Challenge League
Glanzlichter und eine Portion Glück: Wie der FC Aarau die Schaffhauser bezwang

Der FC Aarau gewinnt zum Saisonauftakt gegen Schaffhausen dank Toren von Kevin Spadanuda und Liridon Balaj 2:0. Der Sieg fiel der Mannschaft von Trainer Stephan Keller nicht in den Schoss.

Ruedi Kuhn
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Ein Flugkopfball wie aus dem Bilderbuch sorgte für das 1:0 für den FC Aarau.

Ein Flugkopfball wie aus dem Bilderbuch sorgte für das 1:0 für den FC Aarau.

Marc Schumacher / freshfocus

Wer erinnert sich an den Auftakt zur Saison 2012/13? Der FC Aarau siegte in der ersten Runde im Derby in Wohlen dank eines Tores von Goran Antic in der 71. Minute mit 1:0. Das ist insofern erwähnenswert, als dass die Aarauer in den folgenden acht Jahren nie mehr ein erstes Spiel einer Saison gewinnen konnten. Nach dem 2:0-Erfolg gegen den FC Schaffhausen zu Beginn der Saison 2021/22 ist diese Negativserie endlich vorbei. Der Sieg gegen die Nordostschweizer war schliesslich durchaus verdient, fiel der Mannschaft von Trainer Stephan Keller allerdings nicht in den Schoss.

Der FC Aarau hatte nämlich Glück, dass er mit einem 0:0 in die Pause gehen konnte. Schaffhausen hatte in der ersten Halbzeit ein Chancenplus. Joaquin Ardaiz (3.), Ivan Prtajin (40. und 45.) und Danilo Del Toro (47., Nachspielzeit 1. Halbzeit) vergaben vier hochkarätige Möglichkeiten. Demgegenüber hatte Kevin Spadanuda nach einer herrlichen Flanke von Donat Rrudhani die einzige Grosschance der Aarauer in der ersten Hälfte (19.). Spadanuda setzte seinen Flugkopfball aus aussichtsreichster Position allerdings neben das Tor.

Kellers Team kam in den ersten 45 Minuten nur schwer in die Gänge, offenbarte Schwächen in der Defensive, liess dem spielstarken Gegner zu viele Freiheiten und hatte nur wenig Zugriff aufs Spiel. Dass es der FC Schaffhausen im Abschluss an der nötigen Effizienz vermissen liess und Prtajin bei seiner Grosschance in der 40. Minute mit einem Lattenknaller aus kurzer Distanz auch noch viel Pech hatte, war das Glück des FC Aarau.

Spadanudas Tor verlieh Aarau einen Schub

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag: Der wirblige Flügelstürmer Spadanuda erzielte sechs Minuten nach Wiederanpfiff mittels Kopfball nach grossartiger Vorarbeit von Bastien Conus den Führungstreffer für die Aarauer. Dies kurz nachdem Ardaiz die fünfte Topchance für die Schaffhauser vergeben hatte. Spadanudas Tor verlieh den Aarauern einen Schub. Nach dem 1:0 ging ein Ruck durchs Team. Schliesslich war es Liridon Balaj, der in der 86. Minute nach Zuspiel von Marco Aratore das aus Aarauer Sicht erlösende 2:0 erzielte. Sowohl der Torschütze als auch der Passgeber kamen erst im Verlauf der zweiten Halbzeit ins Spiel und brachten viel Schwung in die Angriffsmaschinerie.

Kevin Spadanuda machte viel Betrieb.

Kevin Spadanuda machte viel Betrieb.

Marc Schumacher / freshfocus

Der Saisonauftakt im Brügglifeld vor 3025 Zuschauern ist aus Sicht des FC Aarau also geglückt. Gut möglich, dass der Gewinn der drei Punkte dem Aufstiegsfavoriten vor den schwierigen Auswärtsspielen gegen Thun (Freitag, 6. August) und Xamax (Dienstag, 10. August) Flügel verleiht. Das Spiel gegen den FC Schaffhausen hat aber auch gezeigt, dass der Kampf um die Spitzenplätze in der Challenge League alles als ein Selbstläufer ist. Offensiv verfügen die Aarauer über viel Qualität.

Kommt hinzu, dass Mittelfeldspieler Allen Njie ein Riesengewinn fürs Team ist. Der Liberianer geht nicht nur kompromisslos in die Zweikämpfe, er ist auch ein feiner Techniker, hat eine gute Übersicht und sucht den Torerfolg. Und Njie passt im zentralen Mittelfeld ideal zu Denker und Lenker Olivier Jäckle.

In seinem ersten Pflichtspiel war Allen Njie sofort ein Gewinn für seine neue Mannschaft.

In seinem ersten Pflichtspiel war Allen Njie sofort ein Gewinn für seine neue Mannschaft.

Marc Schumacher / freshfocus

Bei allem Lob zum gelungenen Start in die neue Saison ist eines klar: Dass der FC Aarau gegen Schaffhausen keinen Treffer kassiert hat, grenzt an ein kleines Wunder. Und dieses kleine Wunder ist vor allem der Tatsache zu verdanken, dass der Gegner fünf Topchancen auf fahrlässige Art und Weise versiebt hat. Bleibt zum Schluss die bange Frage: Wie schwer ist die Verletzung, die sich Torschütze Spadanuda kurz vor Schluss in einem Zweikampf zugezogen hat?

Telegramm

FC Aarau – FC Schaffhausen 2:0 (0:0)

Brügglifeld. – 3’025 Zuschauer. – SR: Horisberger. – Tore: 51. Spadanuda (Conus) 1:0. 86. Balaj (Aratore) 2:0.

Aarau: Enzler; Thiesson (73. Schwegler), Bergsma, Kronig, Conus; Spadanuda, Jäckle, Njie (82. Giger), Rrudhani; Gashi (67. Aratore); Almeida (82. Balaj).

Schaffhausen: Saipi; Krasniqi, S. Müller, Padula, A. Müller (85. Neitzke); Maouche (85. Sahitaj), Lika (61. Mujcic), Bislimi, Del Toro; Prtajin, Ardaiz (85. Vukasinovic).

Bemerkungen: Aarau ohne Qollaku (verletzt), Avdyli, Caserta, Lujic, Senyurt und Thaler (alle nicht im Aufgebot). Schaffhausen ohne Deronjic, Hamdiu, Kastrati, Menezes, Rodriguez, Talic (alle verletzt), Aslani, Bajrami, Gonzalez und Grob (alle nicht im Aufgebot). – 32. Lattenschuss Prtajin. – Verwarnungen: 77. Krasniqi, 88. Mujcic (beide Foulspiel).

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