Nikolaustag
Niki Böschenstein: «Das war nicht meine Schuld»

Der Samichlaus besucht den Würenloser Turner Niki Böschenstein in Magglingen und fragt ihn, ob er weiss, wieso er in diesem Jahr die Rute verdient hat.

Samichlaus
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Lieber Nicolas, du heisst fast wie ich, deshalb versuche ich, nett zu sein.

Niki Böschenstein: Wow, du weisst, dass ich Nicolas heisse. Sonst meinen immer alle, Niki wäre mein richtiger Name. Dabei hat sich das einfach so eingebürgert.

Ich weiss alles. Aber weisst du, wieso du in diesem Jahr die Rute verdient hast?

Die Rute?! Nach all dem Verletzungspech in diesem Jahr? Das wäre ja noch die Krönung.

Nicht frech werden, Bueb! Wie war das mit den Schweizer Turnern in diesem Jahr?

Das Schweizer Team hat an der WM die Top 16 verpasst und hat deshalb keine Chance mehr an den Olympischen Spielen 2012 in London teilzunehmen. Aber das war nicht meine Schuld. Ich konnte nicht mitturnen, weil ich nach meiner Verletzung noch nicht in Form war. So konnte ich nur mitfiebern.

Dann waren also die anderen schuld, das höre ich oft Niki. Was hat denn dieses Resultat für dich bedeutet?

Als die anderen den geforderten Rang nicht erreichten, wusste ich schon, dass das meinen Rücktritt bedeutet. Sonst hätte ich noch bis Januar weitertrainiert, um das Team bestmöglich zu unterstützen. Leider ist das jetzt nicht möglich.

Wie geht es jetzt weiter?

Ich trainiere noch reduziert hier in Magglingen und werde dann zurück in meinen Heimatort Würenlos ziehen. Ich freue mich auf den neuen Lebensabschnitt nach dem Sport. Ich will mein KV beenden und neue Dinge ausprobieren. Vielleicht wieder einmal Skifahren zum Beispiel.

War der Rücktritt ein harter Schlag für dich?

Als Sportler ist einem zwar immer bewusst, dass irgendwann das Ende kommt. Aber man denkt nicht daran. Ich muss alles erst neu organisieren, werde dabei aber sehr gut unterstützt.

Wann hattest du eigentlich zum letzten Mal Besuch von Samichlaus?

Das ist lange her. Obwohl, nein: Wir hatten im Turnverein einen Klausenabend und da wurde ich auch schon nach vorne gerufen. Er war aber nett zu mir.

Ich bin immer nett. Welche Kindheitserinnerungen hast du an den Samichlaus?

Die Samichlaus-Besuche waren die ersten Momente in meinem Leben, in denen ich unter Druck war. Ich hatte jeweils Schweissausbrüche beim Aufsagen der Verse.

Was steht bei dir an den Festtagen auf dem Programm: trainieren oder schlemmen?

Ich werde zu Hause bei der Familie sein. Es ist ein Riesenvorteil, dass mein Bruder Koch ist. Er zaubert immer etwas Himmlisches auf den Teller. Ich bedanke mich jetzt schon bei ihm für das gute Essen.

Hast du entsprechend Probleme dein Gewicht zu halten?

Ich werde jetzt sowieso das eine oder andere Kilo zunehmen, wenn ich nicht mehr so intensiv trainiere. Aber diese Kilos werde ich auch wieder verlieren, wenn ich neue Sportarten ausprobiere. Taekwondo zum Beispiel.

Was wünschst du dir zu Weihnachten, einen Barren für daheim?

Nein, ich werde nach meiner Rückkehr aus Magglingen im Trainingszentrum Niederlenz weiterturnen, daher brauche ich keine Geräte für zu Hause. Ich wünsche uns als Familie eine gute Zeit, dass wir kleine Probleme gut lösen können, und mir selbst eine gute Planung, damit die Überbrückungszeit gut über die Bühne geht. aufgezeichnet von Patrick Pensa