Fussball

FC Wohlen: «Ein Sieg für unseren Präsidenten Andy Wyder»

Bei allen Negativschlagzeilen rund um den FC Wohlen wird eine Tatsache beinahe vergessen: Der Challenge Ligist spielt auch noch Fussball. Und das nicht einmal schlecht. Das 2:2 gegen den FC Schaffhausen vor knapp einer Woche ist ein Achtungserfolg.

Ruedi Kuhn
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Auch Wohlens Präsident Andy Wyder (rechts) zieht das Urteil der Staatsanwaltschaft im Fall Wellington weiter.

Auch Wohlens Präsident Andy Wyder (rechts) zieht das Urteil der Staatsanwaltschaft im Fall Wellington weiter.

Foto Wagner

Trainer David Sesa blickt zurück und sagt: «Die Unruhe rund um den Spieler Wellington hat dazu geführt, dass die Mannschaft näher zusammenrückt. Ich spürte eine Trotzreaktion.

Fall Wellington: Bleibt Wyder im Amt?

Die Führungscrew des FC Wohlen äussert sich momentan nicht zum «Fall Wellington». Auf Anfrage erklärten sowohl Verwaltungsratspräsident René Meier als auch Andy Wyder, dass es während des laufenden Verfahrens gegen das Ausländergesetz keine Informationen gebe. «Wir werde Angaben machen, wenn das Verfahren abgeschlossen ist», sagt Meier. Ob Wyder das Präsidentenamt nach 17 Jahren abgeben wird oder nicht, ist offen. Er wird mit Sicherheit noch die beiden Generalversammlungen des Vereins (22. Oktober) und der AG (31. Oktober) leiten. (ruku)

Gegen den starken Aufsteiger Schaffhausen konnten wir ein sportliches Zeichen setzen. Im Heimspiel gegen Biel wollen wir die gute Leistung bestätigen und drei Punkte holen», fügt Sesa hinzu. «Den Sieg würden wir Präsident Andy Wyder schenken. Er macht momentan schwierige Zeiten durch.»

Eine Nacht im Gefängnis

Der Klubboss des FC Wohlen hatte es in dieser Woche tatsächlich nicht leicht. Wyder wurde am Dienstag von der Staatsanwaltschaft Baden wegen des Falls um den Doppelvertrag mit Wellington in Untersuchungshaft genommen.

Wegen Verdachts auf Urkundenfälschung und Verstosses gegen das Ausländergesetz verbrachte der Architekt die Nacht auf Mittwoch im Gefängnis.

Und das ohne jede Vorwarnung: Glaubt man Stimmen aus dem Umfeld des Vereins, soll sich der Komfort in der Zelle in sehr engen Grenzen gehalten haben. Wyder jedenfalls machte kaum ein Auge zu, ja er erlebte sogar eine schlaflose Nacht.

Mit Biel eine Rechnung offen

Zurück zum sportlichen Aspekt: Nach der 2:6-Pleite im Hinspiel der Vorrunde hat Wohlen gegen Biel eine Rechnung offen. «Gegen die Seeländer haben wir die schlechteste Leistung in dieser Saison gezeigt.

Wir standen völlig neben den Schuhen», hält Sesa fest. «Jetzt ist Wiedergutmachung angesagt.» Der Trainer muss gegen Biel auf den gesperrten Davide Giampà und die verletzten Guto, Stefano Milani, Yannick Agro und Raffaele Cardiello verzichten.

So wie gegen Schaffhausen dürfte Sesa den Erfolg mit einem 4-4-2-System anstreben. In der Offensive hat er sogar die Qual der Wahl. Neben Joao Paiva stürmt entweder Nenad Bijelic oder Tihomir Grabovica.