FC Aarau

Bittere Niederlage in Thun: Der FC Aarau verliert trotz starkem Auftritt in Unterzahl

Der FC Aarau kassiert in der Stockhorn Arena eine ärgerliche 0:1-Niederlage. Über 60 Minuten zeigen die Aarauer dabei in Unterzahl eine ansprechende Leistung, für die sie sich jedoch nicht belohnen können. Besonders ärgerlich dabei: Der FCA vergibt mehrere hochkarätige Chancen.

Sebastian Wendel
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FCA-Trainer Stephan Keller darf mit der Leistung seiner Mannschaft trotz Niederlage zufrieden sein.
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Saleh Chihadeh schlägt kurz vor Schluss zu.
Marco Aratore wird in der Schlussphase eingewechselt.
FCA-Goalie Simon Enzler pariert spektakulär.
Die Entscheidung fällt dank einem Kopfballtor von Saleh Chihadeh.
Shkelzen Gashi im Laufduell gegen Nuno Da Silva.
Olivier Jäckle wird seiner Rolle als Regisseur beim FCA einmal mehr gerecht.
Shkelzen Gashi ärgert sich über eine verpasste Chance.
Leon Bergsma im Zweikampf mit Nuno Da Silva.
Elsad Zverotic wird in der zweiten Halbzeit eingewechselt und weiss dabei kämpferisch zu gefallen.
Der FC Aarau lässt den FC Thun lange verzweifeln.
Raoul Giger lässt nichts anbrennen.
Thun drückt in den letzten Minuten vor der Halbzeit auf den Führungstreffer.
Kevin Spadanuda beschäftigt die Thuner Verteidigung.
Trotz Unterzahl zeigt der FC Aarau eine ansprechende Partie.
Es ist nicht der Abend von Petar Misic: Der Aarauer verschuldet einen Penalty und fliegt nach einer halben Stunde vom Platz.
Schiedsrichterin Esther Staubli zeigt Petar Misic die zweite Gelbe Karte.
Nächster Rückschlag für den FCA nach 30. Minuten: Petar Misic fliegt mit Gelb-Rot vom Platz.
FCA-Neuzugang Arijan Qollaku muss sich nach der Verletzung auswechseln lassen und verlässt die Stockhorn Arena in Richtung Spital. Eine Diagnose steht noch aus.
Schockmoment in der 9. Minute: Arijan Qollaku verletzt sich nach einem Zweikampf am Knie.
FCA-Keeper Simon Enzler hält in der Startphase einen schwach geschossenen Penalty von Chris Kablan.
Der FC Thun erwischt den besseren Start in die Partie.

FCA-Trainer Stephan Keller darf mit der Leistung seiner Mannschaft trotz Niederlage zufrieden sein.

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Tief in der Nachspielzeit ist es ein Eckball, der den Gästen aus Aarau nochmals Hoffnung bringt. Aber auch beim zwölften Mal will der Ball nicht ins Tor. Danach ist die Partie vorbei und die Niederlage Tatsache.
Zwölf Eckbälle, doppelt so viele wie der Gegner. Eigentlich eine nebensächliche Statistik.

Doch sie versinnbildlicht, wer in der Stockhorn-Arena die dominante Mannschaft war: Der FC Aarau, der seit der 30. Minute und dem ultraharten Platzverweis gegen Petar Misic in Unterzahl agieren muss. Mehr noch: Bereits in der Startviertelstunde verlieren die Aarauer Arijan Qollaku, beim Linksverteidiger deutet viel auf eine schwere Knieverletzung hin.

Vieles deutet darauf hin, dass sich Arijan Qollaku schwer am Knie verletzt hat.

Vieles deutet darauf hin, dass sich Arijan Qollaku schwer am Knie verletzt hat.

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Viele Mannschaften schalten nach zwei solchen Nackenschlägen in den Überlebensmodus um. Nicht der FC Aarau: Nach kurzer Umgewöhnung auf die Unterzahl wäre bei der Doppelchance von Rrudhani und Gashi schon vor der Pause die Führung dringelegen.

