Fussball

Ein Höhenflug der Integration – Eagles steigen erneut auf

Zum dritten Mal in der dreijährigen Klubgeschichte gelingt den Eagles Aarau ein Aufstieg. Damit ist der Verein mit den elf Gashis bis in die 2. Liga durchmarschiert.

Fabian Sanginés
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Der FC Eagles Aarau steigt auf der Erfolgsleiter immer höher.

Der FC Eagles Aarau steigt auf der Erfolgsleiter immer höher.

Chris Iseli

Es gibt sie immer wieder, diese unglaublich schönen Sportgeschichten. In der Anonymität von Aaraus Nebenplätzen schreibt eine Handvoll fussballbegeisterte Freunde eine solche, deren Ende noch weit entfernt scheint. Mit einem gigantischen Vorsprung von zwölf Punkten, bei zwei ausbleibenden Partien, steigt der FC Eagles Aarau auch in seinem dritten Jahr des Bestehens in eine höhere Liga auf, nun ist es von der 3. in die 2., also dem AFV-Oberhaus.

Doch es ist nicht nur die allein schon bemerkenswerte Leistung, die beeindruckt, sondern vor allem die Art und Weise. Während das Zürcher Pendant United Zürich, dem selbiges gelang, bei seiner Gründung 2008 jedoch vollmundig ankündigte 2018 Schweizer Meister zu werden und bereits früh seine Kicker verhältnismässig fürstlich entlöhnte, schnüren sich Trainer Driton Gashi und seine Schützlinge ausschliesslich aus Spass am Spiel und Zusammensein die Schuhe. Und im Winter wird auch ohne zu meckern der schneebedeckte Kunstrasen freigeschaufelt, damit sich die Freunde gemeinsam darauf austoben können.

Nach Startniederlage gefangen

Für einen der elf Gashis im Verein was es eine Überraschung, dass dem Aufsteiger der sofortige Weiterzug gelungen ist: «Wir hatten schon etwas Respekt vor dem höheren Niveau der Liga, und mit der traditionell durchzogenen Sommervorbereitung rechneten wir mit einer Platzierung in der oberen Tabellenhälfte.»

Nach der Niederlage zum Saisonstart gegen den Favoriten Mellingen spielten sich die Adler jedoch in einen Rausch, verloren keine einzige Begegnung mehr. Dennoch ist der Lauf seines Teams dem 33-Jährigen noch nicht unheimlich. «Das wird es, wenn wir erneut aufsteigen würden», entgegnete der ehemalige Amateurkicker des FC Entfelden lachend.

Fairness selbstverständlich

Ohnehin steht der Erfolg für den Kosovaren nicht zuoberst auf der Prioritätenliste, viel wichtiger ist ihm das Auftreten seiner Spieler: «Es ist wichtig, dass wir unsere Kultur korrekt repräsentieren. Schliesslich haben wir eine Verantwortung gegenüber unseren Landsleuten.» Dies untermauern die Eagles eindrücklich, indem sie in dieser Spielzeit das zweitfairste Team der Gruppe stellen.

«Nach anfänglicher Skepsis scheint es so, als nimmt man unsere Fairness endlich für selbstverständlich», so Gashi, der aber für das zu Beginn herrschende Misstrauen durchaus Verständnis aufbringt: «Leider haben sich in Vergangenheit zu viele Vereine miserabel aufgeführt.»

Eine Kostprobe der kosovarischen Freundlichkeit will der Erfolgstrainer mit seinen Aufstiegshelden am 13. Juni geben, wo man im Schachen, begleitet von einer heimischen TV-Station, nach dem letzten Saisonspiel gegen Niederlenz eine Aufstiegsfeier organisiert. «Wir möchten unseren Spielern, unseren beiden Sponsoren, ohne die, das alles nicht möglich wäre, aber auch den sich immer korrekt verhaltenden Fans etwas zurückgeben.»