Tennis
Schweizer Turniersieger wehrt in der ersten Runde drei Matchbälle ab

An der Swiss Junior Trophy in Oberentfelden gab es dank Raphael Baltensperger und Nadine Keller zwei Schweizer Einzelsiege. Für den 16-jährigen Baltensperger, der die 1. Runde nur mit viel Glück überstand, war es der grösste Erfolg seiner Karriere.

Fabio Baranzini
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Tennisturnier in Oberentfelden
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Valeriya Zeleva (Finalistin U18) an der Swiss Junior Trophy 2014.Fabio Baranzini
Nadine Keller (Siegerin U14) an der Swiss Junior Trophy 2014.Fabio Baranzini
Michelle Fux (Finalistin U16) an der Swiss Junior Trophy 2014.Fabio Baranzini
Adeliya Zabirova (Siegerin U18) an der Swiss Junior Trophy 2014.Fabio Baranzini

Tennisturnier in Oberentfelden

Tennis kann brutal sein. Oftmals entscheiden Nuancen oder gar nur Millimeter über Sieg und Niederlage. Und am Ende gewinnt zmeist der Spieler, der mental stärker ist und sich besser an die Gegebenheiten anpassen kann. Das haben auch die Finalspiele der Swiss Junior Trophy in Oberentfelden gezeigt. Da war beispielsweise der U14-Final der Junioren: Der Deutsche Lukas Engelhardt (TE 212) führte 6:2, 5:2 und kam bei eigenem Service zum Matchball. Nach einem guten ersten Aufschlag landete der Return von Federico Arnaboldi (TE 126) aber genau auf der Linie. Ein Winner. Kurz darauf gelang dem Italiener das 3:5. Dann setzte der Regen ein und es gab eine kurze Pause. Als weiter gespielt wurde, schaffte Arnaboldi den Satzausgleich und wenig später konnte er sich als Turniersieger feiern lassen. Wäre Arnaboldis Return beim Matchball ein paar Millimeter länger gewesen, hätte Engelhardt den Titel gewonnen.

Auch beim Frauenfinal in der Kategorie U18 hatte die Regenpause einen Einfluss. Die Russin Valeriya Zeleva (ITF 265) führte nach verlorenem Startsatz 4:3 mit Break, doch bei Wiederaufnahme des Spiels war es ihre Landsfrau Adeliya Zabirova (ITF 113), die das Blatt zu ihren Gunsten wenden konnte und mit 6:4, 7:5 gewann.

Exploit von Baltensperger

Auch dass sich der Schweizer Raphael Baltensperger (ITF 300) den Titel bei den U18-Junioren sichern konnte, hing an einem seidenen Faden. Der 16-Jährige hatte in seinem Erstrundenspiel drei Matchbälle abwehren müssen, ehe er gewann. Das Turnier hätte für ihn also auch bereits am ersten Tag zu Ende sein können. So aber war die Freude über «den grössten Triumph der Karriere», wie er selbst sagt, umso grösser. In einem ausgeglichenen Finalspiel gegen den Italiener Julian Ocleppo (ITF 281), der im Halbfinal die Turniernummer eins nach sechs abgewehrten Matchbällen ausgeschaltet hatte, war der ungesetzte Baltensperger nach dem Wechsel in die Halle der stärkere Spieler. «Normalerweise bin ich auf Sand stärker, aber heute servierte ich unglaublich gut», fand der junge Schweizer den Grund für seinen Finalsieg.

Knappe Niederlage für Fux

Erfreulicherweise war Baltensperger nicht der einzige Schweizer, der am Finaltag im Einsatz stand. Bei den Juniorinnen U14 gab es dank Nadine Keller (TE 430) gar noch einen zweiten einheimischen Triumph. Die junge Ostschweizerin bezwang in einem Match, das geprägt war von langen und umkämpften Ballwechseln, die Russin Ekatarina Vinnik (ohne Ranking) in zwei Sätzen. Nicht ganz zum Sieg reichte es der Walliserin Michelle Fux (TE 377) in der Kategorie U16. Sie hatte zwar im ersten Satz schnell mit 3:0 geführt, geriet danach aber in Rücklage. Der Wechsel in die Halle spielte ihr nicht in die Karten und so musste sie sich am Ende der Deutschen Eva Marie Voracek (TE 172) mit 6:7, 7:6, 5:7 geschlagen geben.

Der beste Aargauer

Der Oftringer Jonas Schär (TE 760) erreichte bei seinem Heimturnier in der Kategorie U14 dank drei souveränen Siegen in Folge und einem W.O.-Sieg den Halbfinal. Dort scheiterte er knapp am Deutschen Lukas Engelhardt (TE 212).

Turnierorganisator Freddy Blatter konnte einmal mehr eine positive Bilanz ziehen. «Die Schweizer Siege freuen mich natürlich besonders, gerade auch im Grad-3-Turnier bei den U18», so Blatter, der sich vor allem am Finalwochenende über deutlich mehr Zuschauer freuen konnte als in früheren Jahren.

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