Brillante zweite Halbzeit

Was die Gäste dann in der zweiten Halbzeit zeigen, verdient nur eine Bezeichnung: Brillant. Das mag schräg tönen, wenn am Ende der Sieger FC Thun heisst. Doch für diese Niederlage muss sich der FC Aarau nicht grämen. Im Gegenteil.

Der FC Aarau verlangt dem FC Thun in der zweiten Halbzeit alles ab.

Der FC Aarau verlangt dem FC Thun in der zweiten Halbzeit alles ab.

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Nochmals: Ein Mann weniger seit der 30. Minute; der Gegner der Absteiger aus der Super League, dort die drittbeste Mannschaft in der Rückrunde der vergangenen Saison. Unbeeindruckt davon zieht der FC Aarau ein Powerplay auf, Mitte der zweiten Halbzeit bieten sich grosse bis sehr grosse Chancen auf das 1:0.

Die Thuner? Wissen nicht, wie ihnen geschieht. Hätten sie vor der Partie nur auf ihren Trainer Carlos Bernegger gehört, der gesagt hat: «Der FC Aarau ist eine der besten Mannschaften der Liga.»
In der 66. Minute ertönt auf der Ersatzbank des FC Aarau lauter Torjubel. Zurecht: Denn drei Meter vor dem verlassenen Tor kommt der Ball zu Rrudhani, das 1:0 ist eigentlich Formsache. Doch Rrudhani schafft tatsächlich das Kunststück, nicht zu treffen.

Aarau lässt hochkarätige Chancen aus

Später sind es wieder Rrudhani, Bergsma und der eingewechselte Zverotic, die hochkarätige Möglichkeiten ungenutzt lassen. Und so lautet das angesichts sechzigminütiger Unterzahl groteske Fazit aus Aarauer Sicht: Dieses Spiel hätte man gewinnen müssen. Der einzige Vorwurf, den sich die Gäste machen müssen: Mangelnde Chancenauswertung.

Das einzige Tor der Partie fällt in der 84. Minute. Erzielt durch den Thuner Einwechselspieler Chihadeh, der in gleicher Rolle bereits eine Woche zuvor zum 2:1 in Kriens getroffen hat. Gegen Aarau kommt er nach einer Flanke zwischen Bergsma und Giger unbedrängt zum Kopfball und überwindet knapp Goalie Enzler.

Simon Enzler zeigte im Tor des FCA einmal mehr eine überragende Leistung.

Simon Enzler zeigte im Tor des FCA einmal mehr eine überragende Leistung.

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Apropos Enzler: Die Leihgabe vom FC Luzern steht sinnbildlich für die defensive Glanzleistung der Aarauer, die ebenso viel Anerkennung verdient hat wie das Chancenfestival. Vor dem 1:0 nämlich hat Thun nur gerade zwei Chancen auf einen Treffer, notabene noch bei personellem Gleichstand. Die erste ist ein Weitschuss von Fatkic an den Pfosten, die zweite ein von Enzler gehaltener Penalty nach dem Handspiel von Misic.

Tragische Figur des Abends

Womit wir zum Schluss bei der tragischen Figur des Abends sind: Vor der Partie in Thun hat Petar Misic in dieser Saison noch keine Rolle gespielt, im Berner Oberland rutscht er – und überraschend nicht Captain Elsad Zverotic – für den verletzten Mats Hammerich in die Startelf. In der Szene, die zum Penalty führt, agiert Misic übermotiviert und wird ein erstes Mal verwarnt.

Petar Misic wird nach einer halben Stunde von Schiedsrichterin Esther Staubli vom Platz gestellt.

Petar Misic wird nach einer halben Stunde von Schiedsrichterin Esther Staubli vom Platz gestellt.

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Das gilt auch für das Foul in der 30. Minute an Kablan, das zur zweiten Gelben Karte und somit zum Platzverweis führt. Trotzdem: In dieser Szene wäre von Schiedsrichterin Esther Staubli Fingerspitzengefühl angesagt gewesen. Andererseits: Erst in Unterzahl hat der FC Aarau aufgedreht und sich trotz Niederlage viel Respekt verschafft.

