit Freundinnen und Familien der Spieler. Der Teamgeist sollte gefördert, der Zusammenhalt gestärkt werden. «Jeder soll stolz sein, das Trikot des Nationalteams tragen zu dürfen», sagt Lustrinelli. «Ich glaube, dass ein Spieler dann sein Potenzial abrufen kann, wenn er sich wohlfühlt.»

Derzeit scheinen sich die U21-Nationalspieler sehr wohlzufühlen. Nach fünf Spielen in der EM-Qualifikation stehen fünf Siege zu Buche. Heute soll in der Slowakei der sechste Streich folgen. «Jetzt erwarten alle von uns einen hohen Sieg, oder?», sagt Lustrinelli am Telefon lachend. Und ernster: «Es wird nicht so einfach, wie alle denken.» Am Freitag hat ein starker Auftritt im Hinspiel in Schaffhausen gegen die Slowakei zum klaren 4:1-Sieg gereicht. «Aber ich glaube, dass die Slowaken zu Hause mit mehr Druck kommen werden.»

Die Schweizer U21-Nati kann derzeit viel jubeln.

Die Schweizer U21-Nati kann derzeit viel jubeln.

Ennio Leanza / EPA

Der Fokus des Schweizer Teams soll aber auch heute in der eigenen Stärke und der offensiven Spielweise liegen. Lustrinelli wünscht einen ähnlich dominanten Auftritt wie in Schaffhausen, kleine Details wolle man aber noch optimieren. «Für mich ist es entscheidend, dass wir in jeder Phase der Partie, die Spielkontrolle behalten», so der Tessiner. «Zudem müssten wir effizienter sein.»

Die Wichtigkeit für ein ganzes Fussballland

Gewinnt die Schweiz auch im sechsten Spiel, ist die Ausgangslage sensationell. Die Gruppensieger und die besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt für die EM-Endrunde. Das Spiel gegen die Slowakei, auf dem Papier neben Frankreich der gefährlichste Gegner, könnte vorentscheidenden Charakter haben. Lustrinelli will davon noch nichts wissen: «Wir müssen weiter unseren Weg gehen. Tatsächlich haben wir uns in dieser Kampagne gut entwickelt und gesteigert. Im Moment läuft es sehr gut. Aber wir sind noch nicht am Ziel.»

Wie wichtig eine Qualifikation der U21 für den Schweizer Fussball wäre, ist sich Lustrinelli bewusst. «Die Endrunde wäre eine riesige Bühne. Nicht nur für die Spieler, sondern auch für die Super League als Ausbildungsliga. Das käme auch den Vereinen zugute.»

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