Pferdesport

Mit 17 Jahren ist Aargaus jüngstes Reittalent bereits GP-Siegerin

Die Leimbacher Rennreiterin Sibylle Vogt gilt als grosses Talent im Reitsport. Zu reiten begonnen hat Sibylle Vogt im Alter von fünf Jahren auf eigenen Shetland-Ponys. Auf der Frauenfelder Allmend zeigte sie letzten Sonntag, was sie heute drauf hat.

Willi Bär
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Sibylle Vogt (r.), ein grosses Talent im Pferdesport, überholt mit ihrem Hengst Cumascheals auf der Zielgeraden ihre Konkurrenten.

Sibylle Vogt (r.), ein grosses Talent im Pferdesport, überholt mit ihrem Hengst Cumascheals auf der Zielgeraden ihre Konkurrenten.

Ueli Wild

Unterwegs an hinterster Stelle galoppierend, kommt der fünfjährige Hengst Cumascheals auf der Zielgeraden immer besser ins Bild. Mit dem letzten Galoppsprung holt er sich den Sieg im Meilenpreis, dem mit 15000 Franken dotierten Hauptereignis der letztsonntäglichen Rennveranstaltung auf der Frauenfelder Allmend. In den Bügeln von Cumascheals steht die erst 17-jährige Sibylle Vogt. Natürlich braucht es bei einem so knappen Sieg immer auch etwas Glück, wie die in Leimbach aufgewachsene Rennreiterin selber einräumt. Doch die Art und Weise wie der Sieg zustande kam, zeugt nicht nur von Talent, sondern auch von erstaunlicher Reife.

Zu reiten begonnen hat Sibylle Vogt im Alter von fünf Jahren auf eigenen Shetland-Ponys. Als sie später an Fuchsjagden der Konkurrenz regelmässig davongaloppierte, machte sie der Reinacher Galopptrainer Hansjörg Speck auf die Pony-Rennen aufmerksam. So startete sie mit ihrer Fuchsstute Wendy auf verschiedenen Schweizer Galopprennbahnen und wurde am Saisonende auf dem Aarauer Schachen als überlegene Siegerin des Schweizer Pony-Cups 2007 geehrt.

Freizeit und Ferien verbrachte Sibylle Vogt zum grossen Teil im Trainingsstall Speck in Reinach. Nach Abschluss der Schule wollte sie dort eine Lehre als Rennreiterin beginnen. Doch Hansjörg und Sabine Speck, die für drei Jahre eine billige Arbeitskraft gehabt hätten, empfahlen Sibylle, sich stattdessen in Avenches bei Carmen und Georg Bocskai zu bewerben.

Prominenter Lehrmeister

In Avenches hat Sibylle aufgrund der grösseren Zahl Pferde nicht nur mehr Reitmöglichkeiten sondern in Georg Bocskai auch einen Lehrmeister mit einem immensen Erfahrungsschatz. Der 1959 in Wien geborene Sohn eines aus Ungarn emigrierten Jockeys gehörte in Deutschland lange Jahre zur absoluten Spitze der Sattelkünstler. In seinem Palmarès führt er gegen 2000 Siege. Vor acht Jahren kam er zusammen mit seiner Frau Carmen, früher ebenfalls eine erfolgreiche Rennreiterin, in die Schweiz.

Nach Anfängen in Dielsdorf betreiben sie nun im vierten Jahr einen Rennstall in Avenches. Offensichtlich halten die beiden einiges vom Talent Sibylle Vogts, denn dass eine Rennreiterin im zweiten Lehrjahr bereits gegen dreissig Rennen geritten hat, ist äusserst ungewöhnlich. «Sibylle hat nicht nur die nötige Passion für den Rennsport, sie war reiterlich auch schon sehr weit, als sie bei uns angefangen hat und in der morgendlichen Trainingsarbeit zeigt sie sich sehr engagiert», erklärt Carmen Bocskai. Erstmals so richtig auf sich aufmerksam machen konnte Sibylle Vogt Anfang April in Avenches, als sie am gleichen Tag zwei Rennen für sich entschied. Mit dem GP-Sieg von Cumascheals hat Carmen Bocskai nun ein weiteres Argument, um die Rennpferdebesitzer davon zu überzeugen, der Aargauer Nachwuchsreiterin weitere Chancen zu geben.