Das Telegramm

FC Thun – FC Aarau 1:0 (0:0)

Stockhorn Arena. – 0 Zuschauer. – SR: Staubli. – Tor: 84. Chihadeh 1:0.

Thun: Hirzel; Wetz (73. Chihadeh), Rodriguez, Havenaar, Kablan; Fatkic (46. Dzonlagic), Hasler; Da Silva (83. Salanovic), Karlen, Hefti (46. Ahmed, 73. Schwizer); Kyeremateng.


Aarau: Enzler; Giger, Thiesson, Bergsma, Qollaku (15. Verboom); Spadanuda (87. Schneider), Jäckle, Rrudhani (87. Aratore), Misic; Gashi, Stojilkovic (46. Zverotic).


Bemerkungen: Thun ohne Castroman (verletzt), Breitenmoser, Fuhrer, Joss, Rüdlin und Vasic (alle nicht im Aufgebot). Aarau ohne Schindelholz (krank), Balaj, Hajdari, Hammerich, Peralta, Thaler (alle verletzt), Caserta und von Arx (beide nicht im Aufgebot). – 6. Enzler pariert Handspenalty von Kablan. 13. Qollaku verletzt ausgeschieden. – Verwarnungen: 6. Misic (Handspiel), 69. Wetz, 79. Kablan, 89. Chihadeh (alle Foulspiel). – Platzverweis: 30. Misic (Foulspiel, gelb/rot).

Das sind die Stimmen zur Partie:

Das sind die Noten zur Partie:

Simon Enzler: Note 5 Hält in der Startphase einen Penalty von Kablan. Beim einzigen Gegentor machtlos.
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Raoul Giger: Note 5 Er steigert sich von Spiel zu Spiel. Mit Power und gutem Stellungsspiel!
Jérome Thiesson: Note 5 Wird auf der ungewohnten Position des Innenverteidigers immer sicherer.
Léon Bergsma: Note 5 Der Abwehrchef glänzt mit einer tadellosen Leistung und schaltet sich oft in den Angriff ein.
Arijan Qollaku: Keine Note Der Linksverteidiger verletzt sich am rechten Knie und muss bereits in der 13. Minute ausgewechselt werden.
Kevin Spadanuda: Note 4,5 Mit vielen starken Szenen, aber im Abschluss zu harmlos.
Olivier Jäckle: Note 5,5 Er ist der Denker und Lenker im Aufbau und hat viel Ballbesitz. Der beste Aarauer!
Donat Rrudhani: Note 5 Er vergibt in der 66. Minute und 69. Minute zwei Topchancen zum Führungstreffer. Schnell und trickreich.
Petar Misic: Note 2 Verschuldet mit einem Handspiel einen frühen Penalty (6.). Und sieht nach einem Foul an Kablan die gelb-rote Ampelkarte in der 30. Minute.
Shkelzen Gashi: Note 4,5 Doppelchance vor der Pause und sehr mannschaftsdienlich. Im Abschluss kommt aber zu wenig.
Filip Stojilkovic: Note 4 Hat eine Chance, verrichtet viel Laufarbeit, aber ohne jegliche Durchschlagskraft.
Bryan Verboom: Note 5 Der Belgier kommt in der 15. Minute für Qollaku und zeigt eine starke Leistung.
Elsad Zverotic: 4,5 Er kommt in der 46. Minute für Filip Stojilkovic und weiss kämpferisch zu gefallen.
Marco Aratore: Keine Note Er kommt in der 87. Minute für Rrudhani. Zu kurzer Einsatz für eine Note.
Randy Schneider: Keine Note Er kommt in der 87. Minute für Spadanuda. Zu kurzer Einsatz für eine Note.

Simon Enzler: Note 5 Hält in der Startphase einen Penalty von Kablan. Beim einzigen Gegentor machtlos.

Sarah Rölli

Partie verpasst? Lesen Sie hier den Spielverlauf im Liveticker nach: