Kommentar

FCA-Debakel: Die Verwandlung vom lieben Papi zum strengen Lehrer ist Schällibaums letzter Pfeil im Köcher

Sebastian Wendel
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Seit Marco Schällibaums Vetragsverlängerung hat der FC Aarau drei Spiele bestritten – und alle verloren.

Seit Marco Schällibaums Vetragsverlängerung hat der FC Aarau drei Spiele bestritten – und alle verloren.

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Seit der Vertragsverlängerung mit Marco Schällibaum sind drei Spieltage vergangen. Ohne Punktezuwachs für den FC Aarau. Unrühmlicher Höhepunkt der Krise: Am Samstag verliert Aarau erstmals das Kantonsderby gegen den FC Wohlen. Sang- und klanglos. 0:3 lautet das in allen Belangen verdiente Verdikt. Es liegt nun auf der Hand, zu fragen: War es falsch, den Vertrag mit Schällibaum zu verlängern? Die Frage ist zwar logisch, aber sie kommt zu früh. Schällibaum hat das Recht auf eine Schonfrist. Doch in dieser muss der FC Aarau liefern.

Eines von Schällibaums Markenzeichen ist es, die Spieler in Schutz zu nehmen. Was dazu führt, dass der Trainer schlechte Leistungen schönredet. Dies muss sich nun ändern. Sprich: Schällibaum muss seine Schlaffis härter anpacken. Ein erster Schritt in der Verwandlung vom lieben Papa zum strengen Lehrer ist nach dem 0:3 gegen Wohlen getan: Schällibaum stellte öffentlich in Frage, ob alle Spieler mit dem nötigen Stolz und der richtigen Berufseinstellung am Werk seien. Diesen Weg muss er jetzt konsequent weitergehen – nicht nur vor den Medien, sondern genauso im Trainingsalltag.

Spieler wie Sébastien Wüthrich, Zoran Josipovic, Alessandro Ciarrocchi, Patrick Rossini und Olivier Jäckle nehmen für sich in Anspruch, Führungsspieler und Leistungsträger zu sein. Doch jetzt, wo es nicht läuft, tauchen sie ab. Diesen Spielern – auch wenn sie zu seinen Lieblingen gehören – muss Schällibaum den Spiegel vorhalten. Peitsche statt Zuckerbrot.

Denn Schällibaum muss sich im Klaren sein: Die Verwandlung vom lieben Papa zum strengen Lehrer ist sein letzter Pfeil im Köcher. Gelingt sie nicht, sprich, zeigt die Leistungskurve in den nächsten vier Spielen nicht deutlich nach oben, läuft seine Schonfrist ab. Vertrag für die nächste Saison hin oder her. Dann gibt es nur noch die eine Frage: War es falsch, den Vertrag mit Schällibaum zu verlängern? Die Antwort läge auf der Hand.