900 Ruderer am Welcup-Finale am Rotsee

Für das Welcup-Finale auf dem Rotsee vom 8. bis 10. Juli haben sich 901 Ruderinnen und Ruderer in 359 Booten aus 50 Nationen eingeschrieben. Das ist mit Abstand das grösste Starterfeld im Weltcup dieses Jahr.

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Ruderer trainieren auf dem Rotsee. (Bild: Roger Zbinden/Neue LZ)

Ruderer trainieren auf dem Rotsee. (Bild: Roger Zbinden/Neue LZ)

Der Weltcup-Final auf dem Rotsee verspricht Rudersport vom Feinsten. 359 Crews aus 50 Nationen sind am Start, so viele wie noch nie an einem Weltcup-Rennen in dieser Saison. «Dieses fantastische Meldeergebnis freut uns sehr», sagt OK-Präsident Urs Hunkeler vor dem Start der Weltcup-Final-Woche. Das riesige Teilnehmer-Feld ist eine grosse Herausforderung für die Organisatoren, denn die in die Jahre gekommene Ruderinfrastruktur am Rotsee gelangt an ihre Grenzen. «Mit der Gründung des Vereins Naturarena Rotsee und den bereits eingeleiteten Massnahmen sind wir aber auf dem richtigen Weg, wieder attraktiver und was die Infrastruktur betrifft konkurrenzfähiger zu werden.» Es ist ein offenes Geheimnis, dass Luzern bald wieder eine Weltmeisterschaft durchführen möchte.

Top-Nationen mit dabei

Die Ruderwelt Luzern ist aber nicht nur quantitativ erstklassig sondern auch qualitativ. Rund sieben Wochen vor dem Beginn der Weltmeisterschaften suchen in Luzern viele Nationen den letzten Kräftevergleich. So stossen erstmals in dieser Weltcupsaison Australien, USA und Kanada zum Tross. Grossbritannien, Frankreich, Holland, Italien und Griechenland sind ebenfalls wieder dabei. Sie verzichteten aus Angst vor dem EHEC-Virus auf einen Start beim Weltcup in Hamburg.

Stark besetztes Feld bei den Einern

Im Einer der Frauen strebt die in Köln lebende Weissrussin Ekaterina Karsten (39) den dritten Sieg bei der dritten Weltcup-Regatta an. Die Grande Dame des Einers ist in Form. Das bewies sie sowohl in München wie auch in Hamburg wo sie sowohl die amtierende Weltmeisterin Frida Svensson aus Schweden im Griff hatte, wie auch die starke Neuseeländerin Emma Twigg.

Bei den Männern gibt es mehrere Siegesanwärter. Der amtierende tschechische Weltmeister Ondrej Synek (Sieger in München) und der mehrfache neuseeländische Weltmeister Mahe Drysdale (Sieger in Hamburg), aber auch der zweifache Olympiasieger Olaf Tufte aus Norwegen haben auf dem Rotsee schon gewonnen. Einen starken Eindruck hinterlässt momentan auch Lassi Karonen aus Schweden, der in München 3. und in Hamburg 2. geworden war. Stark fährt in Luzern jeweils auch der Brite Alan Campbell und der Deutsche Marcel Hacker, der in München 2. wurde.

Spannung beim Achter-Rennen

Spannung ist garantiert, wenn am Sonntag kurz nach 15 Uhr als letztes Rennen die Achter der Männer auf die 2000-Meter-Strecke gehen. Der Grund: Seriensieger Deutschland peilt einen weiteren Sieg an, den 26. im 26. Rennen. Seit ihrem blamablen Abschneiden an den olympischen Spielen 2008 in Peking – die Deutschen wurden Letzte – hat der Deutschland-Achter kein Rennen mehr verloren und am vergangenen Wochenende in überzeugender Manier die legendeäre Henley-Regatta gewonnen. Grossbritannien, Australien, Holland, aber auch die USA oder Olympiasieger Kanada werden dem Weltmeister alles abverlangen.

Schweizer an der Weltspitze dabei

Mittendrin in der Weltspitze sind auch die Schweizer Boote. Beim Saisonauftakt in München belegte Pamela Weisshaupt im leichten Skiff der Frauen den 3. Rang und der leichte Vierer ohne Steuermann mit Mario Gyr (Luzern), Simon Niepmann (Zürich), Lucas Tramèr (Vésenaz) und Simon Schürch (Sursee) den unglücklichen 4. Rang hinter Olympiasieger Dänemark, Frankreich und Grossbritannien. Beim zweiten Weltcup in Hamburg fehlte der leichte Schweizer Vierer ohne wegen Uni-Prüfungen, Nationen wie Frankreich und Grossbritannien blieben dem Anlass wegen der Ansteckungsgefahr des EHEC-Virus fern. In Luzern sind nun aber alle bisherigen Finalteilnehmer wieder am Start. «Wir möchten natürlich vor dem Heimpublikum unseren Aufwärtstrend fortsetzen», sagt Schlagmann Mario Gyr. «Wir wollen aufs Podest und vor der WM nochmals eine Duftmarke setzen.» Den letzten Schliff holte sich das Quartett in einem Trainingslager auf der Olympiastrecke von 2012 in Eton und an der Henley-Regatta.

