NLA-Handball

Jetzt ist es amtlich: Der TV Endingen muss zehn Tage in Quarantäne – warum nun eine Verfälschung des Abstiegskampfs droht

Nach dem Coronafall beim letzten Gegner GC Amicitia muss die erste Mannschaft des TV Endingen in eine zehntägige Quarantäne. Das Auswärtsspiel bei St. Otmar St. Gallen am Sonntag, 18. Oktober, findet deshalb definitiv nicht statt. Den Abstiegskampf gegen den RTV Basel eine Woche später wollen die Surbtaler nun verschieben.

Dean Fuss
Drucken
Teilen
Milomir Radovanovic (M.) und sein TV Endingen müssen zehn Tage in Quarantäne.

Milomir Radovanovic (M.) und sein TV Endingen müssen zehn Tage in Quarantäne.

Alexander Wagner

Spieler und Staff der ersten Mannschaft des TV Endingen müssen definitiv in eine zehntägige Quarantäne. Dies haben die zuständigen Behörden der Vereinsleitung am Donnerstagnachmittag mitgeteilt. Die Massnahme gilt für alle Endinger, deren Namen auf dem Matchblatt des 25:23-Sieges gegen GC Amicitia vom vergangenen Samstag, 10. Oktober, figurieren.

Der TVE war am Mittwoch kurz nach Mittag darüber informiert worden, dass Spieler und Staff von GC Amicitia vom Zürcher Kantonsarzt in eine zehntägige Quarantäne versetzt worden waren. Dies, weil ein Spieler aus den Reihen von GC Amicitia positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Der betroffene Spieler war beim Gastspiel der Zürcher vom Samstag, 10. Oktober, in der GoEasy-Arena gegen den TVE zum Einsatz gekommen und hatte tags darauf erste Symptome verspürt.

In der Folge hatten sich die Angehörigen der ersten Mannschaft der Surbtaler in Absprache mit den Behörden in eine freiwillige Selbstisolation begeben und so auf weitere Anweisungen von der Aargauer Kantonsärztin gewartet. Die zehntägige Quarantänezeit gilt rückwirkend und endet deshalb am kommenden Dienstag, 20. Oktober.

TVE beantragt Verschiebung des Abstiegskampfs in Basel

Mit dem Quarantänebescheid vom Donnerstag ist nun auch klar, dass die TVE-Partie der 9. NLA-Runde am kommenden Sonntag, 18. Oktober, auswärts bei St. Otmar St. Gallen nicht stattfinden kann. Sie wurde dementsprechend abgesagt. Das Verschiebedatum steht noch nicht fest.

Ausserdem versucht der TVE die auf Sonntag, 25. Oktober, angesetzte Auswärtspartie gegen den RTV Basel um drei Tage auf Mittwoch, 28. Oktober, zu verschieben. Dies, weil die Vorbereitungszeit auf die im Abstiegskampf nicht ganz unwichtige Partie zu wenig ausreichend sei. «Wir haben die Verschiebung beantragt, um Verletzungen vorzubeugen. Wenn Spitzensportler zehn Tage lang nicht trainieren können, dann ist das Risiko von Verletzung sehr gross», erklärt TVE-Geschäftsführer Christian Villiger die Beweggründe seines Vereins. Ob die Liga ein Gehör für das Verschiebungsbegehren des TVE hat, steht derzeit noch nicht fest.

Bei Nichtverschieben bleiben TVE maximal drei Trainingseinheiten

Sollte sich, aus welchen Gründen auch immer, eine Verschiebung nicht realisieren lassen, droht eine Verfälschung des Abstiegskampfs in der NLA, weil sich die Basler ganz normal auf die Partie vorbereiten könnten, während dem TVE maximal noch drei Trainingseinheiten im Vorfeld bleiben würden.

Das wäre umso bitterer, als dass sich der TVE durch den 25:23-Heimsieg gegen GC Amicitia am Samstag, 10. Oktober, in die Position gebracht hat, die Basler mit einem Sieg im Direktvergleich von Ende Oktober zu überholen und so die Abstiegsplätze hinter sich zu lassen.

Die ‹Corona-Saison› verlangt viel Flexibilität und Sportgeist von allen. Rechtsgleichheit kann nicht immer gewährt werden.

(Quelle: Auszug aus dem Papier «Schutzmassnahmen Covid-19: Vorschriften und Empfehlungen im Handball für die Saison 2020/21)

Allerdings war schon vor Beginn der laufenden Saison klar gewesen, dass es zu solchen Situationen kommen könnte. So hiess es bereits in einem im August von der Liga verbreiteten Papier zu den Schutzmassnahmen: «Die ‹Corona-Saison› verlangt viel Flexibilität und Sportgeist von allen. Rechtsgleichheit kann nicht immer gewährt werden.»

Insofern hat der TV Endingen nun schlicht und einfach Pech, dass es ausgerechnet ihn trifft – und das auch noch ausgerechnet in diesen Tagen.

Wie geht es mit dem Spielbetrieb weiter?

Nach dem ersten Coronafall in einer NLA-Mannschaft und dessen Konsequenzen mit gleich mehreren Spielabsagen wird in der Handballszene hinter vorgehaltener Hand bereits intensiv über die grosse Wahrscheinlichkeit eines baldigen erneuten Saisonabbruchs oder zumindest eines Unterbruchs diskutiert.

Die Liga dürfte indes versuchen, einen Abbruch zum jetzigen Zeitpunkt mit allen Mitteln zu verhindern – schon alleine deshalb, weil die Meisterschaft gemäss der vor dieser Saison definierten Regelung erst gewertet werden kann, wenn alle Teams mindestens zwei Mal gegeneinander gespielt haben und damit die Doppelrunde abgeschlossen ist.