Mountainbike
«Es wird sehr schwierig, die Erfolge zu wiederholen»: Joel Roth fährt seinen Ansprüchen bislang hinterher

Vergangene Saison gewann der Kölliker fast alles, was es zu gewinnen gab. Dieses Jahr fehlt dem Fahrer des Biketeam Solothurn das nötige Wettkampfglück. So lief Joel Roths erste Saisonhälfte.

Nicolas Blust
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Joel Roth bei der Mountainbike-WM 2020 in Leogang.

Joel Roth bei der Mountainbike-WM 2020 in Leogang.

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Am Wochenende stand der Kölliker Joel Roth beim Swiss Bike Cup in Gränichen am Start. Im Elite-Rennen der Herren holte der Fahrer des Biketeam Solothurn einen starken siebten Platz. Damit war er der beste Fahrer der Kategorie U23.

«Ich bin zufrieden mit dem Ergebnis», sagt Roth am Tag danach. Trotzdem gibt es noch Luft nach oben:

«Bergab habe ich etwas viel verloren. Normalerweise kann ich in der Abfahrt Druck aufbauen. Jetzt musste ich aber in den Aufstiegen Löcher stopfen, die zuvor in der Abfahrt aufgingen.»

Damit verlor er wichtige Körner, die dann in der Endabrechnung fehlten. «Ich habe in den Abfahrten sicher ein bis zwei Plätze verspielt», sagt Roth selbstkritisch. Das Rennen in Gränichen widerspiegelt Roths bisherige Saison. Gut, aber eben noch nicht überragend.

Denn Joel Roth hatte sich für seine letzte Saison in der Kategorie U23 Grosses vorgenommen. Nach seinem erfolgreichen Vorjahr (WM-Dritter und Europameister) war das Ziel, diese Erfolge bestätigen zu können. Zusätzlich strebte der Fahrer des Biketeam Solothurn einen Sieg im Weltcup sowie eine Top-3-Platzierung im Gesamtweltcup an. Mittlerweile ist gut die Hälfte der diesjährigen Mountainbike-Saison absolviert. Höchste Zeit, eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Ansteigende Formkurve im Weltcup

Im Weltcup hat es Joel Roth noch nicht zum ganz grossen Exploit gereicht. Seine Konstanz kann sich aber sehen lassen. In den ersten beiden Rennen in Albstadt und Nove Mesto verpasste der 22-Jährige als Viertplatzierter jeweils hauchdünn das Podest. Beim jüngsten Weltcup-Rennen in Leogang schaffte es der Aargauer dann aber mit einem dritten Platz endlich aufs Siegertreppchen. Beim Weltcup in Les Gets in Frankreich will Roth seine ansteigende Formkurve bestätigen.

Joel Roth im Trikot des U23-Europameisters beim diesjährigen Weltcup-Auftakt in Albstadt.

Joel Roth im Trikot des U23-Europameisters beim diesjährigen Weltcup-Auftakt in Albstadt.

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Die diesjährige Schweizer Meisterschaft in Gstaad lief nicht ganz so erfolgreich wie im Vorjahr. Im vergangenen Jahr fuhr Roth souverän zum Sieg in der Kategorie U23. In Gstaad wollte er seinen Triumph wiederholen. Am Ende musste sich Roth aber Alexandre Balmer geschlagen geben und sich mit dem zweiten Platz begnügen. «Es war ein gutes Rennen von mir. Der Sieger war einfach unglaublich stark», sagte Joel Roth nach dem Rennen.

Volle Konzentration auf die Rennen im August

Im August stehen nun die beiden Saisonhighlights an. Zuerst die EM in Novi Sad und danach die WM im Val di Sole. Zuvor hat Roth voraussichtlich aber noch eine Sommerpause. Zwar besteht noch die Möglichkeit, als Ersatzfahrer ins Olympia-Team zu rutschen. Damit rechnet er aber nicht: «Ich fahre ziemlich sicher nicht mit in Tokio. Ich sehe keinen Grund, wieso sie Filippo Colombo nicht mitnehmen sollten.» Zwar verletzte sich Colombo beim Weltcup-Auftakt an der Hüfte, mittlerweile ist er aber wieder genesen und zeigte an der Schweizer Meisterschaft auf der Strasse, dass die Form rechtzeitig vor Olympia stimmt.

Vergangenen Herbst durfte sich Roth über den Gewinn der Bronzemedaille an der WM in Leogang freuen.

Vergangenen Herbst durfte sich Roth über den Gewinn der Bronzemedaille an der WM in Leogang freuen.

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«Ich plane im Sommer einen schönen Aufbau für die EM und die WM», sagt Roth über seine Planung. Trotzdem sei dies keine Garantie auf einen Erfolg: «Ich bin guten Mutes, aber es wird sehr schwierig, die Erfolge aus dem letzten Jahr zu wiederholen.» Dieses Jahr sei die Konkurrenz in der U23 noch ausgeglichener als im Vorjahr, wo viele Fahrer Mühe mit dem Lockdown hatten.

Trotzdem zeigen die jüngsten Ergebnisse, dass Roths Fahrplan im Hinblick auf die Saisonhöhepunkte stimmt. Und wenn das Wettkampfglück auf seiner Seite ist, kann Joel Roth seine Ergebnisse aus dem Vorjahr vielleicht sogar noch einmal toppen.