Fussball

Nauris Bulvitis will sich beim FC Aarau endlich in Westeuropa etablieren

Im dritten Anlauf will sich der lettische Verteidiger Nauris Bulvitis endlich in Westeuropa durchsetzen. Beim FC Aarau stand er gestern erstmals in der Startformation, als die Aarauer auswärts gegen GC mit 2:1 gewannen.

Patrick Haller
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Nauris Bulvitis hat im Brügglifeld seine neue Heimat gefunden.

Nauris Bulvitis hat im Brügglifeld seine neue Heimat gefunden.

PHa

Daugavpils, Jurmala, Riga, Ventspils. Ein Nachzeichnen der bisherigen Karriere von Nauris Bulvitis erfordert Kenntnisse in lettischer Geografie. «Oft war es eine Frage des Geldes», begründet Bulvitis seine regelmässigen Vereinswechsel in der Vergangenheit. Eine sinnbildliche Erklärung für den maroden Zustand des lettischen Fussballs, dem die wirtschaftliche Krise in den letzten Jahren merklich zugesetzt hat. Nur wenige Zuschauer, noch weniger Sponsoren – selbst beim einst so stolzen Rekordmeister Skonto Riga haben sich erdrückende Verbindlichkeiten angesammelt, die den Klub zur Abgabe von Spielern zwangen. Auch der gross gewachsene Innenverteidiger Nauris Bulvitis durfte sich im Winter nach einem neuen Arbeitgeber umschauen. Im FCA-Trainingslager in der Südtürkei empfahl er sich schliesslich für einen Vertrag bis Saisonende mit Option.

Aufstieg in den Highlands

Und so nimmt Bulvitis nun – im Alter von 26 Jahren – einen dritten Anlauf sich ausserhalb des Baltikums durchzusetzen. In der Saison 2009/10 stieg er mit Inverness Caledonian Thistle in die schottische Premier League auf. «Eine tolle Erfahrung. Es wurde viel aggressiver und schneller gespielt», sagt Bulvitis. Dennoch musste er seine Zelte in den Highlands nach einer Spielzeit als Stammspieler wieder abbrechen, weil ihn sein Besitzer FK Ventspils in die Heimat zurückbeorderte.

Anfangs 2011 versuchte er es erneut im Ausland, doch das Engagement bei Spartak Trnava wurde zum Desaster. Bulvitis plagte sich mit Meniskusproblemen herum. Im slowakischen Verein herrschten chaotische Zustände, immer wieder kam es zu Wechseln in der Führungsetage. «Es war eine harte Zeit», sagt Bulvitis. Also kehrte er zurück nach Lettland, wo er nochmals unten beginnen musste. Beim Zweitligisten Spartaks Jurmala kämpfte er sich wieder zurück in die oberste Spielklasse – und erstmals auch in die Nationalmannschaft. «Es macht mich stolz für mein Land auflaufen zu dürfen», so Bulvitis, der das lettische Auswahldress bislang 13 Mal trug.

Acht Clubs in sechs Jahren

Aufgewachsen ist Nauris Bulvitis in der lettischen Hauptstadt Riga. Erst im Alter von 12 Jahren begann er dank seinem älteren Bruder Elvijs mit dem Fussball. Bei Daugava Daugavpils debütierte er in der Virsliga, der höchsten Liga seines Heimatlandes. Nach acht Clubs in sechs Jahren will Bulvitis nun in Aarau sesshaft werden. In Kürze wird er eine eigene Wohnung beziehen; seine Lebensgefährtin wird ihm im März in die Schweiz folgen. Und auch sportlich ist Bulvitis beim FCA erfolgreich gestartet. Vorgestern stand er beim 2:1-Auswärtserfolg gegen GC erstmals in der Startformation, wo er durch seine gradlinige Spielweise und seine Kopfballstärke bestach.