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Interview

SC-Kriens-Präsident: «6000 Franken Lohn können wir nicht bezahlen»

Am Samstag spielt der SC Kriens in La Chaux-de-Fonds (16.00, Stade de la Charrière) um den Aufstieg in die Challenge League. Ein Punkt würde zwei Spiele vor Saisonschluss schon genügen.
Interview: Turi Bucher
Werner Baumgartner, Präsident des SC Kriens bei der Baustelle des neuen Kleinfeld-Stadions in Kriens. (Bild: Corinne Glanzmann (19. April 2018))

Werner Baumgartner, Präsident des SC Kriens bei der Baustelle des neuen Kleinfeld-Stadions in Kriens. (Bild: Corinne Glanzmann (19. April 2018))

Ein Unentschieden, ein Punkt im Vergleich mit 63 in dieser Saison bereits erkämpften – dieses winzige Pünktchen braucht der SC Kriens in den letzten zwei Partien auswärts in La Chaux-de-Fonds und/oder daheim gegen Stade Lausanne-Ouchy noch zu holen, dann ist die Rückkehr in die Challenge League nach sechs Jahren Absenz realisiert. SCK-Präsident Werner Baumgartner beantwortet kurz vor dem Aufstieg die offenen Fragen.

Werner Baumgartner, haben Sie in Kriens schon mit einem Gläschen auf den Aufstieg angestossen?

Nein, wirklich nicht. Das wäre nicht die richtige Haltung. Es wird nicht angestossen, solange der Aufstieg nicht rechnerisch perfekt ist. Ja, klar, wir müssten uns jetzt dumm anstellen, wenn wir den Aufstieg noch preisgeben. Deshalb sind in diesen Tagen der Sportchef und ich als Präsident Ansprechpartner für die Medien. Die Mannschaft und der Staff sollen in Ruhe arbeiten können.

Genügt im Falle eines Aufstiegs die angekündigte Verdoppelung des Budgets von rund 600 000 Franken auf 1,2 Millionen, um in der Challenge League sportlich zu überleben?

Wir würden in der Challenge League nur Geld verwenden, das uns zugesichert ist. Das sind in erster Linie die 600 000 bis 700 000 Franken von der Swiss Football League für die TV-Rechte. Ansonsten gilt weiter: keine Abenteuer! Wir möchten in erster Linie den aktuellen Spielern das Vertrauen schenken und die Gelegenheit geben, weiterhin in Kriens spielen zu können. Die haben das verdient. Die meisten aus dem Spielerkader sind beruflich etabliert und würden im Falle eines Aufstiegs beim SCK nur marginal mehr verdienen.

«Wir müssten uns jetzt dumm anstellen, wenn wir den Aufstieg noch preisgeben.»

Aber Sportchef Bruno Galliker sagt, die Mannschaft müsse in der Challenge League verstärkt werden.

Wir halten Ausschau nach Talenten, die sich bei uns entwickeln können und wollen. Und nach erfahrenen Spielern, die noch über den nötigen Biss verfügen, den Sprung ins Berufsleben planen und auch noch zu uns passen. Wenn einer Vollprofi bleiben und 6000 Franken monatlich ­abholen will, dann ist er beim SC Kriens an der falschen Adresse.

Die Hilfe des FC Luzern zu Gunsten des Krienser Spielerkaders war auch diese Saison ein blosses Lippenbekenntnis. Wie sieht es diesbezüglich für die nächste Saison aus?

Ja, diese Saison figuriert tatsächlich kein einziger FCL-Spieler im SCK-Kader. Die ideale Lösung wäre, wenn Spieler des FC Luzern beim SC Kriens den entscheidenden Schritt vorwärtsmachen und sie später wieder beim FC Luzern in der Super League auflaufen können. Bis heute wurden Spieler an uns abgetreten, welche beim FC Luzern keine Rolle mehr spielten. Wichtig scheint mir, dass die Zusammenarbeit geprägt ist von langfristigem Denken und dass diese nicht in Frage gestellt ist, wenn es einmal nicht rund läuft.

Wie sieht die finanzielle Situation beim SCK im Zusammenhang mit dem neuen Stadion aus?

Was den Innenausbau des Stadions betrifft, sind wir auf Unterstützung angewiesen, Darlehen und Zuschüsse von Donatoren, die dem SCK gut gesinnt sind. Via Crowdfunding wurden ja bereits rund 280 000 Franken gesammelt. Für den Innenausbau und den Ausbau zur Challenge-League-Tauglichkeit wird der SCK zusammen mit der Kleinfeld AG zwischen 1,6 und 2 Millionen Franken investieren. Ein grosser Teil davon wird sich aus Darlehen zusammensetzen. Es ist mir übrigens wichtig, zu betonen, dass ausser Geschäftsleiter und Sportchef Bruno Galliker in der SCK-Geschäftsleitung keiner etwas verdient. Auch bei einem allfälligen Aufstieg nicht. Das Geld, das man uns anvertraut, wird im Sinne des SC Kriens verwendet.

Kriens-Goalie nicht an die WM

Sebastian Osigwe, der 24-jährige, 1,85 m grosse Torhüter des SC Kriens, hat schon fünf U20-Länderspiele für Nigeria absolviert. Er gilt momentan in der afrikanischen Nation mit 190 Millionen Einwohnern als Goalie Nr. 4. Das bedeutet für Osigwe: Er wird mit den Super Eagles von Nigeria nicht an die Weltmeisterschaft nach Russland reisen. «Ich habe mit Nationaltrainer Gernot Rohr telefoniert. Er hat mir erklärt, dass Kriens zuerst einmal den Aufstieg schaffen solle und dass meine Zeit dann noch kommen werde.»

Der ehemalige YB-Trainer Rohr werde, so Osigwe weiter, voraussichtlich auf den 19-jährigen Francis Uzoho als Nr. 1 setzen. Uzoho spielt in Spanien bei La Coruña B, einem Spitzenteam in der dritthöchsten spanischen Liga. Nach ihm folgen ein Keeper, der in der südafrikanischen Premier Division spielt, sowie ein Goalie aus der nigerianischen PFL-Liga. (tbu.)

Welche Zuschauerkapazität wird das neue Stadion vorweisen?

Eine Kapazität für 3500 Matchbesucher. Wobei im Vergleich mit dem alten Kleinfeld deutlich mehr Sitzplätze zur Verfügung stehen werden.

Die Verpflichtung von Trainer Bruno Berner, der einst als Profi in Freiburg, Blackburn, Leicester und Basel spielte, war ein Volltreffer. Wie erleben Sie seine Arbeit?

Er arbeitet sehr konsequent, sehr professionell. Seine Arbeitsweise könnte beim SC Kriens zum ­Modell für andere Vereinsebenen werden: Professionalität mit der nötigen Rücksicht auf die Situation und das Herz des Vereins.

Die sportliche Wende zum Guten kam Ende März ausgerechnet im Auswärtsspiel in Cham. Was ist da passiert?

Meine Güte, das ist erst sechs Wochen her. Wir sind vom Elend in einen sehr guten Swing gewechselt. Wenn ich bedenke, dass wir am 7. April bei Stade Nyonnais bis zur 60. Minute einen Rückstand von sieben Punkten auf Nyon hatten und jetzt fünf Zähler vorne liegen, dann ist das wirklich frappant. Wir haben viel im mentalen Bereich gearbeitet – der Sportchef, der Trainer sowie ein zusätzlicher mentaler Trainer.

Sie haben bei Ihrem Amts­antritt beim SC Kriens gesagt, sie würden Präsident bleiben, bis die Verschuldung getilgt und der Aufstieg in die Challenge League geschafft ist. Muss der SCK einen neuen Präsidenten suchen?

Ich bleibe. Es wäre nicht der richtige Zeitpunkt, um zu gehen. Aber es ist ein intensives Ehrenamt, für das ich wöchentlich rund 40 Stunden aufwende. Ich wünsche mir, dass ich die Pace, die ich gehe, drosseln kann und den Arbeitsaufwand auf ein normales Mass reduzieren kann.

Also, was glauben Sie, gibt es bereits an diesem Samstag eine Bierdusche für Sie?

Ich hatte ja schon eine Bierdusche, als wir von der 1. Liga Classic in die Promotion League aufstiegen. Ich steckte den ganzen Abend bis in die Nachtstunden im selben, bierdurchtränkten Shirt. Diesmal werde ich mich besser vorbereiten.

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