FC-Klingnau-Präsident Roger Meier: «Froh, dass die Vorwürfe vom Tisch sind»

FC-Klingnau-Präsident Roger Meier spricht im Interview über das bevorstehende Cup-Highlight gegen Chiasso, seinen Tipp und den Manipulationsverdacht.

Frederic Härri
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«Der ganze Wirbel hat mich beschäftigt. Die Vorwürfe haben einen negativen Beigeschmack hinterlassen»: Roger Meier, Präsident FC Klingnau.

«Der ganze Wirbel hat mich beschäftigt. Die Vorwürfe haben einen negativen Beigeschmack hinterlassen»: Roger Meier, Präsident FC Klingnau.

Chris Iseli

Am Sonntag steht für den FC Klingnau ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte an: Um 15.30 empfängt der Zweitligist in der zweiten Runde des Schweizer Cups den FC Chiasso aus der Challenge League. In den vergangenen Wochen hatte den Verein aber auch ein anderes Thema beschäftigt. Gegen das Cupspiel Klingnau - Bramois (7:0) wurde wegen des Verdachts auf Wettbetrug ermittelt. Seit Donnerstag liegen nun die Ergebnisse der Lotterie- und Wettkommission Comlot vor: Es gibt keine Hinweise auf eine Manipulation.

Herr Meier, wie erleichtert sind Sie, dass die Manipulationsvorwürfe mit der Stellungnahme von Comlot endgültig vom Tisch sind?

Roger Meier: Ich bin sehr froh, dass die Sache jetzt abgeschlossen ist und wir die Gewissheit haben, dass keine Manipulation vorliegt. Es handelte sich lediglich um eine sehr spezielle Quote.

Wie haben Sie die Wochen nach dem Cupspiel gegen Bramois persönlich erlebt?

Zu Beginn hat mich der ganze Wirbel um die Partie schon beschäftigt, weil die Vorwürfe einen negativen Beigeschmack hinterlassen haben. Mit ein wenig Abstand habe ich darüber schmunzeln können. Ich habe mir gesagt, dass wir als Verein ohnehin keinen Einfluss nehmen können. Wir haben uns ja nichts zuschulden kommen lassen. Während den Ermittlungen wurden wir auch gar nie befragt; weder vom Verband, noch von Comlot.

Denken Sie, dass die Vorwürfe bei den Spielern in der Mannschaft Spuren hinterlassen haben? Immerhin hat sie seit dem Cupmatch drei von sechs Spielen in der Meisterschaft verloren.

Nein, das glaube ich nicht. Das hatte keinen Einfluss auf die Leistung. Das habe ich auch diese Woche in den Trainings gespürt: Alle sind bereit, gut eingestellt und top motiviert, um am Sonntag ihre beste Leistung abzurufen.

Mit dem FC Chiasso kommt ein Verein aus der zweitbesten Liga der Schweiz nach Klingnau. Was bedeutet diese Partie für den Klub?

Erst einmal ist es eine tolle Sache fürs Zurzibiet und die Leute hier. Wir hoffen, dass möglichst viele aus der Region den Match schauen werden. Wir rechnen mit 800 bis 1000 Zuschauern, also ausverkauftes Haus. Zudem ehrt es uns, eine von vier Aargauer Mannschaften zu sein, die es in die zweite Cuprunde geschafft haben. Dass der Aargau in dieser Phase des Cups noch derart gut vertreten ist, hat es meines Wissens noch nie gegeben.

Lohnen sich Aufwand und Ertrag bei solch einem Spiel für einen kleinen Verein wie den FC Klingnau?

Ja, ich denke, dass wir etwas verdienen werden. Wir haben eine zusätzliche Tribüne für die Chiasso-Fans organisiert und die Festwirtschaft aufgerüstet. Insgesamt halten sich die Kosten in Grenzen.

Wie fällt Ihr Tipp aus?

2:1 für Klingnau. Wir machen das in 90 Minuten klar, nicht in der Verlängerung.