Volleyball NLA

Der Spass ist zurück bei den Schönenwerdern

Ein starker TV Schönenwerd ringt dem Meister Lugano zu Hause einen Punkt ab (2:3). Angeführt vom starken Australier Jordan Richards gelang es den Solothurnern, den Meister der letzten Jahre an den Rand einer Niederlage zu bringen.

Raphael Wermelinger
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Die Schönenwerder Giger und Hofstede (vl.) versuchen Luganos Topscorer Jakovljevic zu blocken.

Die Schönenwerder Giger und Hofstede (vl.) versuchen Luganos Topscorer Jakovljevic zu blocken.

Hans Ruedi Aeschbacher

Der TV Schönenwerd brachte den amtierenden Meister Lugano in der siebten Runde an den Rand einer Niederlage. „Mit etwas mehr Glück hätten wir das Spiel gewonnen“, meinte Trainer Bujar Dervisaj nach dem knapp zweistündigen Krimi ohne zu hadern. Sein Team zeigte eine starke Leistung und eine deutliche Reaktion auf die 0:3-Pleite in Näfels vor Wochenfrist. Die Niederämter agierten nicht nur von Anfang an auf Augenhöhe mit den Südtessinern, welche die Liga in den letzten zwei Jahren nach Belieben dominiert hatten, sondern lagen nach Sätzen sogar zweimal in Front.

Super Start

Angepeitscht vom Australier Jordan Richards, mit sieben Punkten der beste TVS-Scorer im ersten Durchgang, gewannen die Schönenwerder den Startsatz mit 25:23. Das Heimteam übernahm kurz nach dem ersten technischen Timeout die Führung und gab diese nicht mehr her. Die Annahme der Niederämter stand sehr sicher, und im Angriff spielte das Heimteam variantenreich und punktete über alle Positionen. Zudem setzte der TVS auch mit sehenswerten Blocks immer wieder Nadelstiche.

Im zweiten Satz leisteten sich die Schönenwerder nur ein paar Fehler mehr als im ersten. Dies reichte für die Luganesi aber bereits, um wieder auszugleichen. Doch weder durch den Satzausgleich noch durch den frühen Rückstand im dritten Durchgang liess sich der TVS verunsichern. Vor allem dank einer starken Leistung am Service – nur drei Aufschlagfehler im dritten Satz, Lugano hatte deren acht – hiess es am Ende 25:21 für das Heimteam.

Es braucht 100 Prozent

Das Wissen, bereits einen Punkt in der Tasche zu haben, schien die Schönenwerder aber zwischenzeitlich zu lähmen. Das bestätigte auch Teamchef Daniel Bühlmann, der insgesamt sehr zufrieden war mit dem Auftritt des Teams: „Die Konzentration der Spieler hat nach dem 2:1 nur drei, vier Prozent nachgelassen, doch das hat bereits gereicht.“ Das deutliche 16:25 gab Trainer Dervisaj immerhin die Gelegenheit, jedem Spieler ein wenig Einsatzzeit zu gönnen und eine frisch ausgeruhte Startsechs ins Tiebreak zu schicken.

Dieses startete mit einem Schreckmoment für den TVS: Richards verletzte sich beim Punkt zum 2:3 am Knie und konnte nicht mehr weiterspielen. Sein Ersatz, Noah Eichenberger, fügte sich indes sehr gut ein. Mit einem Ass und einem Service-Winner machte er den frühen Rückstand seines Teams wieder wett (7:7). Am Schluss machten dann aber doch die Routine und individuelle Klasse der „Weltauswahl“ den Unterschied aus. Lugano, das praktisch während der gesamten Spielzeit mit einem Brasilianer, einem Mexikaner, zwei Kanadiern, einem Serben, einem Puerto Ricaner und nur einem Schweizer agierte, holte sich das Tiebreak (15:12) und den zweiten Punkt. „Das Team hat gefightet, bis es nicht mehr ging“, freute sich TVS-Coach Dervisaj dennoch zurecht über den Achtungserfolg seiner Mannschaft, „am wichtigsten ist, dass der Spass zurück ist – alle sind zufrieden.“

Heimkehr für Brander

Speziell war die Partie für Fabian Brander. Er trug in den letzten zwei Saisons das TVS-Dress und wechselte auf die neue Spielzeit ins Tessin. „Mit dem Potenzial, das in unserem Team steckt, haben wir uns sicher mehr erhofft und den Punkt nicht gerne abgegeben“, meinte der Rothrister nach dem Spiel. Er sprach von einer Partie auf hohem Niveau, in die er selber nur gelegentlich, bei taktischen Wechseln von Trainer Mario Motta, eingreifen durfte. „Auf meiner Position verfügen wir über zwei sehr gute Ausländer. Doch ich sehe das als Challenge.“