Reitnau

Christian Reck: Der etwas andere Fahrlehrer

Morgen findet in Reitnau das Bergrennen statt. Es macht den Auftakt zur Bergsaison. Mittendrin ist Fahrlehrer Christian Reck, der morgen seiner Konkurrenz das Fürchten lehrt.

Silvan Schmutz
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Die vorgeschriebene Maximalgeschwindigkeit einhalten und den Verkehrsregeln entsprechend ans Ziel gelangen – die Grundmaxime eines jeden Fahrlehrers.

Will Christian Reck aber morgen, Sonntag, beim Bergrennen in Reitnau vor den Zuschauern überzeugen, so muss er zwangsläufig all jene Prinzipien über den Haufen werfen, die er tagtäglich bei seiner Arbeit predigt. Reck ist nämlich Fahrlehrer der Moto/Car Expert Fahrschule in Moosleerau. Und nebenbei auch noch leidenschaftlicher Rennfahrer.

Mit halsbrecherischem Tempo riskante Kurven zu schneiden, statt den von rechts kommenden Verkehrsteilnehmern den Vortritt zu lassen, ganz nach dem Motto: Wasser predigen und Wein trinken.

Für den 50-Jährigen aber kein Widerspruch: «Fahrlehrer und gleichzeitig Rennfahrer zu sein, ist absolut vertretbar. Man muss nur differenzieren können zwischen Normalverkehr und abgesperrten Rennstrecken. Und Wein trinke ich sowieso nie, wenn ich noch fahre!», stellt Reck klar.

Heil über den Berg kommen

Das Rennen in Reitnau ist für Christian Reck praktisch das Hausrennen. Die Fahrschule liegt in Moosleerau, dem Nachbardorf von Reitnau. Deshalb kann er auf eine breite Fangemeinde zählen, die ihn und seinen Subaru Impreza beim morgigen Rennen unterstützt.

«Bei diesem Bergrennen habe ich Heimvorteil. Ich kenne die Strecke und kann auf den Beistand der Gemeinde zählen.» Das Ziel des Fahrlehrers ist einerseits eine gute Zeit zu fahren, andererseits den Subaru heil ins Ziel zu bringen. Bisher hat er diese beiden Grundsätze gut unter einen Hut gebracht.

Streckenrekord in Gefahr

Den Motorsportbegeisterten wird aber am ersten Bergrennen der Saison auch neben dem tempobegeisterten Fahrlehrer einiges geboten.

Die Veranstalter rechnen mit mehr als 200 startenden Fahrzeugen, darunter befinden sich zahlreiche Juwelen der Motorgeschichte. Das morgige Bergrennen, das schon länger ein Austragungsort der Schweizer Meisterschaft ist, zählt ausserdem in diesem Jahr erstmals in der Wertung des Deutschen Sportswagen-Cups.

Der bisherige Streckenrekord wird also auf die Probe gestellt. Das zieht viele Fans der Motorszene ins aargauische Reitnau.

Auch zahlreiche Fahrschüler von Christian Reck werden in der Fanmeile sein, um ihren etwas anderen Fahrlehrer bei seinem Lieblingshobby zu bewundern.