Gespannt sein kann man auch auf den neuformierten schweren Doppelvierer mit André Vonarburg (Sempach), Nico Stahlberg (Kreuzlingen), Florian Stofer (Sempach) und Jérémy Maillefer (Lausanne). Für dieses – wie für einige andere Schweizer Boote am Rotsee auch – geht es noch um die WM-Qualifikation. Beim Weltcup in Hamburg fuhr das Boot auf Anhieb auf Rang 4. Gelingt dem Quartett auch in Luzern die Qualifikation für den A-Final, käme das in Anbetracht des stärkeren Startfeldes in Luzern einem grossen Erfolg gleich. Nach dem Rennen auf dem Rotsee entscheidet der Schweizer Ruderverband ob er weiter auf den Vierer setzt, oder Vonarburg/Stofer wieder im Doppelzweier ins Rennen schickt.

Bei den Frauen lief es gerade umgekehrt. Nach dem ernüchternden Resultat des Frauen Doppelvierers beim Weltcupauftakt in München entschied der SRV, dass das Projekt aufgelöst wird und man mit Regina Naunheim (Wädenswil) und Sarah Zurbrügg-Greenaway (Zug) künftig auf den Doppelzweier setzt. Das Duo belegte bei seinem ersten Rennen beim Weltcup in Hamburg den 8. Rang. Die Rennen auf dem Rotsee werden auch ihnen zeigen, wo sie im internationalen Vergleich stehen.Dasselbe gilt auch für den leichten Doppelzweier der Frauen mit Eliane Waser (Luzern) und Olivia Wyss (Sursee). Sie konnten an den beiden Weltcuprennen in München (Rang 13) und Hamburg (Rang 13) noch nicht wie gewünscht überzeugen. Um den von ihnen angestrebten Olympia-Quotenplatz für London 2012 zu erreichen, müssen sie sich am Rotsee und in den kommenden Wochen mächtig steigern. Ersatzfrau Fabiane Albrecht wird wie schon in München (Rang 8) und Hamburg (Rang 6) im leichten Skiff an den Start gehen.

Nach der Bronzemedaille in derselben Bootsklasse in München darf Pamela Weisshaupt auch beim zweiten Start im Weltcup in dieser Saison in Luzern mit Edelmetall spekulieren, immerhin ist sie zweifache Weltmeisterin mit dem leichten Skiff.

Gratis-Eintritt für Zuschauer

Was das Luzerner Elektro-Traditionsunternehmen Frey+Cie den Zuschauern an der Luzerner Ruderwelt ermöglicht, wünschen sich noch andere Top-Sportveranstalter in der Schweiz: Gratiseintritt für alle Zuschauer. «Die Ruderwelt strahlt viel Positives aus», nennt Claudia Häfliger, Verwaltungsratsmitglied und Projektleiterin der Frey +Cie, einen der Gründe für die langjährige Unterstützung des Ruderspektakels auf dem Rotsee.

Nebst Weltklasserudersport und Gratiseintritt können sich die Besucher in den Restaurants und an den vielen Ständen und auch kulinarisch verwöhnen lassen.

Das Samsung Weltcup-Finale auf dem Rotsee vom 8. bis 10. Juli ist das letzte grosse Kräftemessen vor den Weltmeisterschaften von 28. August bis 4. September 2011 im slowenischen Bled.

pd

Schweizer Boote am Rotsee

M1x: Samuel Annen (SC Zug).
M1x: Dimitri Weitnauer (RC Thalwil).
LM1x: Frédéric Hanselmann (Lausanne Sports Aviron).
LM2x: Michael Schmid (SC Luzern), Raphaël Jeanneret (CA Vevey).
LM2-: Nicola Edelmann (SC Zürich), Silvan Zehnder (SC Zürich).
M4x: André Vonarburg (SC Sempach), Nico Stahlberg (RC Kreuzlingen), Florian Stofer (SC Sempach), Jérémy Maillefer (Lausanne Sports Aviron).
LM4-: Simon Schürch (SC Sursee), Lucas Tramèr (CA Vésenaz), Simon Niepmann (SC Zürich), Mario Gyr (SC Luzern).
LM4x: Valentin Gmelin (RC Uster), Giorgis Vincent (Lausanne Sports Aviron), Nicholas Roth (CA Vevey), Daniel Wiederkehr (RC Baden).
LW1x: Pamela Weisshaupt (SC Küsnacht).
LW1x: Fabiane Albrecht (SC Thun).
LW2x Eliane Waser (SC Luzern), Olivia Wyss (SC Sursee).
W2x: Regina Naunheim (SC Wädenswil), Sarah Zurbrügg-Greenaway (SC Zug).