Handball
Der Tanz zwischen Nationalmannschaft und Playoffs

Die beiden Aargauer Talente Dimitrij Küttel und Marvin Lier wechselten vor zwei Jahren zu einem Schweizer Topverein. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten sind die beiden aber mittlerweile zu Leadern gereift.

Fabio Baranzini
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Marvin Lier bestritt bislang 13 Länderspiele.

Marvin Lier bestritt bislang 13 Länderspiele.

KEYSTONE

Die Wege von Dimitrij Küttel (21) und Marvin Lier (22) weisen viele Parallelen auf. Die beiden Aargauer Talente haben ihren Heimkanton 2012 verlassen. Küttel wechselte vom HSC Suhr Aarau zu Kadetten Schaffhausen, Lier von Endingen zu Pfadi Winterthur. Beide benötigten nach dem Wechsel zu den nationalen Spitzenvereinen etwas Anlaufzeit, erkämpften sich jedoch in dieser Saison einen Stammplatz und sind heute Bestandteil der Nationalmannschaft.

Besonders augenfällig war die Leistungssteigerung – man kann schon fast von einer Leistungsexplosion sprechen – bei Dimitrij Küttel. In der letzten Spielzeit gehörte der rechte Rückraumspieler noch der NLB-Equipe der Kadetten an und kam lediglich zu vereinzelten Einsätzen im Fanionteam. In dieser Saison hat er sich nun als Stammspieler etabliert, erzielte bisher 41 Treffer und kam gar in der Champions League zu mehreren Einsätzen.

«Ich dachte zwar, dass ich etwas häufiger in der NLA spielen werde, aber ich hätte nie damit gerechnet, dass ich in der Champions League spiele», so Küttel. Und der Aargauer hat in der Königsklasse nicht einfach nur gespielt, sondern er hat ein beeindruckendes Debüt abgeliefert. «Im Heimspiel gegen Kielce habe ich gleich sechs Tore geschossen. Das war schon sehr speziell.»

Mehr Variation

Nicht ganz so steil, aber deswegen nicht minder eindrücklich ist der Aufstieg von Marvin Lier. Im Gegensatz zu Küttel gehörte der flinke Flügelspieler bei Pfadi Winterthur schon direkt nach seinem Wechsel zur ersten Mannschaft und kam regelmässig in der NLA zum Einsatz. Und in dieser Saison konnte sich der Ehrendinger einen Stammplatz ergattern.

«Vor allem meinen Wurf konnte ich deutlich verbessern. Mittlerweile habe ich viel mehr Variationen im Repertoire», glaubt Lier den Hauptgrund für seine Steigerung zu kennen. Dass er mit dieser Einschätzung wohl richtig liegt, zeigt ein Blick auf die Statistik: Mit 69 erzielten Treffern ist Lier der fünftbeste Schütze in den Reihen der Winterthurer.

Vergangene Woche kreuzten sich die Wege von Küttel und Lier. Die beiden jungen Aargauer wurden für die zwei EM-Qualifikationsspiele gegen Tschechien aufgeboten. Während Küttel im ersten Match zu zwei Einsatzminuten kam, musste Lier über die Klinge springen. Als einer von zwei Spielern schaffte er es nicht ins Aufgebot und musste die Duelle gegen die Tschechen von der Tribüne verfolgen. «Die Rolle des Zuschauers nehme ich nur sehr ungern ein. Es ist schwer, wenn man dem Team nicht helfen kann», so Lier.

Duell um den Titel?

Bald schon kann Lier jedoch wieder ins Geschehen eingreifen. In den NLA-Playoffs startet er mit Pfadi als Qualifikationssieger in die entscheidende Meisterschaftsphase. Das Ziel ist klar: Der Titel soll her. Doch bei dieser Entscheidung wollen auch die Schaffhauser mit Dimitrij Küttel ein Wörtchen mitreden.

«Wenn du im Dress der Kadetten spielst, ist der Titel immer das Ziel», so Küttel. Sollten Pfadi Winterthur und Kadetten Schaffhausen ihre Halbfinalduelle gewinnen, käme es im finalen Kampf um den Meistertitel auch zum Aargauer Duell Küttel gegen Lier. Es wäre für beide die Krönung ihrer bislang stärksten Saison.

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