Challenge League

Hoher Sieg im Test gegen Kriens: Der FCA ist daran, die Prinzipien seines neuen Trainers zu verinnerlichen

Der FC Aarau überzeugt im ersten Testspiel gegen den Kriens: 5:1 lautet das Schlussresultat, das keinesfalls zu hoch ausfiel.

Sebastian Wendel
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Energischer und lautstarker Antreiber an der Seitenlinie: FCA-Trainer Stephan Keller

Energischer und lautstarker Antreiber an der Seitenlinie: FCA-Trainer Stephan Keller

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"Druck, Druck, Druck", hallt es immer wieder durchs leere Brügglifeld. Es ist FCA-Cheftrainer Stephan Keller, der jeweils nach Ballverlusten seine Spieler antreibt, den Gegner sofort wieder einzuschnüren und ihm gar nicht die Möglichkeit geben, einen Konter zu lancieren. Im modernen Fussballjargon "Gegenpressing" genannt.

Womit wir beim ersten der "Prinzipien" (O-Ton Keller) sind, die der Trainer seit knapp zwei Wochen seiner Mannschaft einimpft. Neben dem Gegenpressing gehören das hohe Tempo in der Ballzirkulation sowie schnelle Gegenstösse nach Ballgewinn, wenn Raum und Überzahl vorhanden sind.

5:1 gewinnt der FC Aarau am Ende das erste Testspiel der Saisonvorbereitung gegen den SC Kriens, der die vergangene Saison drei Ränge vor den Aarauern beendet hat. Das Resultat ist hoch, aber keinesfalls zu hoch: Aarau verzeichnete in beiden Halbzeiten ein klares Chancenplus, hatte mehr Ballbesitz und war in den Zweikämpfen sowie läuferisch den Innerschweizern klar überlegen.

Hinter dem Fakt, dass das erste Testspiel erst 12 Tage nach dem Trainingsstart stattfand, liegt folgende Idee: Die Mannschaft sollte genügend Zeit haben, die erwähnten "Prinzipien" im Training einzuüben und erst dann ein Spiel bestreiten, wenn bereits erste Automatismen greifen. Diese Überlegung macht Sinn - und hat sich gegen Kriens ausbezahlt: Die Mannschaft strahlte Sicherheit in ihren Aktionen aus.

Nebst der guten Teamleistung sind einige Namen herauszuheben: Stürmer Shkelzen Gashi wirkt so agil und eingebunden ins Team wie noch nie seit seiner Rückkehr, die zwei Tore gegen Kriens werden sein Selbstvertrauen weiter stärken. Neben Gashi konnten mit Rrudhani, Balaj und besonders Spadanuda auch die anderen Offensivkräfte überzeugen. Captain Zverotic war der gewohnte Antreiber mit grosser Spielfreude. Im Abwehrzentrum deutete Testspieler Leon Bergsma an, dass er eine Verstärkung sein könnte. Der frühere Ajax-Profi wird jedenfalls auch die nächsten Tage im Brügglifeld mittrainieren, ehe eine Entscheidung punkto Transfer fällt.

All diese Eindrücke sind niedergeschrieben im Wissen, dass die Rahmenbedingungen eines Testspiels nicht vergleichbar sind mit denen eines Ernstkampfs. Bereits in zwei Wochen im Cup (Gegner wird am Sonntagabend ausgelost) müssen Keller und seine Spieler ein erstes Mal beweisen, dass das Einstudierte auch unter Resultatdruck funktioniert.

Übrigens: Einen Vorgeschmack auf die kommende Saison gab auch die Maskenpflicht, die abgesehen von Schiedsrichtern, Spieler und Trainerstab für alle Personen im Stadion galt. Das dürfte sich mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht ändern, wenn ab Oktober die Tore der Fussballstadien wieder für mehr als 1000 Personen geöffnet werden. Ein weiterer Punkt, der den FCA vor dem Saisonstart noch stark beschäftigen dürfte: Gemäss einem Bericht des "Tagesanzeigers" soll bis auf weiteres an Grossanlässen ein generelles Stehplatzverbot herrschen. Sollte dies kommende Woche vom Bundesrat bestätigt werden, darf man gespannt sein, wie der FCA diese Vorgabe im Brügglifeld, in dem knapp 7000 von 8000 Plätzen Stehplätze sind, umsetzen kann und will.

Telegramm

FC Aarau - SC Kriens 5:1 (3:0)

Brügglifeld. – 0 Zuschauer. – SR Jancevski. – Tore: 20. Balaj 1:0. 39. Rrudhani 2:0. 45. Gashi 3:0. 57. Souaré 3:1. 60. Spadanuda 4:1. 62. Gashi 5:1.

Aarau: Ammeter (46. Enzler); Giger, Thiesson, Bergsma, Verboom (63. Caserta); Jäckle; Balaj, Rrudhani (69. Misic), Zverotic (71. Hammerich), Spadanuda; Gashi (63. Alounga)

Kriens: Zbinden (46. Brügger); Urtic, Alessandrini, Souare, Busset; Costa, Bürgisser (73. Yesilcayir), Yesilcayir (46. Berisha), Mulaj; Rustemoski (18. Dieng), Abubakar.